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Wall Street schliesst vor Obama-Rede im Minus

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Die US-Märkte haben kurz vor einer mit grosser Spannung erwarteten Rede des US-Präsidenten nachgegeben. Eine enttäuschende Ansprache von Fed-Chef Bernanke sowie die trüben Wachstumsprognosen der EZB wirkten sich negativ aus.

Veröffentlicht 09.09.2011

Die Anleger hofften zwar, dass Barack Obama ein hunderte Milliarden Dollar schweres Jobprogramm zur Ankurbelung des Arbeitsmarktes ankündigen wird. Notenbank-Chef Ben Bernanke aber erteilte den Optimisten einen Dämpfer, da er in einer Rede vor Volkswirten keine konkreten neue Pläne vorgestellt hatte, wie die Wirtschaft in den USA angekurbelt werden könnte.

Auch andere Konjunkturnachrichten gaben wenig Grund zur Freude: So war die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der vergangenen Woche überraschend gestiegen. Zudem enttäuschte die Europäische Zentralbank die Anleger mit ihrem unveränderten Leitzinsniveau und betonte überdies auch Wachstumsrisiken.

In dieser unübersichtliche Situation fiel der Dow Jones Industrial nach dem starken Vortag um 1,04 Prozent auf 11’295,81 Punkte. Der breiter gefasste S&P 500 sank um 1,06 Prozent auf 1185,90 Punkte. An der Technologiebörse Nasdaq fielen die Verluste geringer aus: So gab der Composite-Index nur um 0,78 Prozent nach auf 2529,14 Punkte. Der Auswahlindex Nasdaq 100 sank um 0,43 Prozent auf 2214,29 Punkte.

Finanzwerte sehr schwach

Gemieden wurden einmal mehr die konjunktursensiblen Finanzwerte. Die Titel von JPMorgan etwa büssten am Indexende 3,76 Prozent auf 33,51 US-Dollar ein. Die Anteilsscheine der Bank of America folgen als zweitschwächster Wert mit einem Abschlag von 3,74 Prozent.

Unter den Technologiewerten im Dow aber stiegen die Titel des Netzwerkausrüsters Cisco Systems um 2,58 Prozent auf 16,29 Dollar und setzten sich damit an die Indexspitze. Ein Investmenthaus hatte die Titel zum Kauf empfohlen. Die Microsoft-Papiere zogen um 0,88 Prozent an.

Apple und Google im Fokus

Der Patentstreit in der Mobilfunk-Branche erreichte eine neue Eskalationsstufe. Der taiwanische Smartphone- und Tablet-Hersteller HTC ergänzte seine Klagen gegen den Rivalen Apple um neue Patente, die gerade erst dem Internet-Konzern Google abgekauft wurden. Apple und HTC werfen sich im mehreren Verfahren gegenseitig Patentverletzungen vor. Gleichwohl notierten sowohl die Papiere von Apple als auch die von Google etwa 0,1 Prozent im Plus und schlugen sich damit besser als der Gesamtmarkt.

Zudem machte Google einen weiteren Schritt in Richtung lokale Internetangebote. Der Suchmaschinen-Primus übernahm den bekannten Restaurantführer Zagat, der vor allem in den USA weit verbreitet ist.

Warten auf  Xarelto-Entscheidung

Am Abend steht noch eine mit Spannung erwartete Entscheidung zum Medikament Xarelto auf dem Plan. Ein unabhängiges Beratergremium der US Zulassungsbehörde FDA (AdCom) trifft sich, um über eine Zulassungsempfehlung des Gerinnungshemmer-Medikaments von Bayer und US-Partner Johnson & Johnson zu beraten. Am Dienstag hatten Prüfer vor der Sitzung des AdCom empfohlen, beim Zulassungsantrag für den Wirkstoff Rivaroxaban für die Indikationen Prävention von Schlaganfällen und systemischen Embolien bei Patienten mit Vorhofflimmern noch Informationen einzufordern. Zuletzt sanken die Aktien von Johnson & Johnson um 0,73 Prozent. In Frankfurt fielen die Bayer-Anteilsscheine um 0,20 Prozent.
(rcv/awp)

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