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Die Lufthansa-Piloten überspannen jeden Bogen

Streik: Die Airline hat wegen des Pilotenstreiks hunderte Flüge absagen müssen. Keystone

Bereits zum 14. Mal haben die Lusthansa-Piloten zum Streik aufgerufen. Dabei ruinieren sie nicht nur die Marke Deutschland, sondern überspannen auch jeglichen Bogen.

Kommentar  
Von Werner-Josef Gartner
06.12.2016

In den vergangenen Tagen hat sich eine Riesenwut auf das Personal der Lufthansa angestaut. Das Unternehmen zählt zu den weltweit renommiertesten Fluggesellschaften. Die Piloten der geschätzten Linie haben das Image der Marke Deutschland ruiniert und in Verruf gebracht. Mit ihrem neuerlichen Streik haben sie nicht nur die innerdeutschen sondern auch den internationalen Flugverkehr lahmgelegt und somit zu erheblichen Einschränkungen im Flugverkehr beigetragen.

Die eigenen Kollegen brüskiert

Mit ihrer Hemmungslosigkeit bei der Gehaltsforderungen und der zusätzlichen Erhöhung der Altersversorgung haben sie selbst ihre eigenen Kollegen vom Bodenpersonal brüskiert und herausgefordert. Sie demonstrierten in den vergangenen Tagen gegen den rücksichtslosen Kurs ihrer Piloten.

Mit den völlig überzogenen Ansprüchen um mehr Geld von über 20 Prozent haben sie jeden Kredit bei den Urlaubern und den reisenden Managern verloren. Der angerichtete Schaden für die Fluggesellschaft, aber insbesondere für das Unternehmen, durch die Arbeitsniederlegungen, ist immens. Viele Geschäftstermine vom Inland beziehungsweise vom Ausland konnten wegen der anhaltenden Streiks nicht wahrgenommen werden, da hundertausende Passagiere festsassen.

Es geht nicht ums Wohlbefinden der Kunden

Dabei scheint diese masslose Machtelite nicht mal von einem schlechten Gewissen geplagt zu sein. Sie sollten zum Schadenersatz herangezogen werden, wie verantwortungslose Manager, denn sie zählen mit ihren Gehältern zu dieser schamlosen Kaste. Ihnen geht es nicht um das Wohlbefinden ihrer Kunden und Passagiere sondern nur um ihre eigenen Taschen zu füllen.

Viele treue Kunden haben sich inzwischen wegen des gewaltigen Vertrauensverlustes von der Airline abgewendet. Sie werden künftig andere Gesellschaften bevorzugen und sind sicher nicht wieder so schnell als Fluggast zurückzugewinnen.

Gewerkschaften zeigen wenig Verantwortung

Die deutsche Bundesregierung und die verantwortlichen Minister haben sich beim nunmehr 14 Streik der Fluggesellschaft gerade nicht mit Ruhm bekleckert. Sie haben diesen gierigen Piloten nicht aufgezeigt, dass sie mit ihrer Verantwortungslosigkeit nicht nur ihren eigenen Arbeitsplatz, sondern auch das Image von Deutschland beschädigen.

Streik ist bekanntlich ein Mittel seine Ansprüche einzufordern und am Ende durchzusetzen. Die Gewerkschaften zeigen aber wenig Verantwortung für den Fortbestand des Unternehmens, da sie diesem Treiben zusehen beziehungsweise mit anfeuern.

Bis zu 350'000 Euro im Jahr

Beim Flugpersonal sieht es bekanntlich anders aus, da diese Mitarbeiter nicht von anderen Zeitgenossen einfach ersetzt werden können, da sie einen speziell ausgebildeten Job haben. Über Jahre werden sie von Unternehmen und mit Steuergeldern gedrillt, bevor sie im Cockpit eines Flugzeuges Platz nehmen dürfen. Mit fünfstelligen Eintrittsgehältern am Anfang ihrer Karriere können bis zu 350'000 Euro im Jahr verdienen. Sie zählen somit zu den gutverdienenden Gehaltsempfängern. Sie gehören zur Elite der Arbeitnehmer, denen von grossen Teilen der Bevölkerung eine Wertschätzung entgegengebracht wird.

Mit ihren masslosen Forderungen haben sie jedoch jeden Bogen überspannt. Mancher Pilot erhält im Rentenalter immerhin einen sechsstelligen Euro-Betrag. Für viele ihrer Passagiere ist dies im Alter nicht selbstverständlich, zumal das Flugpersonal schon mit 55 Jahren in Rente geht. Es ist zu hoffen, dass die Gewerkschaften und Piloten in den nächsten Tagen Einsicht zeigen und nicht weiter ihre Kunden vergraulen und die Existenz des Unternehmens gefährden.

Die Kontributoren sind externe Autoren und wurden von bilanz.ch sorgfältig ausgewählt. Ihre Meinung muss nicht mit der Meinung der Redaktion übereinstimmen.

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