Zwar haben sichdie Verluste der ersten Handelsstunde etwas reduziert, trotzdem verharrt der Leitindex SMI weiter deutlich im negativen Bereich. Der Markt stehe derzeit auf tönernen Füssen, sagte ein Händler.

Belastet werden die Börsen weltweit von den Sorgen über ein mögliches Übergreifen der Schuldenkrise in Europa auf andere Länder der Eurozone. Nach Griechenland sind am Vortag auch Zweifel an der Schuldenfähigkeit Italiens aufgekommen. Derweil erreicht der Schweizer Franken neue Höchstwerte.

Bis um 13 Uhr verliert der SMI 1,45 Prozent auf 5'965,40 Punkte. In der ersten Handelsstunde markierte der Leitindex ein neues 52-Wochentief bei 5'898,68 Zählern. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index sinkt um 1,59 Prozent auf 922,00 Punkte und der breite Gesamtmarkt, gemessen am SPI, um 1,48 Prozent auf 5'477,72 Stellen.

Am Tabellenende finden sich zyklische Werte wie Adecco (-3,1 Prozent) oder Holcim (-2,9 Prozent). Auch die beiden Luxusgüterhersteller Richemont und Swatch (je -3,0 Prozent) liegen im Angebot. Analysten führen dabei Abwärtsrisiken der konjunkturellen Entwicklung in Europa als auch in den USA an. Zudem würden auch in aufstrebenden Märkten (insbesondere in China) die Überhitzungsrisiken steigen.

Finanztitel unter starkem Druck

Unter den Finanztiteln sind ebenfalls markante Abschläge zu beobachten. Swiss Life verlieren 2,7 Prozent, UBS 2,1 Prozent, Credit Suisse 2,1 Prozent und Julius Bär 1,6 Prozent. Europaweit leiden die Bankentitel mit den Sorgen um die Kreditfähigkeit Italiens unter starken Abgaben. Diverse Finanzpapiere markierten am Morgen Jahrestiefststände oder gar 50-Wochentiefs.

Nachdem der Euro bereits am Vortag auf 1,17387 Franken abgerutscht war, kam es am Berichtstag zu einem weiteren Sturzflug. Zwischenzeitlich notierte der Euro auf einem Allzeittiefst von 1,15524 Franke, erholte sich aber wieder leicht auf 1,1610.

Im Zuge dieser Entwicklung haben diverse Analysten ihre Kursziele von Schweizer Titel gesenkt. So reduzierte die UBS ihr Kursziel für Logitech (-2,4 Prozent), Nomura für Kühne+Nagel (-3,0 Prozent) und Exane BNP Paribas für ABB (-2,3 Prozent).

Von einem negativen Marktkommentar werden zudem die Aktien von Swiss Re (-1,5 Prozent) belastet. JPMorgan rechnet mit potenziell höheren Kosten für Schäden aus der Hurrikansaison in den USA. Merrill Lynch hat das Kursziel für ZFS gesenkt und verweist im Vorfeld der Halbjahreszahlen auf den starken Franken.

(awp/cms)

 

 

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