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Die Schweiz - Ein Dividenden-Paradies

Anleger stürzen sich wegen den historisch tiefen Zinsen auf Aktien. Schweizer Firmen stehen dabei hoch in der Gunst, denn mit Blick auf die Dividenen nehmen sie international einen Spitzenplatz ein.

Von Dominic Benz
06.03.2015

Die Zinsen sind im Keller. Wegen des historisch tiefen Tiefzinsumfelds gibt es für Anleger ausser Aktien kaum Alternativen. Vor allem Titel mit einer hohen Dividendenrendite bieten sich als Investition an. Dabei nehmen Schweizer Unternehmen laut einer neuen Studie der Allianz im internationalen Vergleich einen Spitzenplatz ein.

«Mit Blick auf die Dividenden bleibt die Schweiz ein Traumland», sagt Jörg de Vries-Hippen, Portfoliomanager beim deutschen Versicherer. Nirgendwo sonst auf der Welt gebe es stabilere Unternehmen als hier. Davon können die Anleger profitieren. Dividenden hätten sich im Niedrigzinsumfeld als Katalysator für die Performance von Investitionen bewährt, heisst es in der Studie weiter.

Schweiz bleibt ein wichtiger Markt

De Vries-Hippen weist dennoch auf Risiken hin. Vor allem wegen des Mindestkurs-Endes stehe die Schweizer Frankenvor wirtschaftlichen Herausforderungen. «Der starke Schweizer Franken dürfte längerfristig nicht nur die Exportindustrie belasten, sondern sich bald generell in dem negativen Unternehmensprofilen widerspiegeln.» Rezessive Tendenzen und Deflation schliesse er daher nicht aus.

Dennoch würden Schweizer Unternehmen weiter hoch in der Gunst der Investoren stehen, da die Verzinsung nach wie vor attraktiver als anderswo sei. Die Ausschüttungen in der Schweiz dürften daher attraktiv bleiben.

«Unternehmen locken mit hohen Dividenden»

Auch die ZKB bewertet die Dividenden-Landschaft Schweiz positiv. «Die Dividendenrenditen in der Schweiz sind sicherlich auf einem attraktiven Niveau», sagt Analyst Martin Hüsler. In diesem Jahr hätten nur wenige Unternehmen ihre Ausschüttungen reduziert. «Viele haben sie sogar erhöht», so Hüsler.

Dazu beigetragen haben nicht zuletzt auch die niedrigen Zinsen. «Viele Unternehmen locken mit einer höheren Dividende, was sie im aktuellen Niedrigzinsumfeld attraktiver macht.»

Dividendenrenditen weltweit attraktiv

Laut Allianz-Studie haben die Titel im Aktienindex MSCI Switzerland letztes Jahr eine Dividendenrendite von rund 2,9 Prozent generiert. Derzeit seien weltweit die Ausschüttungen relativ hoch. Vor allem auch in europäischen Ländern. 2014 lag die Dividendenrendite von Aktien im MSCI Europe im Schnitt bei 3,3 Prozent.

Ausschüttungsfreudig zeigen sich die Unternehmen ebenso in Norwegen und Spanien. Die Dividendenrenditen liegen bei je rund 5 Prozent. Wie in der Schweiz ist das deutlich über den Renditen der 10-jährigen Staatsanleihen. Zwar haben die Konzerne in Brasilien ebenfalls im Schnitt eine Dividendenrendite von mehr über 4 Prozent. Allerdings liegen die Zinsen im südamerikanischen Land über 12 Prozent. Brasilianische Aktien sind daher tendenziell weniger attraktiv als Staatsanleihen.

Inflationsschutz im Depot

Dass es sich dividendenstarke Aktien im Depot auszahlen können, zeigt der Blick auf den MSCI Europe. In den letzten 45 Jahren habe sich die Gesamtrendite bei europäischen Unternehmen zu durchschnittlich 60 Prozent aus der Wertenwicklung der Unternehmen und zu 40 Prozent aus den ausgeschütteten Konzerngewinnen zusammengesetzt, so die Allianz-Studie. Die richtige Auswahl der Titel könne daher auch Kursverluste im Depot abfedern.

Angesichts der expansiven Geldpolitik der Nationalbanken bieten Dividendentitel zudem einen Schutz vor Inflation. «Wenn die Europäische Zentralbank (EZB) mit den letzten geldpolitischen Massnahmen sowohl Wirtschaftswachstum als auch das Inflationsziel von 2 Prozent in Europa erreicht, sind die Anleger mit Dividendenaktien optimal aufgestellt», sagt Allianz-Mann de Vries-Hippen.

Keine Willkür bei Titel-Wahl

Allerdings sollen sich Anleger nicht willkürlich Dividendentitel ins Portfolio legen. So spiele die Nachhaltigkeit der Ausschüttungen eine zentrale Rolle. Der Blick auf solide und stabile Geschäftszahlen sowie das Geschäftsmodell eines Unternehmens sei daher zwingend.

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