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Welt & Wirtschaft 
Die Sanktionen gegen Russland zurücknehmen

Moskau: Der Staatshaushalt ist auf die Öl-Erlöse angewiesen.Keystone

Derzeit gibt es zu viel Öl auf dem Markt. Die Folge: Der Ölpreis sinkt. Für Russland und Saudi Arabien ist das ein Problem, soziale Unruhen könnten folgen. Die EU sollte reagieren.

Kommentar  
Von Werner-Josef Gartner
18.01.2016

Der Ölpreis fällt seit Monaten und inzwischen ist er zweitweise schon unter die Marke von 30 Dollar pro Barrel Öl von 159 Liter gerutscht. Es gibt derzeit zu viel Öl auf dem Markt und die Organization of the Petroleum Exporting Countries (OPEC) liefert sich ein Duell mit den anderen Öllieferanten, wie den Vereinigten Staaten von Amerika (USA), die neben den Ölquellen durch das Fracking eine zusätzliche Ölförderung besitzen. Darüber hinaus sind in den letzten Monaten gigantische Öllager aufgebaut worden, um die amerikanische Industrie mit Energie zu versorgen.

Trotz weltweiter Krisen ist es nicht zu einem Lieferengpass gekommen. Ganz im Gegenteil, der Preis für Öl ist immer mehr rückläufiger geworden. Saudi Arabien ist jedoch auf Einnahmen angewiesen, da ihr Haushalt zu über 90 Prozent davon getragen wird. Als grösster Öllieferant der Welt wird das Land die Förderung nicht zurückschrauben, da die Einnahmen auch zur Stabilisierung des Haushalts benötigt werden, da im Etat in Riad ursprünglich ein Ölpreis von 106 US-Dollar eingepreist wurde. Das Land auf der arabischen Halbinsel hatte in der Vergangenheit zu hohe Ausgaben für Luxusprojekte, die jetzt von der Regierung zurückgeschraubt werden.

Aber auch Russland benötigt die Erlöse aus dem Verkauf von Öl und Gas, denn der Staatshaushalt besteht zu über 50 Prozent der Einnahmen aus dem Energie-Verkauf. Die Europäische Union (EU) sowie Berlin sollten daher die auferlegten Sanktionen gegen Russland aufheben, um eventuelle soziale Unruhen zu vermeiden, denn die Bevölkerung ist seit Monaten der Leidtragende.

Die Kontributoren sind externe Autoren und wurden von bilanz.ch sorgfältig ausgewählt. Ihre Meinung muss nicht mit der Meinung der Redaktion übereinstimmen.

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