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Franken-Untergrenze: Euro fällt unter 1.20

Der Schweizer Franken fiel kurzzeitig unter die definierte Untergrenze. (Bild: Keystone)

Nun ist es geschehen: Erstmals seit der Einführung der Kursuntergrenze im Herbst 2011 fällt der Euro-Kurs unter die Marke von 1.20 Franken. Für Devisenexperten ein Signal dafür, dass die Schweizerische Nationalbank getestet wird.

Veröffentlicht 05.04.2012

Erstmals seit der Einführung der Kursuntergrenze am 6. September 2011 fällt der Euro-Franken-Kurs unter die von der Schweizerischen Nationalbank (SNB) kommunizierte Mindestmarke von 1.20 Franken. Zeitweise fiel der Euro bis auf 1,19985 Franken.

«Das war wohl unvermeidbar», sagt UBS-Devisenexperte Beat Siegenthaler auf Anfrage von «Handelszeitung Online». Er hält es für nicht ausgeschlossen, dass ausgerechnet die etwas illiquidiere Osterzeit dazu genutzt wurde, um die SNB zu testen. «Hinweise auf eine gezielte Attacke gibt es indes nicht.» Befürchtungen, dass die Marke brechen könnte, kursierten indes gerüchteweise seit einigen Tagen in den Handelsräumen.

Vermutungen, dass Produktanbieter durch den kurzzeitigen Fall des Euro unter die 1.20-Franken-Grenze Vorteile erzielt haben, will der UBS-Devisenexperte nicht kommentieren. Vieles deutet aber darauf hin, dass in der Nähe der Mindestmarke diverse Stopp-Loss-Limiten eine Art Kettenreaktion erfahren habe. Dass der Euro kurz darauf bereits wieder über 1.20 Euro notierte, deutet daraufhin, dass die SNB ihre Muskeln spielen liess.

Nationalbank kämpferisch

«Der Markt ist davon überzeugt, dass die Nationalbank das kommunizierte Ziel erfolgreich verteidigen kann», so Siegenthaler. Weitere Tests der Limite über die Oster-Feiertage seien deshalb wenig wahrscheinlich.

Die Nationalbank gibt sich derweil kämpferisch. «Wir sind bereit, Fremdwährungen in unbegrenzter Höhe zu kaufen, um dieses Niveau zu verteidigen», sagte ein Sprecher der Währungshüter.

Auch zum Dollar verliert der Euro

Der Eurokurs fiel zudem auch unter die Marke von 1,31 US-Dollar. Schon seit Dienstag befindet sich der Euro zum Dollar auf Talfahrt. Die gesunkene Hoffnung auf eine weitere geldpolitische Lockerung in den USA und die Verschärfung an den Anleihemärkten in Spanien und Italien lasten laut Händlern auf der Gemeinschaftswährung.

An den Anleihemärkten der beiden Länder hat sich die Lage nach der enttäuschenden Versteigerung von spanischen Staatspapieren am Mittwoch verschärft.

Verteuert hat sich der Dollar auch gegenüber dem Franken. Im Verlaufe des Vormittags kletterte er parallel zur Schwäche des Euro zum Franken kurzzeitig auf 0,9207 Franken, notierte dann aber wieder tiefer auf 0,9192 Franken verglichen mit 0,9148 Franken am Morgen.

(vst/muv/tno)

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