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Welt & Wirtschaft 
Die Eurozone im Aufschwung

François Hollande: Es hat gedauert, bis die versprochenen Reformen umgesetzt wurden.Keystone

In Europa herrscht Aufschwungstimmung: Insbesondere Spanien, Frankreich und Italien haben aufgeholt. Der bisherigen Wirtschaftslokomotive geht hingegen der Dampf aus.

Kommentar  
Von Werner-Josef Gartner
19.05.2015

Der leichte Aufschwung in Europa ist unübersehbar. Insbesondere Spanien, Frankreich, Italien und Deutschland haben in den ersten Monaten dieses Jahres kräftig aufgeholt. Die positiven Wachstumsraten stimmen die Eurozone zuversichtlich.

Frankreich hat in diesem Zeitraum die erfreulichsten Zahlen geliefert, zumal noch Ende des vergangenen Jahres man sich um Paris grosse Sorgen machte. Es hat lange im Elysée-Palast gedauert, bis die versprochenen Reformen umgesetzt wurden, aber jetzt ist die sozialistische Regierung auf einem guten Weg. Ebenso Spanien, das gewaltige Schwierigkeiten hatte die Reformen umzusetzen kommt auf dem Wachstumspfad gut voran und konnte mit einem Zuwachs von fast einem Prozent im den ersten drei Monaten aufwarten. Italien sucht noch seinen Weg, zwischen Reformen und eignem Bemühen der Unternehmen.

Ein Teil der anziehenden Konjunktur kommt auch von den niedrigen Zinsen und günstigen Ölpreisen her. Aber auch die Europäische Zentralbank hat mit dem Ankauf von Staatsanleihen zur Verbesserung beigetragen. Der bisherigen Wirtschaftslokomotive ging hingegen der Dampf aus. Deutschland konnte in den zurückliegenden Monaten nur noch mit 0,3 Prozent wachsen.

Der Grund liegt auch daran, dass Deutschland als Import-Weltmeister so viele Waren eingekauft hat wie nie zuvor, die erst jetzt in fertige Produkte bearbeitet werden. Daher ist zu erwarten, dass das zweite Quartal einen erneuten Wachstumsschub mit sich bringt, zumal auch der Staat Investitionsprogramme anschieben will.

Allein das Sorgenkind Griechenland hat wiederholt ein Negativwachstum aufzuweisen. Die Wirtschaft rutscht weiter in die Rezession. Die Regierung in Athen hat mächtig dazu beigetragen, da sie Unternehmen sowie die eigene Bevölkerung mit ihrem dilettantischen Vorgehen in Brüssel verunsichert hat.

Die Kontributoren sind externe Autoren und wurden von bilanz.ch sorgfältig ausgewählt. Ihre Meinung muss nicht mit der Meinung der Redaktion übereinstimmen.

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