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Steuerzahltag: Wer wie lange für «Vater Staat» arbeitet

Der Wohnsitz hat erheblichen Einfluss auf die Steuerlast. Reiche aus Zug können so bereits nach 70 Tagen ihre Steuern abbezahlen. Wo Ärmere, Familien und Ehepaare am besten wegkommen.

Ehepaare mit zwei Kindern und zwei Einkommen, die in Neuenburg wohnen, arbeiten am längsten, bis sie ihre Steuern verdient haben. Das hat die Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV) errechnet. Ehepaare in der gleichen Lage im Kanton Zug arbeiten am kürzesten.

Je nach Bruttoeinkommen müssen die Ehepaare auch in der Stadt Neuenburg länger oder kürzer für «Vater Staat» arbeiten. Paare mit einem Bruttoeinkommen von 125'000 Franken arbeiteten letztes Jahr 31 Tage, bis sie die Steuern erarbeitet hatten.

130 Tage für Einkommensmillionäre

Wer deutlich mehr verdient, muss wegen der Steuerprogression viel länger arbeiten für die Steuern: In der Stadt Neuenburg mussten 2016 die Einkommensmillionärspaare mit zwei Kindern 120 Tage dafür arbeiten.

Noch länger arbeiteten diese Paare aber in Lausanne. In der Kantonshauptstadt der Waadt mussten die Zweikind-Doppelverdiener-Ehepaare mit einem Bruttoeinkommen von einer Million im Durchschnitt 130 Tage oder bis zum 10. Mai 2016 für die Steuerrechnung arbeiten.

Auf Rang zwei in der Statistik der ESTV folgte mit Liestal BL (124 Tage) schon der erste Deutschschweizer Kantonshauptort, gefolgt von der jurassischen Hauptstadt Delémont (123 Tage) und Bern (123) sowie Genf (122).

Acht bis 14 Tage für arme Familien

Anders gingen die Behörden mit den armen Familien um: Die Ärmsten zahlen keine oder kaum Steuern, so lautet der Solidaritätsgedanke. Doch selbst jene Ehepaare mit zwei Kindern, die nur ein Bruttoeinkommen von 20'000 Franken im Jahr 2016 versteuerten, mussten in Neuenburg acht Tageslöhne dem Staat abliefern.

Neuenburg befand sich damit im statistischen Mittelfeld, zusammen mit der Stadt Zürich und Delémont. Mit 14 Tagen am längsten mussten die ärmsten Familien in der Stadt Solothurn arbeiten.

Belastendes Solothurn

Solothurn schöpfte gemäss den Erhebungen der ESTV die unteren bis mittleren Einkommen ebenfalls meistens am stärksten ab. Erst ab 250'000 Franken wurde Solothurn 2016 von anderen Städten wie Bern, Genf oder Delémont ein- oder überholt bei Doppelverdienern mit zwei Kindern.

Am anderen Ende der Skala stand Zug: Bei der Belastung der tiefsten Familieneinkommen (zwei Tage) liegen nur noch Aarau, Lausanne, Genf Sitten und Chur mit null Tagen tiefer.

Steuerparadies Zug

Ehepaare mit zwei Kindern, die beide mit ihrer Arbeit ein Einkommen von 100'000 Franken brutto im Jahr erzielen, mussten in Zug letztes Jahr ganze zwei Tage für Stadt, Kanton und Bund arbeiten. Dann war die Sache erledigt.

Bei den Reichen griff die Steuerbehörde auch in Zug zu: 70 Tage musste ein Ehepaar dafür arbeiten – nur knapp halb so lange wie in Lausanne.

(sda/jfr)

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