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Reto Ringger: «Klare Fortschritte»

Der SAM-Chef über das Nachhaltigkeitsrating 2008.

Veröffentlicht 25.01.2008

BILANZ: Wie können Anleger von Ihrem Rating profitieren?

Reto Ringger: Wir beurteilen die Nachhaltigkeit einer Firma in Bezug auf soziale und ökologische Kriterien wie auch ihre Auswirkungen auf den Unternehmenswert. Bei Ölfirmen konnten wir beispielsweise nachweisen, dass die Eigenkapitalrendite umso höher ausfällt, je besser die Umweltperformance gemäss unseren Bewertungsmethoden ist.

Worauf ist angesichts der Vielzahl von Ratings und Indizes zu achten?

Wichtig sind das Know-how und die Grösse der Teams, die ein solches Rating oder einen Index erstellen. Unabhängigkeit und internationale Präsenz sind weitere Kriterien. Die Erhebung und die Auswertung von Daten sind personalintensiv, müssen interdisziplinär erfolgen und lassen sich nur bedingt regional ausüben.

Welches Fazit ziehen Sie aus Ihrem neuen Rating?

Nachhaltigkeit steht auf der Agenda der CEO und wirkt sich auf die Unternehmensstrategie aus. Besondere Fortschritte verzeichnen Firmen in Asien, vorab in China, im Bereich erneuerbarer Energie. US-Firmen haben gegenüber europäischen einen Nachholbedarf.

Ausgerechnet Musterschüler Holcim wird nun aber mit dem Negativpreis Public Eye Award ausgezeichnet.

Wir werden den Vorwürfen nachgehen. SAM analysiert nach dem Best-in-Class-Ansatz, wir führen also eine breite Analyse in den Bereichen Ökologie, Soziales und Ökonomie durch und evaluieren jeweils die Branchenführer. Holcim nimmt seit Jahren in einem sehr anspruchsvollen internationalen Umfeld einen Spitzenplatz in der Baustoffindustrie ein. Auch deshalb, weil Holcim aktiv den Dialog mit allen Anspruchsgruppen sucht und Vorwürfe sehr ernst nimmt.

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