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Technologieaktien 
«Tech-Riesen bauen keine Luftschlösser»

CHICAGO, IL - DECEMBER 14:  A trader signals an offer in the Standard & Poors 500 stock index futures pit at the CME Group December 14, 2010 in Chicago City. The S&P stock index was up in afternoon trade after the Federal Open Market Committee held the key policy rate near zero while keeping the size of Treasury-bond buying program at $600 billion hoping to stimulate an economic recovery.  (Photo by Scott Olson/Getty Images)
Börse: Technologieaktien hatten bis zur Korrektur einen phänomenalen Run.Quelle: 2010 Getty Images

Portfolio Manager Anis Lahlou-Abid erklärt, was gute Tech-Aktien ausmacht, und verrät einen Favoriten.

Erich Gerbl
Von Erich Gerbl
17.11.2018

Herr Lahlou-Abid, Technologieaktien wurden beim jüngsten Ausverkauf besonders abgestraft. Die Kurs-Gewinn-Verhältnisse sind im Vergleich zum Gesamtmarkt immer noch hoch. Befinden wir uns in einer Tech-Blase?
Technologieaktien hatten bis zur Korrektur einen phänomenalen Run. Sie sind im Vergleich zum Gesamtmarkt eher teuer. Aber eines ist sicher: Es ist auf keinen Fall eine Blase. Die Früchte des Wirtschaftswachstums landen vor allem in den Taschen der Technologiefirmen. Anders als in der Dotcom-Blase bauen Tech-Riesen heute keine Luftschlösser. Vor unseren Augen spielt sich die digitale Revolution ab. Sie wird noch weiter gehen. Natürlich ist die Wahl der richtigen Aktien entscheidend.

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Wie trennen Sie die Spreu vom Weizen?
Schlechte Firmen müssen ständig Cash nachschütten, ohne dass die Einnahmen wachsen. Gute Tech-Firmen können unter dem Strich Verluste machen. Aber sie generieren jede Menge Cash und reinvestieren diesen mit Erfolg ins Wachstum.

Jeder spricht über die US-Tech-Riesen, vor allem über die FANGs. Sind europäische Technologieaktien unterlegen?
Nein, auf keinen Fall. Sicher sind viele unter dem Radar der Investoren. Dort sind sie aber zu Unrecht.

Anis Lahlou-Abid
Anis Lahlou-Abid managt bei J.P. Morgan Asset Management einen auf europäische Aktien fokussierten Technologiefonds. Rund 750 Millionen Franken sind in das Produkt investiert.
Quelle: ZVG

Was wäre denn ein unterschätzter Wert?
Nehmen Sie Dassault Systèmes. Der französische Softwarekonzern transformiert das Engineering. Eine meiner ersten Aufgaben in meinem Studium war es, eine Turbine zu entwerfen. Heute macht das die Dassault-Software. Man muss nur noch die Anforderungen definieren und kann das fertige Design gleich über die Plattform mit seinen Lieferanten teilen. La Perla designt mit der Software Unterwäsche, Amgen Moleküle und BMW Autos. Amazon ist die grösste Plattform für den Einzelhandel, Dassault könnte die grösste Plattform für die industrielle Produktion werden.

Ist der Vergleich nicht etwas weit hergeholt?
Es gibt viele Parallelen. Dassault ist eine innovative Plattform wie Amazon. Amazons KGV lag vor zehn Jahren bei 50, die Marktkapitalisierung bei 30 Milliarden Dollar. Das sind genau die Zahlen, die derzeit Dassault aufweist.

Nicht gerade billig.
Nein, Dassault ist sehr teuer. Aber gelingt der Durchbruch, werden Bewertungskennzahlen irrelevant.