Gut, BMW verspürt Gegenwind etwa in China und verzeichnete im ersten Halbjahr einen Rückgang seiner Marge im Autogeschäft. Der Absatz des Münchner Autobauers im Reich der Mitte fiel im Juli um 6 Prozent. Auch Audi schwächelt im Reich der Mitte. Im vergangenen Monat verkaufte der Premiumhersteller im Volkswagenkonzern in China 12,5 Prozent weniger PKWs. Insgesamt wird wohl der Automarkt in China in diesem Jahr nicht mehr so stark wachsen wie noch bis vor kurzem erhofft.

Experten haben die Absatzprognose für das Land von einem Plus von 7 Prozent erst vor wenigen Wochen auf nur noch +3 Prozent gesenkt. Dabei stiegen die Autoverkäufe im Reich der Mitte trotz eines Rückgangs von 2,5 Prozent auf 1,3 Millionen Fahrzeuge im Juli in den ersten sieben Monaten immer noch um 6,9 Prozent. Plus ist Plus und vor allem: Ein Konzern zeigt sich derzeit von der allgemeinen China-Autoabsatzschwäche völlig unbeeindruckt: Daimler. Im Juli steigerte der Konzern aus Stuttgart die Zahl der verkauften Mercedes-Benz-Fahrzeuge in China um 41,5 Prozent auf knapp 30'000 Stück. Grund für den Anstieg war neben der Einführung einer Reihe neuer Modelle auch eine Expansion im Händlernetz.

Daimler ist auf Rekordjagd …

Derzeit läuft es wirklich rund beim DAX-Konzern aus dem «Schwabenländle». Im zweiten Quartal steigerte Daimler den Fahrzeugabsatz im Gesamtkonzern um 14 Prozent auf 714'800 Stück. Der Umsatz kletterte dabei um 19 Prozent auf 37,5 Milliarden Euro, und das operative Ergebnis legte sogar um 54 Prozent zu. Auch zu diesem Erfolg beigetragen, haben neue Modelle und auch die margenstarken SUVs – die bekannten Geländewagen. Für das Gesamtjahr kündigte Firmenchef Dieter Zetsche bei der Präsentation der Zahlen vor einigen Wochen einen neuen Rekord bei Umsatz und Gewinn an.

Wie vom Manager prognostiziert, setzte sich die Rekordjagd der Stuttgarter im Juli fort. Erstmals in der Firmengeschichte konnte Daimler in den ersten sieben Monaten eines Jahres mehr als 1,0 Millionen Autos verkaufen. Konkret lag das Plus seit dem Jahresanfang bei 15,7 Prozent und führte zu einem Umsatz von 1,1 Millionen Autos. Neben den erwähnten starken Zuwächsen in China gab es im Juli auch in Europa einen deutlichen Anstieg im Absatz um 11,6 Prozent. Lediglich in den USA lag der Zuwachs bei moderaten 1,2 Prozent. Spannend dürfte der September und Herbst insgesamt werden. Da kommt nämlich nicht nur die neue A-Klasse auf den Markt, sondern auch noch zwei weitere SUV-Modelle.

… der aktuelle Kursrückschlag könnte übertrieben sein

Nimmt man die Vorgaben von Zetsche für dieses Jahr, dann könnte der Gewinn des Unternehmens im Bereich von 8,0 Euro je Aktie liegen. Der Konsens der Analysten erwartet deshalb beim DAX-Mitglied nicht nur ein 9er-KGV, sondern auch eine Anhebung der Dividende auf rund 2,90 Euro.

Angesichts der starken bisherigen Jahreszahlen und der guten Werte in China, insbesondere auch im Vergleich zur Konkurrenz, – was den Ausbau der Marktposition bedeutet – ist jetzt allerdings der Kursrückschlag der Daimler-Aktie um 15 Prozent innerhalb von nur zehn Tagen schon enorm hoch.  

Daimler-Investment – ein Sprinter ist die erste Wahl

Anleger können deshalb jetzt zum einen mit der Aktie darauf setzen, dass es sich hier nur um eine Übertreibung handelt und dass der Kurs schon bald wieder nach oben drehen wird. Oder aber sie greifen zu einem Sprint-Zertifikat auf den Autobauer. Das hat den gewaltigen Vorteil, dass mit dem Zertifikat auf der einen Seite kaum grössere Verluste drohen als beim Direktinvestment, andererseits winken aber deutlich höhere Gewinne.

Konkret sieht es mit dem Sprinter (DE000SG9L9X4, Laufzeit 16.9.16, Basispreis 87,0 Euro, Cap 97,44 Euro, Gewinnmultiplikator bis zum Cap: 3, maximaler Rückzahlungsbetrag 118,32 Euro) folgendermassen aus: Zertifikat und Aktie kosten im Moment mit jeweils rund 71,50 Euro ziemlich exakt gleich viel. Der Dreh ist folgender: Steigt Daimler auf den Cap von 97,44 Euro, dann wird die Differenz zwischen der Basis des Sprinters bei 87,0 Euro und dem Cap mit Faktor drei gewichtet.

Insgesamt ergibt sich daraus ein maximaler Auszahlungsbetrag mit dem Zertifikat bis zum Laufzeitende im September 2016 von 118,32 Euro. Vom jetzigen Level aus wären da im Idealfall 65,5 Prozent Gewinn drin. Dafür muss die Daimler-Aktie allerdings nicht auf 118,32 Euro klettern, sondern nur auf 97,0 Euro.

Das bedeutet: Während Daimler-Aktionäre mit der Aktie bei einem Kursanstieg auf 97,0 Euro einen Gewinn von 35,7 Prozent verbuchen würden, ist das Plus der Sprinter-Besitzer rund doppelt so hoch. Nach unten hingegen läuft das Zertifikat in etwa wie die Aktie. Höhere Chancen, gleiche Risiken – das spricht klar für den Sprinter. Einziger kleiner Wermutstropfen: Die hohe Dividende geht am Sprinter vorbei.

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