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Matthias Reinhart über moderne Vorsorgelösungen: Flexibilität gefragt

Das Leben folgt nur selten geordneten Bahnen. Entsprechend sollten sich ­Vorsorgesparer nicht mit starren Produkten binden, sondern die Flexibilität für ­veränderte Lebensumstände wahren.

Von Matthias Reinhart
09.05.2008

Die Zukunft der AHV ist mit vielen Unsicherheiten behaftet. Laut Bundesverfassung soll die AHV-Rente den Existenzbedarf angemessen decken. Diese Zielsetzung erfüllt die erste Säule schon heute nicht mehr. Die wichtigste Stütze fürs Alter bildet die zweite Säule. Erwerbstätige können in der Pensionskasse steuergünstig grosse Vermögen aufbauen. Gefordert sind in diesem Punkt die Arbeitgeber. Sie sollten den in den letzten Jahren stark erweiterten gesetzlichen Spielraum nutzen, um ihren Mitarbeitenden attraktive Vorsorgepläne mit möglichst grossem Potenzial für freiwillige Zusatzbeiträge anzubieten. Gemeint sind hier beispielsweise separate Einkaufsmöglichkeiten für eine Frühpensionierung, Vorsorgepläne mit ­unterschiedlich hohen und vom Versicherten wählbaren Sparbeiträgen oder die freie Wahl der Anlagestrategie für Personen mit höheren Einkommen.

Ergänzend zur beruflichen Vorsorge können über die private Vorsorge zusätzliche Vermögen aufgebaut werden. Das Angebot an Produkten im Bereich der gebundenen Vorsorge (Säule 3a) und der freien Vorsorge (Säule 3b) ist enorm. Es reicht von Lebensversicherungen über Kontolösungen bis hin zu Fondssparplänen. Wir stellen fest, dass sich die Kunden heute nicht mehr einfach mit den Angeboten ihrer Hausbank oder ihres Versicherungsberaters abspeisen lassen, sondern sich vor einem Abschluss vermehrt umfassend informieren. Dank Vergleichen im Internet und Aufklärungsarbeit der Medien können sie sich einen Überblick über die einzelnen Produkte sowie deren Vor- und Nachteile verschaffen und das für sie passende Angebot häufig auch ohne Unterstützung eines spezialisierten Vorsorgeberaters finden.

Vorsorgesparer wählen mit Vorteil Produkte, die nicht mit Provisionen oder anderen Kosten überladen sind und ihnen eine grosse Flexibilität bieten. Letzteres wird immer wichtiger, weil sich die persönlichen Lebensumstände, die finanziellen Verhältnisse, die Bedürfnisse und Zielsetzungen im Laufe der Zeit stark verändern können. Stichworte dazu sind Gründung einer Familie, Scheidung, Stellenwechsel, Aufnahme einer selbständigen Erwerbstätigkeit, Arbeitslosigkeit, Frühpensionierung. Den Ansprüchen an eine moderne Vorsorgelösung werden nur Produkte gerecht, die punkto Höhe und Rhythmus der Einzahlungen sowie hinsichtlich des Zeitpunkts der Auszahlung des angesparten Vorsorgegut­habens sehr flexibel und nicht von vornherein fest vorgegeben sind.

Nach der Pensionierung geht es darum, mit dem angesparten Vorsorgevermögen ein ausreichendes Einkommen sicherzustellen. In dieser Phase sind nicht in erster Linie Produkte gefragt, sondern individuelle Konzepte für die Organisation und die langfristige Sicherstellung des Einkommens sowie den Erhalt des Vermögens für die Hinterbliebenen. Bei der Pensionierung treffen Fragen zu AHV, Pensionskasse, Versicherungen, Steuern, Immobilien, Wertschriften und Nachlass zusammen. Angesichts der stetig zunehmenden Komplexität in diesen Bereichen wird der Bedarf an unabhängiger und umfassender Beratung weiter steigen.

Matthias Reinhart,
Geschäftsleiter des VZ VermögensZentrums

Zum BILANZ-Dossier "Altersvorsorge"

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