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Die untypischste aller Apple-Präsentationen

Keine grosse Bühne und ohne Einladungen: Apple präsentierte neue iPhones, ein neues iPad und eine neue App für einmal ganz ohne Tamtam. Der Grund liegt wohl bei den präsentierten Geräten selbst.

Kommentar  
Von Thomas Heuzeroth
22.03.2017

Und plötzlich waren sie da. So unspektakulär wie nie hat Apple neue iPhones, ein neues iPad und eine neue App vorgestellt. Üblicherweise präsentiert der iPhone-Konzern seine Neuheiten mit viel Tamtam und lädt Journalisten nach Cupertino, San Francisco, London oder Berlin ein.

Dieses Mal sollten vier E-Mails reichen. Der einzige Hinweis, dass in der Apple-Welt etwas passieren sollte, war der Online-Store, der am Dienstag für einige Stunden nicht erreichbar war. Ein untrügliches Zeichen vor einem Produktfeuerwerk.

Guter Zweck in «Rot»

Allerdings hätten die neuen Geräte eine grosse Präsentation auch kaum gerechtfertigt. Das iPhone 7 und das grössere iPhone 7 Plus gibt es nun in Rot. Apple unterstützt mit dieser Special Edition die (RED)-Initiative, die unter anderem von U2-Frontmann Bono begründet wurde und gegen Aids kämpft. Die Initiative unterhält Programme für Beratung, Tests und Prävention in Schwarzafrika und kooperiert dafür mit Unternehmen weltweit, darunter American Express, Motorola, Microsoft und Starbucks.

Apple arbeitet seit zehn Jahren mit (RED) zusammen und hat in dieser Zeit 130 Millionen Dollar beigesteuert, unter anderem durch den Verkauf spezieller Editionen des iPod Nano, Shuffle, iPod touch, unterschiedlicher Hüllen, iTunes-Karten und Apple-Watch-Armbändern. Sogar einen roten Mac Pro hat es gegeben.

Mehr Platz für gleichen Preis

Die roten iPhone-7-Modelle gibt es in den beiden Speichergrössen 128 und 256 Gigabyte, sie werden ab Ende März in mehr als 40 Ländern verkauft, darunter auch in Deutschland. Darüber hinaus verdoppelt Apple die Speichergrössen bei den kleineren iPhone-SE-Modellen mit vier Zoll grossen Displays, ohne den Preis zu erhöhen.

Während das rote iPhone für Beobachter überraschend kommt, waren Neuigkeiten rund um die iPad-Modelle erwartet worden. Apple frischt seine iPads üblicherweise im März eines jeden Jahres auf. Ob es im Frühjahr nun doch noch eine Produktpräsentation gibt, ist unklar. Apple wollte sich hier auf Anfrage nicht äussern. Am Dienstag meldete der Konzern lediglich, dass es künftig das iPad Air 2 nicht mehr geben wird. Es wird ersetzt durch das iPad – ohne jeden Namenszusatz.

Dafür macht Apple das Einstiegsgerät mit knapp 400 Euro zum günstigsten iPad. Das Vorgängermodell hat noch 430 Euro gekostet. An der Grösse des 9,7 Zoll grossen Displays hat sich nichts geändert. Allerdings steckt in dem neuen Tablet nun auch der neuere A9-Prozessor.

Schrumpfender Markt

Das iPad ist nun etwas dicker als das iPad Air, was vermutlich daran liegt, dass das Display des Einstiegsgerätes im Unterschied zum iPad Air nicht mehr komplett laminiert ist, also das Touchscreen-Panel mit dem Deckglas verklebt ist. Ein laminiertes Display ermöglicht es dem Nutzer, seinen Finger exakter auf der gewünschten Stelle zu positionieren.

Das neue iPad kommt in der günstigsten WLAN-Variante ohne Mobilfunkanbindung und mit 32 Gigabyte Speicher. Das günstigste iPad Mini kostet derzeit 480 Euro, hat jedoch 128 Gigabyte Speicher.

Apple kämpft mit seinen iPads in einem schrumpfenden globalen Tablet-Markt. Auch die Verkäufe des iPads, das 2010 eingeführt wurde, gehen seit einigen Jahren bereits zurück. Daran konnte auch die neue Modell-Variante iPad Pro nichts ändern, die sich auch mit einem Stift bedienen lässt und sogar ein Modell mit 12,9 Zoll grossem Display hat.

iMovie für Anfänger

Neben den neuen Geräten hat Apple auch eine neue App mit dem Namen «Clips» für iPhones und iPads angekündigt. Damit soll das Erstellen von Videos vereinfacht werden. Apple hat seinen Nutzern bisher schon iMovie dafür zur Verfügung gestellt, die aber für Anfänger eine Herausforderung sein kann. Clips verzichtet auf Funktionen wie eine Timeline.

Nutzer nehmen ihre Videos auf, können die Reihenfolge leicht verändern, Fotos und Musik hinzufügen und – als Besonderheit der App – Titel live aufnehmen, während sie das Video betrachten. Sprache wird dann mithilfe von Siri in Schrift verwandelt und landet im Video genau an der Stelle, an der die Wörter gesprochen wurden.

Die Schrift kann verändert, verschoben oder auch korrigiert werden. Clips gibt es ab Anfang April kostenlos für alle iPhones ab Modell 5S und iPads ab der Version iPad Mini 2.

Die Kontributoren sind externe Autoren und wurden von bilanz.ch sorgfältig ausgewählt. Ihre Meinung muss nicht mit der Meinung der Redaktion übereinstimmen.

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