Beinahe alle Titel gewärtigen mittlerweile Verluste, nachdem am Morgen vor allem Finanztitel zugelegt hatten. Der Handel gestalte sich momentan äusserst volatil und sei geprägt von Panikverkäufen, welche sich mit gelegentlichen Schnäppchenkäufen mutiger Investoren ablösen würden, sagte ein Händler.

Tendenziell werde es noch eine Weile anhalten, bis der Markt Boden finden werde. Wann dies geschehe, sei momentan aber schwer abzusehen, so der Händler weiter.

Bis um 14.30 Uhr verliert der Swiss Market Index (SMI) 1,50 Prozent auf 5'094,8 Punkte und notiert damit nahe beim bisherigen Tagestief von 5'081,05 Punkten. Das Tageshoch lag bei 5'263,20 Punkten (+1,8 Prozent). Weitere Impulse werden nach der Börseneröffnung in Übersee erwartet, wobei sich die Anzeichen verdichten, dass die Wall Street tief im Minus eröffnet wird.

Keine Stabilität in Sicht

Problematisch ist aus Sicht von Marktbeobachtern, dass momentan kaum Stabilität in das Finanzmarktsystem gebracht werden könne, da sowohl die Notenbanken als auch die Politik fast alle Möglichkeiten ausgeschöpft hätten. Im Verlauf der Woche bleibe noch die Hoffnung auf das US-Fed und die Chance auf ein neues Programm von Anleihen-Käufen (Quantitative Easing QE3), was die Verkäufe etwas eindämmen könnte.

Die in der Anfangsphase sehr starken Bankenwerte, welche in der Eröffnungsphase die grössten Gewinner stellten, haben mittlerweile ins Minus gedreht. Die Schwergewichte, welche anfänglich die Erholung des SMI deutlich stützten, notieren ebenfalls im Minus.

Vom negativen Sentiment klar belastet zeigen sich auch konjunktursensitive Werte. Experten rechnen nach der Herabstufung der USA mit einer abgeschwächten Konjunktur, welche die Zykliker überdurchschnittlich treffen dürfte.

Signale von G7 und EZB

International gab es Bemühungen, die Märkte zu stabiliseren. So betonten die Finanzminister der G7 an einer Telefonkonferenz in der Nacht ihre Verantwortung für stabile Aktienmärkte.

Die G7 würden bei Bedarf «koordiniert eingreifen», um Liquidität zu sichern und um das Funktionieren der Finanzmärkte zu unterstützen, hiess es. Zudem hat die EZB den Kauf von spanischen und italienischen Anleihen signalisiert. Marktteilnehmer werten die Ankündigung als «kraftvolles» Signal an die Anleihenmärkte.

(cms/tno/awp)

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