Die Zahl der Selbstanzeigen von Steuersündern bei den deutschen Finanzämtern steigt. Doch oft kommen sie zu spät und schützen nicht mehr vor Strafe, heisst es in einem Bericht der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» («FAZ»). In Nordrhein-Westfalen akzeptieren Finanzämter in den Schweizer Fällen demnach oft keine Selbstanzeigen mehr.

Im Zuge des Ankaufs von Daten-CDs, die Material von deutschen Steuerhinterziehern bei Schweizer Banken enthalten sollen, hat sich die Zahl der reumütigen Sünder erneut erhöht. «Die Finanzverwaltung in Nordrhein-Westfalen hat eine ganz harte Linie eingenommen», wird ein Steuerstrafverteidiger im Bericht zitiert.

Damit reagierten die Finanzbehörden auf Selbstanzeigen von Bürgern, die im Juli durch die Aufdeckung von rund 4000 fragwürdigen Lebensversicherungsmänteln der Credit Suisse auf den Bahamas aufgeschreckt worden waren, heisst es weiter.

Der «FAZ» liegt ein Brief des Finanzamts für Steuerstrafsachen und Steuerfahndung in Wuppertal vor, in dem es heisst: «Die Selbstanzeige wurde nicht rechtzeitig erstattet, weil zuvor die Tat ganz oder zum Teil entdeckt worden ist und dies bekannt war.»

Anstieg der Anzeigen

Derweil kommt es bundesweit zu einem Anstieg der Selbstanzeigen. Gemäss «FAZ» seien in Baden-Württemberg in den vergangenen zwei Jahren rund 9300 solcher Schreiben eingegangen, davon etwa 300 in den letzten Wochen. «Das wird mit den angekauften Datenträgern in Nordrhein-Westfalen zusammenhängen», sagte ein Sprecher auf Anfrage: «Spektakulär ist das aber nicht.»

Auch Nordrhein-Westfalen beobachtet zwar einen Zuwachs. Insgesamt gingen dort im vergangenen Monat 135 Selbstbezichtigungen von Steuerkriminellen ein – gegenüber 93 im Juli und nur 15 im Juni.

(vst/tno)

 

 

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