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Das Samsung Note 8 ist eine Art Wiedergutmachung

Das Samsung Note 8 ist eine Art Wiedergutmachung
Neuheit: Das Samsung Note 8 lässt sich mit einem Stift bedienen. Keystone

Das Samsung Note 7 endete wegen seiner brennenden Akkus in einem Desaster. Mit dem Nachfolger will der Konzern es besser machen: Das Note 8 hat alles zu bieten, was die Technik derzeit herzugeben hat.

Kommentar  
Von Thomas Heuzeroth
2017-08-25

Die Herausforderung für Samsung könnte grösser kaum sein. Denn das neuste Smartphone, das die Südkoreaner am Mittwoch in New York vorgestellt haben, muss gleich zwei Aufgaben erfüllen: Es soll das Desaster der brennenden Akkus des Vorgängermodells vergessen machen und zugleich Apples nächstem iPhone-Modell Paroli bieten.

Das dürfte auch der Grund für das «Unpacked»-Event in New York gewesen sein, auf dem das Flagschiff-Smartphone Note 8 erstmals der Öffentlichkeit präsentiert wurde. Offenbar hat es der Konzern eilig, denn schon in einer Woche hat Samsung erneut die Weltpresse zu Gast. Zum Auftakt der Technikmesse Ifa hat das Unternehmen zur Präsentation seiner Neuheiten ins Berliner Tempodrom geladen, wo in der Vergangenheit bereits mehrere Unpacked-Präsentationen stattgefunden hatten.

Auch Samsung baut zweite Rückkamera ein

Grund für die Hektik ist schlichtweg die Konkurrenz. Apple wird sein neues iPhone voraussichtlich noch im September vorstellen und bald darauf in die Geschäfte bringen. Samsung will seinem Wettbewerber zuvor kommen. Jeder Tag zählt. Verkaufsstart ist der 15. September.

Was Samsung in New York zeigte, war schon in den Wochen vor der Präsentation häppchenweise an die Öffentlichkeit durchgesickert. Die Südkoreaner haben den derzeit schnellsten Qualcomm-Prozessor Snapdragon 835 verbaut, allerdings nur für Geräte in den USA. In Europa wird das Note 8 einen hauseigenen Exynos-Chip haben, der dem Snapdragon allerdings nicht nachsteht.

Zum ersten Mal hat Samsung sein Note mit zwei Kameras an der Rückseite ausgestattet. Inzwischen ist die Doppelkamera an der Rückseite wohl eher ein Standard, der bereits bei Apple, Huawei, LG, OnePlus, Nokia und anderen zu finden ist. Nun eben auch bei Samsung. Beim Note 8 sind es zwei Zwölf-Megapixel-Kameras. Eine davon entspricht einem Weitwinkel-Objektiv, die andere einem leichten Teleobjektiv.

Grosses Display, grosser Speicher, grosse Batterie

Wie auch bei anderen Herstellern kann das Note 8 nun Fotos mit einem Bokeh-Effekt aufnehmen, den man von Spiegelreflexkameras kennt. Dabei wird der Vordergrund scharf dargestellt, der Hintergrund unscharf. Ausserdem können Nutzer in den Einstellungen eine Dual-Aufnahme aktivieren. Dann machen bei Auslösen beide Kameras ein Foto, der Nutzer kann später zwischen ihnen wählen.

Die Südkoreaner bleiben ihrem Modell-Konzept treu. Das Note 8 ist grösser als das Galaxy S8 und es lässt sich mit einem Stift bedienen. Das Super-Amole-Display ist 6,3 Zoll gross. Wie schon beim S8 hat auch das Note 8 ein Infinity-Display. Samsung umschreibt damit ein Bildschirm, der an den Seiten keinen und an der Ober- und Unterseite nur einen kleinen Rand hat. Als nächstes dürften auch diese Ränder fallen, doch so weit scheint Samsung noch nicht zu sein.

Das Note 8 hat damit alles zu bieten, was die Technik derzeit so herzugeben hat: grosses Display, grosser Speicher, grosse Batterie, die auch kabellos geladen werden kann und ein schneller Prozessor. Ausserdem ist das Note 8 ebenso wie der Stift wasserdicht. In Deutschland wird es das Gerät mit 64 Gigabyte Speicher in Schwarz und Gold geben. Nutzer können entweder den Speicher mit einer Speicherkarte erweitern oder eine zweite Sim-Karte einlegen. Beide Varianten wird es hierzulande zu kaufen geben.

Note 8 als eine Art Wiedergutmachung

Wer bis zum 14. September vorbestellt, bekommt eine DeX-Station zum Note 8 dazu, mit der sich das Gerät mit einer Tastatur und einem externen Bildschirm verbinden lässt. Nutzer können das Smartphone dann als Computerersatz nutzen, um beispielsweise Texte zu schreiben.

Samsung ist natürlich zuversichtlich, dass der Akku dieses Mal keine Enttäuschung wird. Das Note 7 endete wegen seiner Batterie in einem Desaster. Die Akkus fingen Feuer, Samsung musste alle Geräte zurückrufen und ging monatelang in den Krisenmodus. Fünf Milliarden Dollar Verlust und viel Häme waren das Ergebnis. Somit ist das Note 8 auch eine Art Wiedergutmachung. Doch schon mit dem Galaxy S8 hat der Konzern gezeigt, dass er bei Technik und Design an der Weltspitze spielt. Wirklich gefährlich kann Samsung hier nur Apple werden.

Die Erwartungen für das neue iPhone sind riesig. Zum ersten Mal soll Apple ein fast randloses Oled-Display verbauen. Ausserdem soll das Gerät die Gesichtserkennung und das drahtlose Laden unterstützen. Damit dürfte es dem Note 8 sehr nahe kommen.

Samsung zeigt mit dem Note 8 auch, dass der Konzern weiter handlungs- und innovationsfähig ist, obwohl es Probleme im Top-Management gibt: Samsung-Erbe Lee Jae Yong muss wegen Bestechung für fünf Jahre ins Gefängnis.

Die Kontributoren sind externe Autoren und wurden von bilanz.ch sorgfältig ausgewählt. Ihre Meinung muss nicht mit der Meinung der Redaktion übereinstimmen.

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