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Tauziehen USA-Iran 
Zentrale Wasserwege: Hier wird Erdöl transportiert

Meerenge von Hormus
Meerenge von Hormus: Wichtige Wasserwege im Erdöltransport. Quelle: Keystone

Erdöl wird über wenige Meerengen weltweit befördert. Bei der wichtigsten droht Iran mit einer Blockade. Ein Überblick.

Veröffentlicht 09.07.2018

Die iranischen Revolutionsgarden drohen mit einer Blockade der Strasse von Hormus, falls die USA Erdölexporte der Islamischen Republik verbieten. Die Meerenge an der Ausfahrt aus dem Persischen Golf ist eines von sieben maritimen Nadelöhren, deren Sperrung die Ölversorgung weltweit ins Stocken bringen und die Preise in die Höhe treiben kann. Es folgt ein Überblick:

Strasse von Hormus

Rund 18,5 Millionen Barrel (jeweils 159 Liter) Rohöl und Ölprodukte wurden 2016 pro Tag durch die Strasse von Hormus transportiert. Die Meerenge zwischen dem Iran und Oman ist damit nach Angaben der US-Energieinformationsbehörde EIA das wichtigste maritime Nadelöhr für die globale Erdölversorgung. Knapp ein Drittel des 2015 weltweit verschifften Öls und aller Ölprodukte passierten demnach die Strasse von Hormus. Die EIA schätzt, dass etwa 80 Prozent des Rohöls für Asien bestimmt ist. Grösste Abnehmer dort sind China, Japan, Indien, Südkorea und Singapur.

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Nur Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) verfügten dem EIA-Bericht vom Juli 2017 zufolge über Pipelines mit zusätzlichen Kapazitäten, um die Verschiffung durch die Meerenge zu umgehen. Die saudische Leitung durchquert das Land von Ost nach West und endet am Roten Meer, die VAE-Pipeline führt an den Golf von Oman. Katar exportierte laut einer Untersuchung des Ölkonzerns BP 2016 etwa 3,7 Billionen Kubikmeter Flüssiggas durch die Strasse von Hormus, mehr als 30 Prozent des weltweit gehandelten Volumens.

Strasse von Malakka

Die Meerenge zwischen Indonesien und Malaysia ist die kürzeste Seeroute zwischen dem Persischen Golf und Asien. 16 Millionen Barrel Öl pro Tag wurden 2016 hier laut EIA transportiert. In der Vergangenheit bedrohten immer wieder Piraten die Schifffahrt. Würde die Strasse von Malakka blockiert, müsste fast die Hälfte der Weltflotte einen Umweg um Indonesien fahren, was Zeit und Geld kosten sowie die Transportkapazitäten verknappen und damit die Preise nach oben treiben würde.

Suez-Kanal

 

Erweiterung des Suez-Kanals: Auch auf diesem Wege findet Erdöl zu seinen Abnehmern.

Durch den Kanal in Ägypten, der das Rote Meer mit dem Mittelmeer verbindet, wurden 2016 5,5 Millionen Barrel Öl pro Tag transportiert. Hauptkunden sind Europäer und Nordamerikaner. Zudem führt die Sumed-Pipeline ans Mittelmeer. Würde der Suez-Kanal blockiert, müssten Schiffe einen Umweg von 4300 Kilometer um die Südspitze von Afrika fahren. Dies würde die Fahrt nach Europa um 15 Tage und in die USA um bis zu zehn Tage verlängern.

Bab El-Mandab

Die Meerenge liegt am Horn von Afrika an der Einfahrt vom Indischen Ozean ins Rote Meer. 2016 wurden 4,8 Millionen Barrel Öl pro Tag durch sie verschifft. Im Falle einer Blockade müssten die Tanker den Umweg über die Südspitze von Afrika nehmen. Die Region war in der Vergangenheit stark von Piraterie betroffen. Auch die Bundeswehr ist deshalb dort im Einsatz.

Bosporus

Durch die Meerenge in der Türkei werden pro Tag 2,4 Millionen Barrel Öl aus Russland und vom Kaspischen Meer in Richtung Europa transportiert. Das Volumen fällt stetig, da Russland verstärkt die Pipelines Richtung Ostsee nutzt.

Kattegat/Skagerak

Die Meerenge zwischen Ost- und Nordsee ist eine wichtige Route für russische Erdölexporte nach Europa. 2016 wurden etwa 3,2 Millionen Barrel Öl pro Tag durch sie verschifft.

Panama-Kanal

Der Panama-Kanal verbindet den Atlantik mit dem Pazifik, wird aber weniger für den Öltransport genutzt. 0,9 Millionen Barrel Öl und Ölprodukte pro Tag passierten ihn 2016.

(reuters/me)