Biotech ist ein ganz grosses Thema. Unter den rund 39'500 bei swissfunddata.ch aufgelisteten Fonds finden Anleger auf den ersten 20 Plätzen mit einer Top-Performance in den letzten fünf Jahren 16 Fonds aus den Bereichen Healthcare und Biotech. Und 11 der 20 besten Fonds fokussieren sich auf den Bereich Biopharmazie. Das Kursplus dieser elf Bio-Fonds liegt dabei auf Fünfjahressicht zwischen rund 180 und 230 Prozent. Der SMI brachte in diesem Zeitraum übrigens einen Gewinn von vergleichsweise bescheidenen 35 Prozent.

Biotech ist auch seit vielen Jahren der absolute Renner an der Börse. So bringt der Nasdaq-Biotech-Index auf Sicht von einem Jahr ein Plus von 18 Prozent. In den letzten drei Jahren hat sich der Index verdoppelt, in den letzten fünf Jahren mehr als verdreifacht, und auf Sicht von zehn Jahren werfen die Biotechs der Nasdaq sogar Gewinne von über 300 Prozent ab.

Biosimilars wird Grosses zugetraut

Hinter dem Boom im Sektor steckt allerdings nicht reine Euphorie – vielmehr ist Biotech einer der grossen Megatrends der nächsten Jahre oder gar Jahrzehnte. Insbesondere dem Feld der Biosimilars wird enormes Wachstum zugetraut. Biosimilars sind Nachahmermedikamente von Biopharmazeutika – also ähnlich wie bei Generika ein Abbild des Originals.

Da bei Biosimilars Entwicklungsschritte und lange Forschungsarbeit eingespart werden, sind diese Produkte natürlich deutlich billiger als die Originalarznei. Weltweit bezahlen die Gesundheitssysteme, die unter der zunehmenden Alterung der Bevölkerung leiden und sparen müssen, diese Nachahmerprodukte gerne bei einer Preisersparnis von etwa 30 Prozent.

Dazu kommt: Wegen des günstigeren Preises erschliessen Biosimilars in Schwellenländern völlig neue Patientenkreise. Dort steigen die Einkommen zwar rasant, und es gibt so immer mehr Menschen mit Zugang zu moderner Medizin, doch auch in den Emerging Markets greifen die Patienten lieber zum günstigeren Biosimilar als zum teuren Original. Nun sind diese Nachahmerprodukte der Biopharmazie aber erst vergleichsweise kurz am Start, denn Biopharmazie ist ohnehin eine Disziplin, die erst in den 1980er- und 1990er-Jahren so richtig in die Gänge gekommen ist.

Warten auf das Ablaufen von Patenten

Und erst jetzt, nach mehreren Jahrzehnten, verlieren die Originale den Patentschutz. Schätzungen zufolge werden bis 2020 80 Prozent der Präparate, die in den 1980er- und 1990er-Jahren entwickelt worden sind, diesen Schutz verlieren. Kein Wunder, dass schon jetzt viele Biosimilar-Experten auf dieses Ende warten, um dann den Markt mit vergleichsweise günstigen Arzneien zu beliefern. Immerhin schätzt der Fachverband Generics and Biosimilars Initiative das Volumen von Patenten von Biopharmazeutika, die in den nächsten fünf Jahren auslaufen werden, weltweit auf 67 Milliarden Dollar. Im Vergleich zum aktuellen Marktvolumen von etwa fünf Milliarden Dollar pro Jahr steht da ein gewaltiger Anstieg bevor.

Neben der Kostenersparnis mit Biosimilars gibt es einen weiteren Trend bei Biopharmazie. Nämlich die Entwicklung von neuen Medikamenten und Therapien für schwere Krankheiten wie Diabetes, Krebs oder Rheuma. Biopharma wächst deshalb derzeit weltweit mit Raten von etwa 7 oder 8 Prozent im Jahr und damit etwa doppelt so schnell wie der gesamte Pharmamarkt.

Biotech-Fonds übertreffen den SMI bei weitem

Unter den Biotech-Fonds zählt der PMG Partners Funds (ISIN: LU0426487442) mit seinem Fokus auf dem globalen Biopharmamarkt zu den stärksten Fonds des Sektors. In den letzten zwölf Monaten schaffte der Fonds ein Plus von 16,7 Prozent, in drei Jahren von 114,7 Prozent und in fünf Jahren einen Anstieg um 227,8 Prozent. Die Rating-Agentur Morningstar gibt dem Fonds vier von fünf möglichen Sternen.

Eine überzeugende Performance von 223,5 Prozent in den letzten fünf Jahren zeigt auch der Credit Suisse Biotechnology Equity Fund I (ISIN: LU0130191181). Auch dieser Fonds hat das Morningstar- Rating mit vier Sternen und vor allem: Bei diesem Produkt ist die Historie schon vergleichsweise lang. Seit den Anfängen des Fonds Ende 2001 hat sich der Kurs bereits vervierfacht – ein Plus von 300 Prozent. Der SMI brachte es seither übrigens nur auf einen Wertzuwachs von 40 Prozent. Als sehr gut zeigte sich in den letzten fünf Jahren auch der BB Adamant Biotech B Cap Fonds (ISIN: LU0415392249). Dieses Produkt liefert seit Oktober 2010 einen Gewinn von 221,6 Prozent.

BB Biotech notiert weit unter dem Vermögen, Formycon macht enorme Fortschritte

Wer in Biotechnologie investieren will, sollte sich aber auch einmal zwei Aktien ansehen. Zum einen BB Biotech (ISIN: CH0038389992). Während Fonds normalerweise in der Höhe ihres Nettovermögens notieren, gibt es die Aktie des Biotechspezialisten derzeit mit einem Discount von fast 20 Prozent gegenüber dem NAV von 301.20 Franken. Im Frühling waren hingegen auch schon Kurse über dem NAV drin.

Sehr vielversprechend entwickelt sich auch Formycon (ISIN: DE000A1EWVY8). Die Redaktion von stocksDIGITAL hatte den Experten für Biosimilars bereits vor einem Jahr empfohlen. Seither hat sich der Kurs der Aktie nicht nur mehr als verdoppelt, sondern es hat auch wichtige operative Erfolge gegeben. So hat das Forschungsunternehmen beispielsweise im Mai eine Vereinbarung über die Auslizenzierung eines zweiten Biosimilars aus seiner Entwicklungspipeline abgeschlossen und konnte vor wenigen Tagen den Einstieg in die klinische Phase III bei einem anderen Präparat vermelden. Im Erfolgsfall besteht in den nächsten Jahren enormes Potenzial. Trotz Kursverdopplung seit November 2014 ist bei Formycon mittel- bis langfristig auf Sicht von einigen Jahren noch sehr viel zu erwarten.

Mehr zu stocksDigital finden Sie hier.

Anzeige