Glücklich kann sich schätzen, wer im April letzten Jahres Aktien des Medizinaltechnikers Synthes gekauft hat. Kurz darauf kündigte Johnson & Johnson die Übernahme an, und der Kurs kletterte seither von 120 auf 157 Franken. Es war 2011 die grösste Übernahme, bei der ein Schweizer Unternehmen involviert war. Insgesamt ging das Transaktionsvolumen gegenüber 2010 um 15 Prozent auf 75 Milliarden Franken zurück, wie das Beratungsunternehmen KPMG mitteilt.

Vor allem im zweiten Halbjahr nahmen Firmenkäufe und -verkäufe im Bann der Schuldenkrise in Europa deutlich ab. «Eine solche Übernahme ist ein strategischer Entscheid», erklärt Patrik Kerler von KPMG. In unsicheren Zeiten wird daher ein solches Geschäft zurückgestellt. Weil sich Verhandlungen kurzfristig abbrechen lassen, reagiert das Übernahmegeschäft sehr empfindlich auf die konjunkturelle Entwicklung.

Während KPMG für 2012 trotzdem mit einem weiterhin lebhaften Firmenmarkt rechnet, sind die Experten bei Ernst & Young zurückhaltend. Nebst den konjunkturellen Unsicherheiten könnte vor allem bei grösseren Transaktionen die Finanzierung schwieriger werden, obwohl Schweizer Firmen zu den liquidesten überhaupt zählen.

Anleger brauchen noch etwas mehr Glück, die richtigen Übernahmekandidaten zu finden, um auf die Schnelle eine Prämie von 25 bis 40 Prozent einzustreichen, wie sie im vergangenen Jahr für Newave, Schulthess oder eben Synthes geboten wurde. Als Favoriten gelten ­Actelion, Komax, Charles Vögele oder die Nationale Suisse. Kein Gewinn waren bisher die Zertifkate auf solche Kandi­datenlisten. 

Anzeige
Anzeige