Keine andere Aktie im Dow Jones zeigt derzeit vergleichbare Sprintqualitäten wie Nike. Nach Veröffentlichung der jüngsten Quartalszahlen kletterte die Aktie des Sportartikelherstellers auf ein neues Rekordhoch. Seit Jahresbeginn summiert sich der Wertzuwachs bereits auf fast 30 Prozent. Der US-Konzern scheint derzeit immun gegen die Sorgen über die chinesische Wirtschaft zu sein. Mit gutem Grund: Allein im Reich der Mitte konnte Nike ihre Erlöse im abgelaufenen Vierteljahr um 30 Prozent steigern, der Betriebsgewinn kletterte dort sogar um 51 Prozent.

Auf Konzernebene überraschte das Unternehmen mit einem Gewinnanstieg um 23 Prozent. Damit wies Nike nicht nur erneut ein Rekordquartal aus, sondern übertraf zum neunten Mal in Folge die Erwartungen der Analysten. In Folge gab es jede Menge Kaufempfehlungen und Erhöhungen der Kursziele. Das grösste Potenzial für Nike sieht die US-Investmentbank Goldman Sachs, die ihr Kursziel von 141 auf 152 US-Dollar erhöht hat. Das entspricht einem Kurspotenzial von weiteren 25 Prozent. Dass die Geschäfte bei Nike auch in nächster Zukunft rund laufen werden, scheint durch die anstehenden Olympischen Sommerspiele in Rio de Janeiro im 2016 fast schon sicher zu sein.

Privilegierte Marken-Konzerne

Starke Marken wie Nike haben einen Vorteil gegenüber «No-Name»-Produkten: Sie sind in der Werbung und im allgemeinen Leben omnipräsent und haben sich über Jahre oder Jahrzehnte hinweg eine weltumspannende Kundschaft aufgebaut. In den hart umkämpften Märkten ist eine starke Marke oftmals der Schlüssel zum Erfolg für ein Unternehmen. Untersuchungen zeigen aber auch, dass starke Marken nicht nur in wirtschaftlichen Aufschwüngen von ihrem guten Ruf profitieren, sie leiden in schwierigen Phasen auch weniger als andere – wie das Beispiel Nike im aktuell anspruchsvollen Umfeld eindrucksvoll beweist.

Informationen darüber, wer die weltweit wertvollsten Marken sind, liefert BrandZ, ein Gemeinschaftsprojekt von WPP und Millward Brown. Seit einem Jahrzehnt veröffentlichen die beiden Jahr für Jahr die «BrandZ Top 100 Most Valuable Global Brands»-Liste. Ihren Berechnungen nach erhöhte sich der gesamte Wert der 100 Marken von 2006 bis 2015 um 126 Prozent auf 3,3 Billionen Dollar. Allein in diesem Jahr hat es ein Plus von 14 Prozent gegeben. Dominiert werden die vorderen Ränge von US-Konzernen: Alle Top-Ten-Unternehmen haben ihren Sitz in den USA.

Der wertvollste Apfel

Platz eins besetzt erneut Apple, deren «Brand Value» von 2014 auf 2015 um satte 67 Prozent auf 247 Milliarden Dollar gestiegen ist. An der Börse ist der Kultkonzern hingegen zuletzt nicht so schnell vorangekommen. Auf Sicht von zwölf Monaten verteuerte sich Apple nur um rund 8 Prozent. Sorgen darüber, ob Apple ihr hohes Wachstum auch in Zukunft wird halten können, bremsten den jahrelangen Aufwärtstrend etwas aus, doch scheinen die Befürchtungen unbegründet zu sein, wie der Start der neuen iPhone-Modelle zeigt. Das Unternehmen übertraf am ersten Wochenende den Rekord des vergangenen Jahres von zehn Millionen verkauften Geräten deutlich. In den ersten drei Tagen gingen 13 Millionen 6s- und 6s-Plus-iPhones über den Ladentisch.

Apple verlässt sich aber nicht nur auf ihr Smartphone, auch die Smartwatch und das iPad sollen den Konzern auf Erfolgskurs halten. Dabei zieht Apple aktuell eine neue Tablet-Karte: Mit dem grösseren und leistungsstärkeren iPad Pro sollen die Geschäftskunden verstärkt ins Visier genommen werden. Das verspricht Potenzial, erzielt Apple doch in diesem Bereich Schätzungen zufolge erst einen Zehntel ihrer jährlichen Umsätze. Die Apple-Aktie hat damit beste Chancen, ihren übergeordneten Aufwärtstrend auch in Zukunft zu erhalten.

Facebook – eine Wertexplosion

Über eine knappe Markenwert-Verdoppelung darf sich Jungunternehmer Mark Zuckerberg freuen. Das Marktforschungsinstitut Millward Brown taxiert den Wert der Marke Facebook auf 71,1 Milliarden Dollar. Damit ist mehr als ein Drittel der Börsenkapitalisierung des Konzerns allein durch den Markenwert gedeckt.

Das soziale Netzwerk zeigt sich ebenso wie Nike unbeeindruckt vom aktuellen Weltgeschehen. Durch den China-Börsencrash ging die Aktie nahezu unbeschadet, und auch auf operativer Ebene sind keine Einbussen zu erkennen. Im Gegenteil: Facebook konnte auch im zweiten Quartal wieder überzeugen. Laut J.P.-Morgan-Analyst Doug Anmuth konzentriert sich das Unternehmen weiterhin auf die Ausgewogenheit von Wachstum und Investitionen, was sich seiner Ansicht nach in den kommenden Quartalen auszahlen dürfte. Mit der positiven Einschätzung steht Doug nicht allein: Der Analystenkonsens verleiht der Facebook-Aktie derzeit ein klares «Outperform»-Rating.

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