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So verlief das erste Quartal für die SMI-Titel

Das erste Quartal ist vorbei. Und im SMI zeigt sich: Während die Verlierer von 2016 wieder in die Erfolgsspur zurückfanden, straften Anleger andere ab. Und ein Kurs stieg sogar mehr als 25 Prozent an.

Von Annika Janssen
2017-04-03

In den vergangenen drei Monaten dominierte die Politik in Europa und in den USA die Schlagzeilen: Donald Trump ist seit Januar der mächtigste Mann der Welt und sorgte in den ersten Tagen seiner Amtszeit für mächtig viel Wirbel. Grossbritannien hat am vergangenen Mittwoch die Scheidung von der Europäischen Union (EU) eingereicht – der Brexit hat damit offiziell begonnen und soll in zwei Jahren vollzogen sein.

Und in Europa sind es Wahlen, die immer wieder für Aufregung sorgen: Die Niederlande haben bereits gewählt, als nächstes stehen die Präsidentschaftswahlen in Frankreich an, im September wählt das Nachbarland Deutschland. Ganz zu schweigen von der tiefen Krise, in der Italien – wieder einmal – steckt.

Krise der Uhrenindustrie spürbar

Positive Nachrichten gingen in diesem politischen Tohuwabohu beinah unter. Denn wirtschaftlich läuft es eigentlich rund. In den USA, in Europa und auch in der Schweiz zog die Inflation zuletzt wieder an, der Ölpreis stabilisiert sich, und europäische Unternehmen schrauben ihre Gewinnerwartungen nach oben.

In der Schweiz waren die Konjunkturdaten eher durchmischt. So hielt die Krise der Schweizer Uhrenindustrie im Februar an, dafür stiegen die Gesamtexporte. «Die Schweizer Wirtschaft dürfte ihre Erholung in den kommenden Monaten fortsetzen, eine wesentliche Beschleunigung liegt aber kaum drin», sagt Martin Neff, Chefökonom der Raiffeisen Gruppe.

Actelion im Höhenflug

Auch die Valoren an der Schweizer Börse gaben im ersten Quartal ein gemischtes Bild ab. Dem Leitindex SMI gelang ein Gesamtplus von 5 Prozent, die einzelnen Valoren entwickelten sich aber sehr unterschiedlich: Während Verlierer des vergangenen Jahres wieder in die Erfolgsspur zurückfanden, straften Anleger vor allem Versicherer und Grossbanken ab. Grosser Gewinner des ersten Quartals ist der Valor des Pharmaunternehmens Actelion. Sein Kurs stieg um mehr als 25 Prozent.

Der Sprung dürfte vor allem mit der der geplanten Übernahme von Actelion durch den weltweit tätigen Pharma- und Konsumgüterhersteller Johnson & Johnson mit Sitz im US-Bundesstaat New Jersey zu tun haben. Analysten erwarten weitere Kursanstiege. Die US-Investmentbank J.P. Morgan stufte den Titel kürzlich von «Neutral» auf «Übergewichten» herauf und erhöhte das Kursziel.

Chinageschäft läuft wieder besser

Auch der Uhrenhersteller Swatch und der Luxusgüterkonzern Richemont überraschten nach einem schwachen Jahr 2016 mit ordentlichen Zuwächsen zum Jahresanfang. Bei Richemont steht am Ende des ersten Quartals ein Kursplus von 16 Prozent. Swatch schaffte eine Steigerung um 10,6 Prozent. Luxusgüteraktien waren bei Anlegern zuletzt wieder beliebter als in den Monaten zuvor – auch, weil das Chinageschäft wieder besser läuft. Swatch und Richemont haben Analysten zufolge übrigens noch Luft nach oben.

Sehr unterschiedlich haben sich die Titel der beiden Pharma-Schwergewichte im SMI entwickelt: Während der Roche-Valor in den zurückliegenden drei Monaten um neun Prozent zulegen konnte, kam der Kurs von Novartis mit 0,5 Prozent Plus kaum vom Fleck. Bei den Banken konnte nur Julius Bär im ersten Quartal überzeugen, legte neun Prozent zu. Die Grossbank Credit Suisse schaffte eine kleine Kurssteigerung von 1,4 Prozent, bei der UBS steht ein Minus von 0,9 Prozent.

Swiss Re für antizyklische Investoren interessant

Der Konsumgüterhersteller Nestlé profitierte im ersten Quartal von der stabilen Nachfrage in der Branche, sagt Karsten Rahlf von der Nord LB: «Der Aktienkurs stieg um sechs Prozent. Im Jahresverlauf könnte es noch mehr werden», erwartet Rahlf. Er rät zum Kauf des Nestlé-Valors.

Wer antizyklisch investieren will, sollte es mit Blick auf die Quartalsbilanz der SMI-Titel mit dem Swiss-Re-Valor probieren. Er büsste im ersten Quartal 7,3 Prozent ein – und hält damit die rote Laterne im SMI.

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