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Diese Berlinale-Filme sollten Sie nicht verpassen

Diese Berlinale-Filme sollten Sie nicht verpassen
Berlinale: 400 Filme in zehn Tagen. Keystone

Bei der 67. Berlinale gibt es in zehn Tagen 400 Filme zu sehen. Diese sieben Filme zählen dabei garantiert zu den Höhepunkten.

Kommentar  
Von Hanns Georg Rodek
2017-02-15

Die 67. Internationalen Filmfestspiele Berlin haben begonnen. Bei 400 Filmen in zehn Tagen ist es schwer, die Übersicht zu behalten – und die Rosinen herauszupicken. Hier die sieben Filme, die garantiert für Aufmerksamkeit sorgen werden.

Tiger Gir

Das Jahr ist noch jung, doch «Tiger Girl» wird zu den coolsten Filmen von 2017 zählen. Zwei junge Frauen (Maria Dragus, die Pastorentochter aus dem «Weissen Band», und Ella Rumpf, eine Schweizer Neuentdeckung) treffen in Berlin aufeinander, die eine konformistisch-brav, die andere strassenschlau. Es geht um Anpassung und Rebellion, den Spass an Gewalt und deren Grenzen und eine Frauenfreundschaft, in der sich die Rollen umkehren. Der Film stammt von Jakob Lass, der mit «Love Steaks» Aufsehen erregte und wieder eine aufregende Mischung aus Planung und Improvisation vorlegt.

4 Blocks

Die TNT-Serie erzählt in sechs Episoden eine Geschichte um Freundschaft und Familie, Verrat und Schuld im Milieu eines arabischen Clans in Berlin-Neukölln. Es ist die dritte Eigenproduktion des Münchner Ablegers des amerikanischen Bezahlsenders, zuvor produzierte die Ted-Turner-Tochter bereits die beiden mit dem Grimme-Preis prämierten Formate «Add a Friend» und «Weinberg». Wenn eine Serie dem deutschen Streamer-Snobismus beikommt, der grundsätzlich nur Serien aus Amerika gut finden kann, dann diese.

T2 Trainspotting

Zwei Jahrzehnte hat es gedauert, bis sich alle Beteiligten zu einer Fortsetzung des Kultfilms bereit erklärten, doch nun gibt es sie, und alle sind dabei: Danny Boyle (Regie), John Hodge (Drehbuch) sowie Ewan McGregor (Rent Boy), Ewen Brener (Spud), Robert Carlyle (Franco) und Jonny Lee Miller (Sick Boy). 20 Jahre nachdem Mark Renton seinen Freunden 16'000 Pfund aus einem Heroingeschäft in London gestohlen hat, lebt er in Amsterdam. Er ist clean, hat geheiratet und verdient sein Geld mit Lagerverwaltungssoftware. Da stirbt seine Mutter, und er kehrt nach Edinburgh zurück...

The Bomb

Seit dem Zusammenbruch des Ostblocks haben wir beinahe vergessen, dass tief in den Bunkern von Ost und West, Nshost und Fernost immer noch Tausende von Atomwaffen lagern, startbereit und todgefährlich. Wir vertrauten auf die Vernunft der Staatenlenker an den roten Knöpfen, doch dieses Vertrauen schwindet rapide. Und so haben die drei US-Dokumentaristen Kevin Ford, Smriti Keshari und Eric Schlosser einen furiosen Bombencocktail aus bombastischen Aufmärschen, phantastischen Pilzen und offizieller Verharmlosung zusammen gemixt, informierend, irritierend, verstörernd. Die britische Minimalisten-Elektroniker von «The Acid» spielen live dazu.

Combat au bout de la nuit

Es soll einmal eine Krise in Griechenland gegeben haben, doch das sind die Neuigkeiten von vorvorgestern. Dagegen wehrt sich der kanadische Dokumentarist Sylvain L’Espérance, der ein Jashr in Griechenland gefilmt hat und mit einem fünfstündigen Bericht zurück kam. Sein Dokumentar-Essay führt uns direkt ins Herz der europäischen Misere: nach Athen. Das Vakuum, das die technokratische Politik hinterlassen hat, wird von den neuen Faschisten mit der Geste des Sich-Kümmerns um die Vergessenen gefüllt – ein sich in allen Ländern Europas und darüber hinaus wiederholendes Szenario. Gibt es eine Möglichkeitm, sich dagegen zu wehren?

Beuys

Als erster deutscher Künstler erhielt Joseph Beuys eine Einzelausstellung im Guggenheim-Museum in New York, zu Hause gilt sein Werk vielen noch als «teuerster Sperrmüll aller Zeiten». Hier erteilt der Regisseur Andres Veiel («Black Box BRD») dem Künstler in zahlreichen bisher unerschlossenen Bild- und Tondokumenten selbst das Wort. Beuys boxt, parliert, doziert, erklärt dem toten Hasen die Kunst und fragt: «Wollen Sie eine Revolution ohne Lachen machen?»

El Bar

Geschlossene Räume sind schon immer hervorragende Orte für Dramen gewesen, von Bunuels «Würgeengel» bis zu Tarantinos «Hateful Eight». Der Spanier Alex de la Iglesia («Perdita Durango») setzt in «El bar» ein paar Frühstücker in eine Bar an einem beliebten Platz in Madrid, plötzlich wird ein Gast in den Kopf geschossen und auch ein weiterer Gast, der ihm zu Hilfe eilt, bricht tödlich verwundet zusammen. Ein moderner Überlebenskampf zwischen Terrorangst und Zuversicht, Egoismus und Solidarität beginnt.

Die Kontributoren sind externe Autoren und wurden von bilanz.ch sorgfältig ausgewählt. Ihre Meinung muss nicht mit der Meinung der Redaktion übereinstimmen.

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