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Aufwind für Öl dank US-Verknappung

Aufwind für Öl dank US-Verknappung
Energiesektor: Erstmals seit Wochen stehen Werte im Plus.  Keystone

Bei Öl sorgt eine Drosselung für den erhofften Aufschwung. Positives Momentum auch für Gold, hier wegen Sorgen vor einer Rezession und niedrigen Leitzinsen. Seitwärts dürfte es weitergehen.

Kommentar  
Von Ole Sloth Hansen
2016-03-06

Der Energiesektor trotzte in der vergangenen Woche einem neuen 17-Jahrestief bei Gas und verzeichnete mit 5,2 Prozent sein erstes Plus in vier Wochen. Gründe dafür finden sich namentlich in der Kürzung der US-Produktion bei Öl und der anhaltenden Diskussion unter Produzenten über eine Förderdrosselung. Angetrieben vom Energie- und Agrarrohstoffsektor stieg der Bloomberg-Rohstoffindex zudem zum ersten Mal seit vier Wochen und rangiert nun 5 Prozent über seinem Rekordtief vom Januar 2016.

Gold bewegte sich in der vergangenen Woche seitwärts. Dies nachdem wochenlange Zukäufe für einen allgemeinen Stimmungsumschwung gesorgt hatten. Sorgen vor einer Rezession und niedrige Leitzinsen haben ein positives Momentum für Gold geschaffen. Das führte zu massiven Zukäufen durch ETFs.

Wie lange hält die Rallye an?

Auch schon zu Beginn des Jahres 2015 hatte Gold durch den sogenannten Frankenschock und das Quantitative Easing der Europäischen Zentralbank starke Gewinne verzeichnet. In der Folge stellt sich die Frage, ob es sich auch bei der aktuellen Rallye nur um eine kurzfristige Entwicklung handelt. Die derzeitigen Entwicklungen an den Märkten deuten tatsächlich auf einen Stimmungswandel zugunsten von Edelmetallen hin. Die Zinswende in den USA sowie der Preisverfall bei Öl und globalen Aktien haben die Nachfrage nach dem gelben Metall erneut angefeuert.

Rohöl befindet sich derzeit weiter auf Konsolidierungskurs. Die jüngsten Daten zum Bruttoinlandsprodukt in den USA sind besser ausgefallen als erwartet. Das sorgte bei den Ölbenchmarken WTI und Brent für Kursgewinne. Beide kletterten auf ihre Schlüsselwiderstände von 34,80 beziehungsweise 36,75 Dollar pro Barrel.

Von kürzerer Dauer

Da von einem Rückgang der globalen Überproduktion nicht vor 2017 zu rechnen ist, unterstützen die Fundamentaldaten derzeit nicht die These einer möglichen längeren Preisrallye. Bei Öl existiert derzeit ein immenser Fokus auf Short- und auch auf Longtrades. Insofern dürfte jeder Ausbruch aus der bislang vorherrschenden Preisspanne eine Reaktion und eine mögliche Überschreitung zur Folge haben.

Die Kontributoren sind externe Autoren und wurden von bilanz.ch sorgfältig ausgewählt. Ihre Meinung muss nicht mit der Meinung der Redaktion übereinstimmen.

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