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Die Schweiz verliert für Investoren an Attraktivität

Interior view of the information pavillion of the innovation park Zurich (IPZ)
Innovationspark Zürich: Unternehmen aus dem Ausland investieren weniger in der Schweiz.Quelle: Keystone

Die Direktinvestitionen in der Schweiz sind auf den Tiefstand von 2012 gesunken. Dafür ursächlich ist der starke Franken. Doch nicht nur.

Veröffentlicht 04.06.2019

Die Zahl ausländischer Investitionen in Europa ist 2018 erstmals seit Jahren gesunken. Und zwar um 4 Prozent auf insgesamt 6356 Projekte; dies teilt die Auditing- und Consulting-Gesellschaft EY mit.

Den Abwärtstrend spürte auch die Schweiz – hier wurde 2018 so wenig investiert wie zuletzt im Jahr 2012. Nur 61 Investitionen wurden 2018 aus dem Ausland getätigt, das ist ein Rückgang von 14 Prozent.

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Schweiz: Fünftgrösster Investor in Europa

Andere Länder erlebten eine ähnliche Tendenz: Deutschland rutschte in Europa auf den dritten Rang ab, hinter Grossbritannien (minus 13 Prozent auf 1054 Projekte) und Frankreich (plus ein Prozent auf 1027 Projekte). Kleinere Länder hingegen lockten mehr ausländische Investitionen an. Zum Beispiel Serbien, Rumänien, Irland, Portugal oder Irland.

Gleichzeitig investieren Schweizer Unternehmen aktiv in Europa: 2017 schufen sie rund 7000 Arbeitsplätze. Damit belegt die Schweiz im Ranking der grössten ausländischen Investoren in Europa den 5. Platz. Dieses Ungleichgewicht begründet Stefan Rösch-Rütsche von EY so: «Vor allem der starke Franken und das hohe Lohnniveau sorgen dafür, dass in der Schweiz die Zahl der Investitionen aus dem Ausland sinken».

Frankreich beliebter als Deutschland

Frankreich ist bei Schweizer Investoren 2018 erstmals beliebter als Deutschland: Während die Schweizer Investitionen in Deutschland um 42 Prozent einbrachen, stiegen die Investitionen in Frankreich um 14 Prozent. Grossbritannien, Spanien, Italien, Niederlande oder Polen sind auch beliebte Zielländer für hiesige Unternehmen.

Die Studie

 

«Deutschland bleibt für die Schweiz natürlich einer der wichtigsten Handelspartner. Doch momentan zeigt sich, dass in Deutschland einerseits eine gewisse Sättigung erreicht ist, andererseits zeigen sich Tendenzen,  dass Deutschland nicht mehr der Wachstumsmotor der europäischen Wirtschaft ist,» sagt Rösch-Rütsche.

Weniger Investitionen aus den USA und China

Vor allem Unternehmen aus den USA und China investierten deutlich weniger in der Schweiz: Die Investitionssummen aus beiden Ländern halbierten sich 2018. Aber auch Holland und Grossbritannien investierten weniger. Dies konnten die Investitionen deutscher Firmen nur teilweise ausgleichen, wenngleich der Anstieg von 75 Prozent innerhalb nur eines Jahres beeindruckend ist.  

(mlo)