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Versicherungen: Wer zu viel wagt, der bezahlt

Der finanzielle Schutz fürs Downhill Biking kostet bei Generali 50 Franken im Monat.

Versicherer können ihre Leistungen an Risikosportler um bis zu 50 Prozent kürzen. Besser, man erkundigt sich vor dem Ernstfall, wie man trotzdem finanziellen Schutz erhält.

Von Harry Büsser
23.07.2013

Wenn Biker auf einer steilen Rennstrecke verunfallen, können ihnen die Versicherungen die Leistungen um die Hälfte kürzen. Denn Downhill Biking gehört ­gemäss Unfallversicherungsgesetz (UVG) zu den absoluten Wagnissen, die auch nicht durch Vorsichtsmassnahmen der Risikosportler ­relativiert werden. Ebenfalls gekürzt werden Leistungen bei sogenannt relativen Wagnissen, wenn die üblichen Regeln in schwerwiegender Weise missachtet werden. Darunter fällt etwa Bergsteigen abseits markierter Wege bei schwerer Missachtung der üblichen Vorsichtsgebote.

Massgeschneidertes Produkt für Risikosportler

«Risikosportler sollten sich erkundigen, wie ihre Versicherungen die ausgeübte Sportart decken», sagt Stephan Wirz, Mitglied der Geschäftsleitung des Maklerzentrums Schweiz. Falls keine Deckung vorhanden ist, empfiehlt er, eine spezifische Versicherung abzuschliessen. Die Groupe Mutuel bietet ­beispielsweise ein massgeschneidertes Produkt für Risikosportler an. Sie deckt Unfälle aus folgenden Sportarten, wenn sie unter normalen Bedingungen aus­geübt werden: Bungee Jumping, Tauchen (bis zu 40 Metern Tiefe), Hydrospeed, Canyoning, River Rafting, Fallschirmspringen und Gleitschirmfliegen. Für 10 bis 15 Franken pro Monat übernimmt die Groupe Mutuel in Ergänzung zum UVG etwa die stationäre Behandlung im ­Einzelzimmer, ästhetische Chirurgie bei Spätfolgen eines Unfalls, Transport-, ­Rettungs- und Repatriierungskosten.

Extremsportarten gedeckt

Ähnlich im Preis, aber noch ­umfassender ist die Unfallzusatzversicherung von Visana: Gemäss Vertrags­bedingungen verzichtet die Visana auf Leistungskürzungen bei schuldhafter Herbeiführung eines Unfalls und bei Wagnissen. «Auch die Generali hat mit Allegra ein sehr gutes Produkt», sagt Wirz. Dort wird auf Kürzungen bei Grobfahrlässigkeit und Wagnissen verzichtet, und gemäss Fact­sheet sind insbesondere Extremsportarten gedeckt. Dieses Produkt kostet rund 50 Franken pro Monat und ist damit wesentlich teurer als jene von Visana und Groupe Mutel. Generali bietet dafür aber auch ein Invaliditäts- und Todesfallkapital sowie ein Spitaltaggeld an. «Für Risikosportler, die nicht nur Spitalkosten, sondern auch die Erwerbsunfähigkeit absichern möchten, ist dieses Produkt ideal», sagt Wirz. 

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