Schon am zweiten Tag: Um mehr als 13 Prozent sind die Facebook-Aktien kurz nach dem Börsenstart am Montag gefallen, um 9:53 Uhr (US-Zeit) lagen sie bei nur noch 33,19 Dollar. Aus dem Handel gingen die Papiere schliesslich 10,99 Prozent im Minus mit 34,03 Dollar.

Beim IPO am vergangenen Freitag hatte Facebook 421 Millionen Aktien zum Ausgabepreis von 38 Dollar angeboten. Schon im Vorfeld des Börsengangs an der Technologiebörse Nasdaq hatten viele Experten diesen Preis für stark überbewertet gehalten. Nicht ganz zu Unrecht: Facebook setzte im vergangenen Jahr 3,7 Milliarden Dollar um, grösstenteils mit Anzeigen. Bewertet ist das Unternehmen an der Börse aber fast mit dem Faktor 30 - ein klassischer Hype.

Derr lange mit Spannung erwartete Börsengang verlief denn auch alles andere als reibungslos. Wegen eines technischen Fehlers konnte er zunächst einmal nur mit einer Verspätung von fast einer halben Stunde über die Bühne gehen. Nasdaq-Chef Robert Greifeld gestand ein: «Wir haben den Facebook-Börsengang schlecht vorbereitet.»

Aber auch sonst verlief der Handelstag enttäuschend. Die Wertpapiere notierten nach teils heftigem Auf und Ab zum Börsenschluss nur 23 Cent über dem Ausgabepreis von 38 Dollar. Das Unternehmen nahm durch die Neuemission mindestens 16 Milliarden Dollar ein. Dass der Wert nicht unter den Ausgabepreis gefallen war, hatte einen Grund: Wie das «Wall Street Journal» berichtete, sei der Kurs nur deshalb nicht unter den Ausgabepreis gefallen, weil die an dem Börsengang beteiligten Banken mit massiven Stützungskäufen eingegriffen hätten.

Der aktuelle Verlust macht sich nicht nur bei Kleinanlegern im Depot bemerkbar. Besonders gross sind die Ausschläge beim frisch verheirateten Firmengründer und -chef Mark Zuckerberg. Er ist mit 503,6 Millionen Aktien der grösste Facebook-Anteilseigner. Damit macht eine Veränderung von 1 Dollar je Aktie in seinem Fall jeweils rund eine halbe Milliarde Dollar aus.

(laf)

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