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Nachhaltige Anlage: Mehr Rendite mit gutem Gewissen

Mit nachhaltigen Anlagen erhält man einen Persilschein – und mehr Rendite.

Eine neue Studie belegt: Nachhaltige Anlagen erzielen ­durchaus eine bessere Rendite als herkömmliche und weisen eine geringere Wertschwankung auf.

Von Hansjörg Ryser
19.07.2012

Nachhaltige Anlagekriterien sind aus dem Finanzmarkt nicht mehr wegzudenken. Eurosif, der europäische Branchenverband für solche Kapitalanlagen, schätzt, dass bereits die Hälfte aller Anlageentscheide davon abhängt, dass Firmen und Staaten schonend mit Ressourcen umgehen, keine Waffen produzieren oder der Stellenwert von sozialen und ökologischen Anliegen hoch ist. Trotzdem bleibt umstritten, ob die Rendite solcher Anlagen besser ausfällt und die Risiken geringer sind als bei Anlagen, die keine derartigen Kriterien berücksichtigen.

Oekom Research, eine deutsche Rating­agentur für nachhaltige Investments, liefert nun in einer Studie eine nachhaltige Antwort auf diese Frage. Seit 1993 bewertet die Agentur Unternehmen anhand von inzwischen rund 500 Kriterien und stuft sie in den jeweiligen Branchen nach Ratingnoten ein. Dieses ­Rating nach Branchen ist vergleichbar mit jenem der Finanzgruppe SAM in der Schweiz, die zusammen mit Dow Jones einen Index führt.

Oekom führt keinen solchen Index, nimmt aber aus den 3100 weltweit beurteilten Firmen die jeweils besten in ein Prime Portfolio auf. Dieses enthält derzeit 543 Firmen.

Im Auftrag von Oekom Research hat nun die Deutsche Performancemessungs-Gesellschaft für Wertpapierportfolios (DPG) die Renditeentwicklung der grössten börsenkotierten Unternehmen in diesem Portfolio errechnet und mit dem Weltaktienindex MSCI verglichen. Wie beim MSCI wurden auch im Oekom-Portfolio die einzelnen Titel nach ihrer Marktkapitalisierung gewichtet und die Dividende angerechnet. Zudem wurden die Portfolio-Umschichtungen über die Vergleichsperiode mitberücksichtigt. Das Portfolio enthielt durchschnittlich 244 Titel. Es weise sowohl nach Branchen wie auch geografisch eine gute Diversifikation auf, urteilt die DPG.

Verglichen wurden Rendite und Risiko zwischen Ende 2004 und Ende 2011. Das Oekom-Portfolio erreichte in diesem Zeitraum eine Rendite von 3,92 Prozent pro Jahr, während der MSCI auf lediglich 3,45 Prozent kam. Die Performance ist somit ungefähr 15 Prozent besser. Auch beim Risiko haben die nachhaltigeren Firmen die Nase vorn. Die Volatilität als Risikomass erreicht beim Oekom-Port­folio 18,9 Prozent, bei den Aktien im MSCI 19,1 Prozent. Ohne Berücksichtigung der Marktgewichtung der einzelnen Titel beträgt die Rendite sogar 7,2 Prozent pro Jahr.

«Dies bestätigt uns in unserer Einschätzung, dass die Unternehmen ökonomisch erfolgreicher sein müssen, die sich ökologisch und sozial verantwortlich verhalten», erklärt dazu Robert Hassler, CEO von Oekom Research. 

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