Auf der Zielgeraden hat das griechische Schuldendrama die Semesterbilanz des SMI kräftig verhagelt. Am 23. Juni notierte der Leitindex noch um gut 2 Prozent über dem 2014er-Schlussstand. Eine Woche später beendete er das erste Halbjahr mit einem Minus von 2,3 Prozent. Auch an der Spitze des Rankings für die 20 Einzelwerte kam es kurz vor dem Ultimo noch zu einem Wechsel. Obwohl Syngenta (ISIN CH0011037469) lange wie der sichere Sieger ausgesehen hatte, machte letztendlich die UBS-Aktie (ISIN CH0244767585) das Rennen. Mit einem Kursgewinn von 20,5 Prozent legte sie als einziges Indexmitglied in den ersten sechs Monaten des Jahres um mehr als einen Fünftel zu.

Angesichts der nach wie vor rekordtiefen Zinsen überrascht diese Entwicklung auf den ersten Blick. Doch die grösste Bank des Landes machte im ersten Halbjahr nicht nur operativ Fortschritte, es gelang ihr auch, mit dem Devisenskandal einen Schatten der Vergangenheit abzuschütteln und zwar günstiger als erwartet. Viele Investoren dürfte das Institut zudem mit seiner grosszügigen Dividendenpolitik überzeugt haben. Für 2014 verdoppelte die UBS die reguläre Ausschüttung auf 50 Rappen. Ausserdem gab es eine einmalige Zusatzzahlung von 25 Rappen je Aktie.

SMI-Spitzenreiter UBS: Analystenzunft hebt den Daumen

Für einen echten Paukenschlag sorgte die Grossbank mit ihren Zahlen für das erste Quartal. Eine starke Entwicklung in allen Geschäftsbereichen bescherte ihr ein Gewinnplus von 88 Prozent. Das lag sogar noch über den optimistischsten Analystenschätzungen. Ob sich der eingeschlagene Transformationsprozess weiterhin derart stark bezahlt machen wird, erfahren Anleger am 28. Juli, wenn das Management die Semesterbilanz präsentiert.

Das Gros der Experten auf jeden Fall traut der UBS-Aktie eine Fortsetzung des Aufwärtstrends zu. Aktuell liegt das Konsens-Rating laut Thomson Reuters bei «Outperform».

Syngenta – Übernahmephantasie könnte höhere Kurse bringen

Nur die wenigsten Börsianer dürften Syngenta Anfang Jahr auf dem Zettel gehabt haben. Doch per 30. Juni holte sich die Aktie mit einem Zugewinn von 18,8 Prozent den zweiten Platz im SMI. De facto ist Monsanto für das Kursplus allein verantwortlich. Der US-Saatguthersteller sorgte mit seiner 45 Milliarden US-Dollar schweren Offerte für den heimischen Agrarchemiekonzern für Aufsehen. Bei der überraschenden Outperformance wird es per Ende Jahr wohl nur bleiben, wenn sich die Übernahmephantasie festsetzt, respektive, wenn Monsanto nachlegt und damit die ablehnende Haltung des Syngenta-Managements beendet.

Operativ konnte der führende Hersteller von Pflanzenschutzmitteln zuletzt nicht überzeugen. Im ersten Quartal bremsten ein starker Dollar sowie der kalte Winter in Nordamerika den Umsatz. Ob das Geschäft mittlerweile Fahrt aufgenommen hat, wird sich am 23. Juli bei Vorlage der Halbjahreszahlen zeigen.

… Top-Performer drei: Actelion schafft Gewinnsprung

Übernahmephantasie kam zuletzt auch bei Actelion (ISIN CH0010532478) auf. Einem Medienbericht zufolge hat der britische Pharmakonzern Shire ein Auge auf die Basler geworfen. Schon zuvor lautete die Devise bei diesem Biotechunternehmen sowohl an der Börse als auch im Geschäft: «Es bleibt alles beim Alten.» Dank starker Verkäufe des Lungenpräparats Opsumit verbuchte Actelion im ersten Quartal einen weiteren Gewinnsprung.

Daraufhin erhöhte das Management die Prognose. Investoren reagierten begeistert auf den Zwischenbericht und machten die Aktie mit einer Halbjahresperformance von 18,6 zum drittstärksten SMI-Mitglied.

Flop: Swatch – schwieriges Umfeld, aber günstige Bewertung

Denkbar knapp sind die Abstände auch am unteren Ende der SMI-Semesterbilanz. Mit einem Kursabschlag von 18 Prozent hält Swatch (ISIN CH0012255151) die rote Laterne. Der Uhrenkonzern schnitt damit nur 0,4 Prozentpunkte schlechter ab als der Öldienstleister Transocean (ISIN CH0048265513). Schon Ende 2014 rangierte das Duo am Ende des Index. Die Swatch-Aktie geriet vor allem wegen des plötzlichen Aus beim Euro-Mindestkurs bei Börsianern in Ungnade. Dabei dürfte die ungünstige Währungssituation die Margen des Unternehmens in den vergangenen Monaten weiter gedrückt haben. Zu schaffen macht dem Valor darüber hinaus der Eintritt des Computerriesen Apple in den Uhren-Markt.

Diesen Vorstoss möchte das heimische Unternehmen im August mit der Einführung einer eigenen Smartwatch kontern. Die Bewertung der Swatch-Aktie ist mittlerweile interessant. Für 2016 liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis bei 13,5 und damit deutlich unter dem SMI-Durchschnitt. Gleichwohl setzen nur mutige Anleger darauf, dass der Blue Chip im zweiten Halbjahr eine Aufholjagd starten wird.

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