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Smart Home: Ein Trend auch für Anleger

Smart Home: Das Internet der Dinge ist ein Milliardenmarkt.  Wikicommons

Vernetztes Zuhause ist der Tech-Trend der Stunde. Dem Sektor wird ein Milliardenpotenzial nachgesagt. Kein Wunder, bietet nun mit Vontobel eine weitere Bank ein Smart-Home-Produkt für Investoren an.

Von Christian Ingerl
08.01.2016

Alles ist online: Die klassische Digitalisierung schreitet fort, inzwischen ist vom Smartphone über das Auto bis hin zur Produktionsmaschine alles vernetzt. Dabei erobert das Internet auch immer mehr die eigenen vier Wände. Egal, ob Heizung, Kühlschrank oder Garagentor, mit dem Handy lässt sich nicht nur eine Vielzahl von Haushaltsgeräten von jedem Punkt der Erde aus steuern, die Gegenstände können auch untereinander selbstständig kommunizieren.

Experten sagen diesem Internet der Dinge für zuhause ein hohes Wachstumspotenzial voraus. Bereits heute ist Smart Home ein Milliardenmarkt. Das Marktforschungsunternehmen BI Intelligence schätzt die weltweiten Umsätze mit Smart-Home-Geräten und –Systemen auf mehr als 60 Milliarden Dollar im 2014. Bis 2019 soll das Volumen sogar auf 490 Milliarden Dollar anschwellen. Dies entspricht einer durchschnittlichen jährlichen Steigerungsrate von 52 Prozent. Damit liegt das Wachstumspotenzial dieses Zukunftstrends klar über jenem der allseits begehrten Smartphones und Tablets.

BNP bietet einen Index aus 26 Unternehmen

Wer bis dato in den Smart-Home-Bereich investieren wollte, konnte dies mit dem Tracker-Zertifikat auf den «Solactive Home Automation»-Index umsetzen. Das von BNP Paribas im vergangenen Jahr lancierte Produkt stellt ein Pure-Play-Investment in diesem Sektor dar.

Das Barometer ist mit Unternehmen bestückt, welche einen bedeutsamen Geschäftsanteil in diesem Technologiesegment generieren. Zusätzliche Aufnahmekriterien für potenzielle Kandidaten sind Grösse sowie Liquidität der Aktie. Das durchschnittliche tägliche Handelsvolumen der vergangenen drei Monate muss mindestens zwei Millionen Dollar betragen. Aktuell erfüllen 26 Unternehmen diese strengen Anforderungen, maximal hat es in diesem Index für 30 Titel Platz.

Jährliche Überprüfung des Indexes

Der Tracker der BNP Paribas ist in drei Währungstranchen verfügbar: Franken (ISIN CH0283746334), Euro (ISIN CH0283746342) und Dollar (ISIN CH0283746359). Da es sich beim Basiswert um die Total-Return-Variante handelt, werden die Dividendenzahlungen der Mitglieder berücksichtigt. Für die Frische im Index sorgt eine jährliche Überprüfung durch die Solactive. Dies verursacht für den Halter des Zertifikats vertretbare Kosten von 1,0 Prozent per annum.

Das im Juli 2015 emittierte Produkt ist auf Dollar-Basis noch nicht vom Fleck gekommen, in Franken gerechnet hat der Index hingegen bis dato um 5 Prozent zugelegt.

Vontobel-Produkt am Start

Am 15. Januar 2016 kommt nun ein Konkurrenzprodukt auf den Markt. Die Bank Vontobel hat aktuell einen Tracker auf einen Smart Home Basket (ISIN CH0301878671) in der Zeichnung. Anders als bei BNP ist der Aktienkorb starr, er kann also während der dreijährigen Laufzeit nicht angepasst werden. Ein Nachteil, denn so kann es zu einer Klumpenbildung kommen. Die Zusammensetzung fällt mit 20 anfänglich gleichgewichteten Titeln zwar nicht ganz so breit wie beim BNP-Produkt aus, dennoch ist der Diversifikationsgrad ausreichend.

Ebenso wie beim Solactive-Index wird auch der Vontobel-Basket von US-Werten dominiert. Insgesamt elf Unternehmen stammen aus Übersee, zwei aus Japan und der Rest aus Europa. Mit mehr als 60 Prozent Index-Anteil ist die USA bei BNP noch etwas stärker vertreten.

Ein Schweizer Titel findet Unterschlupf

Aus heimischer Sicht fand in beiden Basiswerten mit Logitech nur ein Schweizer Titel Berücksichtigung. Nebst bei diesem Technologiekonzern ergeben sich noch acht weitere Überschneidungen bei den Konkurrenzprodukten: ADT, Alphabet, Cree, Honeywell, iRobot, Legrand, Osram und Spectrum Brands Holding sind in beiden Aufstellungen zu finden.

Da das Vontobel-Papier hierzulande nur in einer Franken-Variante verfügbar ist, tragen Anleger ebenso wie beim Pendant aus dem französischen Bankhaus ein Währungsrisiko. Wie oben aufgezeigt, ist diese Gefahr jedoch in den vergangenen Monaten in Rendite umgemünzt worden. Allerdings lässt sich dies nicht einfach in der Zukunft fortschreiben, Anleger müssen also die Währungskurse im Auge behalten.

Beim Vergleich der beiden Konkurrenzpapiere haben jene der BNP leicht die Nase vorn. Der dynamische Indexansatz, Endlos-Laufzeit sowie die Berücksichtigung der Dividenden sind bei diesem langfristig ausgelegten Investmentthema Vorteile. Rein von der Titel-Auswahl her gesehen sind allerdings beide Titel gut bestückt und werden dem Smart-Home-Trend vollauf gerecht.

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