In den Handelsstreit zwischen den USA und China ist laut Donald Trump Bewegung gekommen. Gespräche mit der Volksrepublik seien bereits telefonisch im Gange, sagte der US-Präsident in einem Reuters-Interview. Weitere Treffen zwischen amerikanischen und chinesischen Gesandten seien wahrscheinlich. «Wir werden vermutlich eine weitere Begegnung haben. Vielleicht ein Zusammentreffen der höchsten Vertreter von beiden Seiten», ergänzte Trump. Wenn es notwendig werden sollte, werde er sich erneut mit seinem chinesischen Amtskollegen Xi Jinping treffen. Einen Zeitrahmen dafür nannte er nicht.

Die Äusserungen gaben den Börsen in Asien und Europa Auftrieb. In Tokio legte der Nikkei-Index am Mittwoch mit 2,2 Prozent so stark zu wie seit rund einem Monat nicht mehr. Der Dax gewann in Frankfurt 0,83 Prozent auf 10.870 Punkte. Die Hoffnung auf eine Entspannung in dem Streit wurde auch dadurch genährt, dass die in Kanada festgenommene Finanzchefin des chinesischen Huawei-Konzerns, Meng Wanzhou, gegen Kaution auf freien Fuß kommt.

In dem Reuters-Interview kündigte Trump zudem an, mit der Erhöhung der Schutzzölle auf chinesische Güter von zehn auf 25 Prozent zunächst zu warten. Erst solle klarwerden, ob die USA und China ein Abkommen schliessen könnten. Er gehe auch davon aus, dass die Volksrepublik bald die Importzölle auf US-Autos von 40 auf 15 Prozent senken werde. Trump und Xi hatten Anfang Dezember vereinbart, die ursprünglich für Anfang Januar anstehende nächste Runde von Strafzöllen für 90 Tage auf Eis zu legen und sich in dieser Zeit um eine Lösung des Konflikts zu bemühen.

China kauft wieder Sojabohnen

Laut Trump ist China in den Markt für US-Sojabohnen zurückgekehrt. «Ich habe heute gehört, dass sie enorme Mengen an Sojabohnen kaufen. Sie beginnen gerade damit.» China hatte am 6. Juli Zölle von 25 Prozent auf amerikanische Sojabohnen verhängt, nachdem zuvor die Regierung in Washington die Handelshürden für chinesische Produkte deutlich angehoben hatte. Dies hatte den amerikanischen Landwirten stark zugesetzt. Sojabohnen sind der grösste Agrar-Exportschlager der USA. 2017 erwarb China rund 60 Prozent der Sojabohnen-Ausfuhren der Vereinigten Staaten.

(reuters/mlo)

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