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Immobilien-Aktien: Tiefes Risiko und hohe Dividende

Genf: Hier sind Immobilien besonders teuer.   Cristian Bortes/Flickr/CC

Die Abwertung der chinesischen Währung Yuan sorgte für Turbulenzen an der Börse. Nicht gelitten haben Immobilien-Aktien. Sie werden zur sicheren Anlage und locken erst noch mit steuerfreier Dividende.

Von Georg Pröbstl
14.08.2015

Sicherer Hafen? Gold hat da ausgedient, denn selbst politische Krisen, etwa Russland/Ukraine oder Israel, Syrien, Iran und Irak mit dem IS-Terror und die Flüchtlingswelle aus Afrika, helfen dem Edelmetall nicht mehr wirklich auf die Beine. Auch Obligationen haben den Nimbus der Unverwüstlichkeit verloren – siehe griechische Staatspapiere.

Nicht gelitten, haben allerdings Immobilien-Aktien. Die Titel der Branche konnten beispielsweise in den letzten Tagen erneut ihre Stärke präsentieren. Während der SMI Anfang der Woche innert der ersten beiden Handelstage um bis zu 3,8 Prozent nach unten rutschte, zeigten sich Immobilien-Papiere teilweise mehr als wertstabil. In den Yuan-Turbulenzen kletterte etwa Intershop um ein Prozent, und PSP Swiss Property und Swiss Prime Site hielten sich unverändert.

Immobilien-Aktien – geringe Risiken, …

Lediglich Allreal verzeichnete am Montag ein Kursminus von rund 1,0 Prozent, hat diese Scharte inzwischen allerdings schon wieder ausgemerzt. Der stabile Lauf der Immobilien-Werte zeigt: Die Risiken dieser Assets sind vergleichsweise gering. Anleger sehen das gut an der Volatilität als Mass der Schwankungsfreudigkeit einer Aktie oder eines Index.

Während der VSMI, der die Volatilität und damit die Kursausschläge im SMI widerspiegelt, aktuell bei rund 16,9 Prozent notiert, zeigen Immobilien-Aktien teilweise deutlich geringere Volatilitäten. Swiss Prime, Mobimo und Bfw Liegenschaften bringen es auf Volatilitätswerte, die im Bereich von 12 Prozent liegen und PSP präsentiert sich mit einer Volatilität von 10,3 Prozent noch weniger riskant. Allreal bringt es sogar auf noch schwankungsärmere 9,1 Prozent, und Intershop schliesslich ist mit einer Volatilität von 5,1 Prozent wohl einer der stabilsten, wenn nicht «der» stabilste Titel auf dem gesamten Kurszettel.

… dennoch gibt es eine Outperformance gegenüber dem breiten Aktienmarkt

Geringe Risiken bedeuten aber auch geringe Chancen. Dass diese Erfahrung der Finanztheorie nicht immer richtig ist, zeigt die Performance der Immobilien-Aktien. Auf Sicht von einem Jahr bringen Mobimo, PSP und Swiss Prime zwar jeweils nur Kurszuwächse von rund 10,0 Prozent und damit exakt so viel, wie der SMI, doch inklusive Dividende ergibt sich eine Outperformance. Während der SMI cum Dividend in den letzten zwölf Monaten ein Plus von 13,7 Prozent brachte, waren es bei Mobimo, PSP und Swiss Prime jeweils rund 15 Prozent, und Intershop sowie Bfw Liegenschaften lieferten jeweils sogar Gewinne von rund 20 Prozent. Im Vergleichsindex SPI gab es übrigens nur ein Jahresplus von 13,2 Prozent.

Geringe Volatilität und eine Outperformance gegenüber dem breiten Aktienmarkt – Betongold ist und bleibt damit nicht nur ein sicherer Hafen, sondern erweist sich auch als Renditebringer. Nachdem stocksDIGITAL in der Vergangenheit schon mehrfach auf die Vorteile von Immobilientiteln hingewiesen hat, nun erneut ein kurzer Überblick über den operativen Lauf, die Bewertung und die Perspektiven im Sektor. Insgesamt blickt die Branche mehr oder weniger zuversichtlich in die Zukunft, und: Der Sektor bleibt äusserst dividendenstark. Bei den meisten Titeln erhielten Anleger die Zahlung zuletzt sogar steuerfrei aus den Kapitaleinlagereserven.  

PSP Swiss Property

Das Zuger-Immobilienunternehmen wird seine Halbjahreszahlen wohl in der kommenden Woche präsentieren. Im ersten Quartal verzeichnete PSP bei einem Anstieg der Leerstandsquote von 10,0 auf 10,7 Prozent einen Rückgang im Liegenschaftsertrag von 2,4 Prozent auf 68,2 Millionen Franken. Für das Gesamtjahr hat PSP bereits im Mai bei Vorlage der Quartalszahlen einen Rückgang beim operativen Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und vor Bewertungseffekten von 238,2 auf rund 225 Millionen Franken angekündigt, blickt aber generell zuversichtlich nach vorne. Die Aktie notiert 5,2 Prozent über dem NAV von 84.13 Franken. Für 2015 scheint wieder eine Ausschüttung von 3.25 Franken – Rendite 3,7 Prozent – möglich zu sein.

Swiss Prime Site

Die Halbjahreszahlen sind erst gegen Ende August zu erwarten. Im ersten Quartal steigerte der Immobilien-Experte aus Olten seinen Mietertrag um 4,4 Prozent auf 113,0 Millionen Franken. Dabei hatte sich die Leerstandsquote sogar von 6,7 auf 7,0 Prozent erhöht. Für das Gesamtjahr kündigte CEO Markus Graf im Mai einen Betriebs- und Reingewinn vor Neubewertungseffekten an, der über jenem vom Vorjahr liegt. Die Aktie notiert um 12,2 Prozent über dem NAV von 69.94 Franken. Auch für 2015 ist mit einer hohen Dividende – für 2014 gab es 3.70 Franken je Aktie, Rendite 4,7 Prozent – zu rechnen.

BFW Liegenschaften

Das Immobilienunternehmen aus Frauenfeld blickt auf ein äusserst erfolgreiches erstes Halbjahr zurück und steigerte dabei den Erfolg aus der Vermietung nach vorläufigen Zahlen um 18 Prozent auf 7,8 Millionen Franken. Dazu kommt ein deutlicher Anstieg beim Erfolg aus der Neubewertung der Liegenschaften von 1,6 auf 6,0 Millionen Franken. Das operative Ergebnis kletterte in den ersten sechs Monaten insgesamt von 7,0 auf 12,5 Millionen Franken, vor Steuern ergab sich ein Anstieg des Gewinns von 1,9 auf rund 7,0 Millionen Franken. Möglicherweise erhalten Anleger für 2015 sogar noch mehr Dividende, denn trotz Gewinneinbruch im 2014 erhöhte BFW die Ausschüttung für das vergangene Jahr auf 1.30 Franken – Rendite 3,9 Prozent. Die vollständigen Halbjahreszahlen werden übrigens am 10. September präsentiert. Die Aktie notiert um 8,1 Prozent unter dem NAV von 35.92 Franken.

Intershop

Intershop Holding wird am 27. August die Semesterzahlen präsentieren. Die Aktie notiert deutlich über dem NAV von 271.70 Franken. Zuletzt bei Vorlage der 2014er-Zahlen im März ging das Management von einem operativen Gewinn vor Marktwertveränderungen für 2015 aus, der unter jenem vom Vorjahr liegt. Mit einer Dividende von 20 Franken – Rendite 5,0 Prozent – wie für 2014 ist aber weiterhin zu rechnen.

Mobimo

Der Konzern aus Luzern reduzierte die Leerstandsquote im ersten Halbjahr von 5,4 auf 5,1 Prozent und steigerte den Mietertrag um 3,3 Prozent auf 52,6 Millionen Franken. Zudem gab es einen Anstieg des Neubewertungsgewinns von 7,2 auf 9,7 Millionen Franken. Insgesamt kletterte das Ergebnis von 3.17 auf 5.72 Franken je Aktie. Der NAV beträgt 191.91 Franken, die Aktie notiert um 8,9 Prozent über dem Vermögen. Das Mobimo-Management blickt zuversichtlich voraus und beurteilt die Zukunftsaussichten als «sehr positiv». Die Fortsetzung der Dividendenpolitik ist zu erwarten. Für 2014 gab es 9.50 Franken je Aktie – Rendite 4,5 Prozent.

Allreal

Die Halbjahreszahlen kommen am 31. August. Die Aktie notiert um 12,4 Prozent über dem NAV von 122.55 Franken. Bei Vorlage der 2014er-Jahreszahlen im März ging das Management für 2015 von einem operativen Ergebnis aus, das zumindest auf dem Vorjahresniveau liegt. Eine Ausschüttung wie für 2014 in der Höhe von 5.50 Franken – Rendite 4,0 Prozent – scheint da sehr wahrscheinlich zu sein.

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