1. Home
  2. Invest
  3. Ranking: Das sind die Top-Banker 2018

Banker-Ranking 
Top Banker 2018: Umbruch und neue Köpfe

Der Haupsitz ist an der Gotthardstrasse 41 in Zürich
Zeno Staub: Der Chef der Zürcher Privatbank Vontobel ist der Banker des Jahres 2018.Quelle: René Ruis Fotograf Switzerland +41 76 397 20 94 mail@reneruis.ch

Von Raiffeisen bis Julius Bär – auf vielen ­Schlüsselpositionen gab es Wechsel. Wer sind die Neuen im Jahr 2018?

Erik Nolmans
Von Erik Nolmans
24.10.2018

Mit genau einem Dutzend Neuzugängen präsentiert sich der grosse Sesseltanz 2018 weniger spektakulär als in den Vorjahren, als im Schnitt mindestens 20 Prozent der Namen neu waren. Das grösste Augenmerk lag zuletzt auf der Raiffeisen Gruppe, die durch den ­Skandal um ihren Ex-Chef Pierin Vincenz bis ins Mark getroffen wurde und zu einem grundsätzlichen Neuaufbruch ansetzen musste. Mit Guy Lachappelle ist der neue Präsident bestimmt; wer CEO Patrik Gisel, der noch bis Ende Jahr einen Vertrag hat, ersetzen soll, muss noch entschieden werden.

Dass dieses Jahr insgesamt weniger Wechsel in den Topetagen der Banken stattgefunden haben, dürfte auch Zeichen einer allgemeinen Stabilisierung der Lage in der Branche sein. Die Geister der Finanzkrise sind an den meisten Orten ausgetrieben, die Wucht der Regulierungs­vorschriften wurde absorbiert. Trotz stetem Druck auf die Margen haben sich die Erträge stabilisiert, wie die Beratungsfirma Oliver Wyman in ­ihrem jüngsten Bankenreport aufzeigt. So konnten die auf das Schweizer Inlandgeschäft ausgerichteten Banken ihren Gesamtertrag von 2014 bis 2017 pro Jahr um 1,2 Prozent steigern.

Nach Kundengruppen präsentiert sich das Bild aber sehr heterogen: Während die Erträge mit den Kleinkunden schrumpften, konnte bei den grossen Firmen und den institutionellen Kunden zugelegt werden. Auffallend ist, dass das Zinsengeschäft als Hauptertragspfeiler trotz sinkenden Margen um zwei Prozent jährlich gewachsen ist. Als Grund nennt der Report die Bilanzausweitung: Vor allem die Raiffeisen- und Kantonalbanken hätten weiterhin aggressiv neue Hypothekarkredite vergeben. Dass nun mit Postfinance ein neuer Player von der Leine gelassen werden soll, der in diesem Segment ebenfalls mitmischen will, heizt die Sorge an, dass sich hier eine neue, riskante Blase auftun könnte.

Anzeige

Guy Lachappelle, 57, VRP Raiffeisen

Nun soll es ans Aufräumen gehen bei der skandalgeschüttelten Genossenschaftsbank. Mit dem bisherigen Chef der Basler Kantonalbank (BKB) hat die Raiffeisen Gruppe einen harten Entscheider mit viel Erfahrung bei Transformationsaufgaben geholt. Nachteil: Dass er schon zu Zeiten des Anlagebetrugsfalls rund um den externen Vermögensverwalter ASE in der BKB-Führung war, dürfte ihm noch eine Weile um die Ohren geschlagen werden.

Guy Lachappelle
Guy Lachappele
Quelle: © KEYSTONE / GEORGIOS KEFALAS

Bernhard Hodler, 58, CEO Julius Bär

Als Bär-CEO Boris Collardi vor einem Jahr Hals über Kopf zu Pictet wechselte, hob der überrumpelte Verwaltungsrat Vize Bernhard Hodler aufs Podest. Und liess wissen, man werde nun den «Evaluationsprozess für die langfristige Führung» einleiten. Doch Hodler hat sich etabliert. Jüngst konnte er gar mit einem Halbjahresgewinn von 480 Millionen Franken ein Rekordergebnis vermelden – es geht auch ohne Boris.

Hodler
Bernhard Hodler
Quelle: ZVG

Steffen Meister, 48, VRP Partners Group

Wenn man, wie die Partners Group, ein «Gehege voller Alphatiere» hat, kann Job-Rotation helfen, die Machtstrukturen auszugleichen. Steffen Meister hatte das Finanzhaus nach 2005 als CEO zu einem der grössten europäischen Private-Equity-Investoren gemacht, bevor er 2013 als VR-Mitglied ins zweite Glied trat. Doch er blieb als Delegierter bestimmend. Als Präsident gibt er jetzt wieder von ganz oben den Takt vor.

 

Steffen Meister
Steffen Meister
Quelle: ZVG

Sabine Keller-Busse, 53, Group COO UBS

Sie ist bei der UBS die Aufsteigerin des Jahres: Als Chief Operating Officer steuert die schweizerisch-deutsche Doppelbürgerin das Corporate Center mit mehr als 20'000 Mitarbeitern. Grösste Herausforderung: die IT des Grosskonzerns zu modernisieren und gleichzeitig die Kosten zu senken – der Ausgabenblock ist noch immer zu hoch. BWL-Doktorat an der HSG und 13 Jahre McKinsey sind da beste Voraussetzungen.

Sabine Keller Busse
Sabine Keller-Busse
Quelle: Gabi Vogt / 13 Photo

David Layton, 37, Co-CEO Partners Group

Layton, der bisher von Denver aus das Private Equity Department geleitet hat, ersetzt Co-CEO Christoph Rubeli, ein ­Urgestein der Firma. Layton wird seine Funktion teils in Denver, teils am Hauptsitz in Baar ausüben. Er hat die Brigham Young University absolviert, die als Eliteschule der Mormonen gilt. Auch Firmen-Mitgründer Alfred Gantner gehört dieser Glaubensrichtung an.

David Layton
David Layton
Quelle: ZVG

Ewald Burgener, 52, CEO Valiant

Bei der Regionalbanken-Gruppe Valiant kommt es zum grossen Sesselrücken: Der langjährige CEO Markus Gygax soll nach einer Cooling-off-Periode als ein­facher Verwaltungsrat in zwei Jahren das Präsidium übernehmen. Intern rückt der bisherige Finanzchef Ewald Burgener nach, der auch schon über fünf Jahre in der Firma ist. Burgener hat in Bern ­studiert und war Wirtschaftsprüfer bei der Beratungsfirma Ernst & Young.

Ewald Burgener, CEO Valaint Bank
Ewald Burgener
Quelle: Keystone

Didier Denat, 53, Leiter Corporate und Investment Banking Schweiz CS

Der Ökonom ist seit zwanzig Jahren bei der CS. Er kam 1999 von der Citibank, wo er die Schweizer Kunden betreutete. Seit 2017 leitet er mit dem Corporate und Investment Banking eines der Herzstücke der CS. Die Zusammenführung der Bereiche hatte auch Gegner: Bereichschef Marco Illy soll eine Schwächung des eigenständigen Investment Banking befürchtet haben. Er wechselte zur UBS.

Didier_Denat

Antoinette Hunziker-Ebneter, 58, VRP Berner KB

Die Präsidentin der Berner Kantonalbank ist auch CEO der Vermögensverwaltungsfirma Forma Futura Invest, die sich auf Fragen der Nachhaltigkeit konzentriert. Angesichts ihrer breiten Erfahrung in der Finanzwirtschaft – sie war CEO der Schweizer Börse und Konzernleitungsmitglied bei Julius Bär – galt sie als Kandidatin für das Präsidium bei Raiffeisen. Doch sie winkte ab: «Stehe nicht zur Verfügung.»

Antoinette Hunziker,
Antoinette Hunziker

Lukas Ruflin, 43, CEO Leonteq

Ruflin, der seine Karriere bei Lehman Brothers startete, war schon vor seiner Berufung zum CEO im Mai dieses Jahres die starke Figur bei der Derivatefirma: Als Mitgründer, grösster Einzelaktionär und Verwaltungsratsvize zog er die Fäden, auch bei der Absetzung von Mitgründer Jan Schoch. Wenngleich überraschend, hat sich die Lösung schnell etabliert: Endlich stimmten Macht und Organigramm überein, heisst es in der Firma.

Lukas Ruflin, CEO of Leonteq
Lukas Ruflin
Quelle: © KEYSTONE / GAETAN BALLY

Monique Vialatou, 58, Länderchefin BNP ­Paribas Schweiz

Seit diesem Sommer steht die Schweizer Ländergesellschaft von BNP Paribas unter neuer Leitung: Monique Vialatou hat von Geoffroy Bazin übernommen, der nach Luxemburg wechselt. Vialatou ist ein BNP-Urgestein: Seit 30 Jahren in Diensten der Franzosen, hat sie ihre Karriere nach dem Studium im Retail Banking in Paris begonnen und war später unter anderem Länderchefin in Kanada und Thailand.

Monique Vialatou
Monique Vialatou
Quelle: Dominick Gravel

Arthur Vayloyan, 56, CEO Bitcoin Suisse

Wer hätte das gedacht: Vayloyan, als langjähriger Private-Banking-Topmann bei der Credit Suisse und später Produktechef bei Falcon der Inbegriff des klassischen Bankers, wechselte Ende November 2017 in die Krypto-Welt und wurde CEO von Bitcoin Suisse. Fremd ist ihm der neue Finanzbereich nicht: Er kennt Bitcoin ­Suisse als Partner von Falcon, die als eine der ersten etablierten Banken Krypto-­Asset-Management anbot.

ARthur Vayloyan
Arthur Vayloyan
Quelle: ZVG

Marianne Wildi, 53, CEO Hypobank ­Lenzburg, Vizepräsidentin ­Schweizer Regionalbanken

Die Chefin der «Hypi» Lenzburg ist eine der am besten vernetzten Frauen in der Branche. Sie mischt an entscheidender Stelle mit, etwa im Verband der Regionalbanken oder der Aargauischen Industrie- und Handelskammer. Seit kurzem ist sie zudem im 18-köpfigen Verwaltungsrat der Schweizerischen Bankiervereinigung – als einzige Frau.

Marianne Wildi, Direktorin der Hypothekarbank Lenzburg
Marianne Wildi
Quelle: Karin Hofer

So wurde bewertet

Auf der Basis einer Branchenrecherche werden die 100 wichtigsten Schweizer Bankerinnen und Banker gelistet. ­Bewertet wurden auch Aus­länder, sofern sie bei einer Schweizer Bank tätig sind, und Schweizer, die bei einer auslän­dischen Bank arbeiten. Bei vier Kriterien waren je zehn Punkte zu gewinnen:

1. Rolle, Funktion, Bedeutung
2. Führungsstärke, ­individuelle ­Gestaltungskraft
3. Performance des eigenen Wirkungs­kreises und des ­Sektors
4. Künftige Veränderungskraft, Potenzial für eine ­wichtige Rolle

Mit einer überraschenden Wertberichtigung bei einer Tochterfirma und einer verwirrlichen Informationspolitik bei der Absetzung eines Fondsmanagers hat GAM-Chef Friedman für ein Kursdebakel gesorgt. Seine Punktzahlen wurden massiv reduziert.

Bei gleicher Punktzahl werden die ­Personen gleich rangiert und alphabetisch gelistet.