Am Schweizer Finanzplatz hoffte man auf das Geschäft mit chinesischen Grossbanken. Bundesrat Johann Schneider-Ammann warb in Peking dafür, und erst kürzlich schloss die Nationalbank mit der Notenbank in Peking ein Swap-Abkommen ab, um die Schweiz als Handelsplatz für die chinesische Währung zu installieren. Doch ohne chinesische Banken, die das Clearing gewährleisten, gibt es in der Schweiz keinen Renminbi-Hub.

Der luxemburgische Finanzminister war erfolgreicher

Der luxemburgische Finanzminister ­Pierre Gramegna war erfolgreicher. Nach einem Arbeitsbesuch in Peking kündigte er bedeutsame Neuzugänge für seinen Finanzplatz an. Nach der Bank of China, der ICBC und der China Construction Bank kommen auch die China Merchants Bank, die Agricultural Bank of China und die Bank of Communications. «Bis Ende des Jahres werden die sechs grössten Institute aus dem Reich der Mitte am hiesigen Finanzplatz sein», verkündete der Luxemburger. Er hatte beim Wettrennen um das China-Geschäft die besseren Karten: Peking setzt auf die ­Europäische Union. Davon profitieren auch der Bankenplatz Frankfurt und der Devisenhandelsplatz London.

Kein gutes Signal für den Standort Schweiz

Das ist kein gutes Signal für den Standort Schweiz. Die Zahl der Auslandbanken sank 2013 auf 121. Herausragende Gewinne schrieben nur noch die HSBC mit 2,077 Milliarden Franken, die neu dazugerechnete J. Safra Sarasin Holding (180 Millionen) und die Deutsche Bank (159 Millionen). Alle restlichen Auslandbanken zusammen erzielten ­saldiert 2013 einen Jahresverlust von 46 Millionen Franken.

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