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Exchange Traded Funds: Gleichgewichtete im Vorteil

Übergewicht: Mit einem Anteil von 27 Prozent am SMI dominiert Nestlé den Index klar.

Ein wichtiges Kriterium für die Auswahl von Exchange Traded Funds ist die Art des abgebildeten Index. Gleichgewichtete schlagen dabei marktgewichtete deutlich.

Von Harry Büsser
30.04.2012

Die Zahl der an der Schweizer Börse ­kotierten Exchange Traded Funds (ETF) ist in den letzten acht Jahren von 32 auf 757 hochgeschnellt. Für Anleger ist es gut, die Auswahl zu haben. Aber nach welchen Kriterien soll diese erfolgen? Ein wichtiges Kriterium ist die Art des Index, der vom ETF abgebildet wird. Die meisten Indizes gewichten die einzelnen Titel gemäss ihrer Marktkapitalisierung. Dazu gehören fast alle Leitindizes, wie der Schweizer SMI, der Deutsche DAX und der Index der grössten US-Unternehmen, der S&P 500. Die grössten Firmen in diesen Indizes erhalten dabei ein starkes Übergewicht. Im SMI fallen allein die Titel von Nestlé mit 27 Prozent ins Gewicht. Mit Novartis und Roche sind schon rund 60 Prozent des SMI abgebildet. Den Rest teilen sich die 17 kleineren Titel. ­Actelion haben einen Anteil von nur 0,53 Prozent, Adecco 0,73 Prozent und Julius Bär 0,95 Prozent. Schnellt die Aktie von Julius Bär um zehn Prozent in die Höhe, so bewirkt das für den SMI einen Gewinn von nicht einmal 0,1 Prozent.

Die Gewichtung eines Index nach der Marktkapitalisierung hat Performancevorteile, so lange die grossen Titel besser abschneiden als die kleinen. Meistens ist es aber umgekehrt, was in der Finanzliteratur vielfach als Smallcap-Effekt beschrieben wurde. Deshalb ist es meist besser, ETF zu kaufen, die Indizes von kleinkapitalisierten Firmen abbilden.

Um den kleineren Titeln ein grösseres Gewicht zu geben, können Anleger in gleichgewichtete Indizes investieren. Dort erhält jeder Titel das gleiche Gewicht. Gemäss der Fondsanalysegesellschaft Morningstar gibt es in Europa derzeit aber noch keine solchen ETF. In den USA steht jedoch etwa der Guggenheim Rydex Equal Weight US Equity zur Verfügung (ISIN: US78355W1062). Er investiert nach der Gleichgewichtungsmethode in den S&P 500 und hat damit seinen Vergleichsindex über die vergangenen neun Jahre deutlich abgehängt (siehe Grafik unter 'Downloads').

Für die Schweiz können sich Anleger der Gleichgewichtung nähern, indem sie ETF kaufen, die den Swiss Leader Index (SLI) abbilden. Er enthält die 30 liquidesten Schweizer Titel, wobei die grössten vier auf ein maximales Gewicht von neun Prozent begrenzt werden. Dieser Index hat den SMI über die vergangenen neun Jahre deutlich geschlagen. ETF auf diesen Index werden von der Credit Suisse, der UBS und der Deutschen Bank angeboten (ISIN: CH0031768937, CH0032912732, LU0322248146). 

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