AUSGANGSLAGE. Der Pensionär R.S. ist alleinstehend, hat ein gesichertes Renteneinkommen und kann seinen Lebensunterhalt ohne Rückgriff auf seine Vermögenswerte bestreiten. Das Vermögen setzt sich aus einer schuldenfreien Eigentumswohnung mit einem Verkehrswert von 500  000 Franken, dem Wertschriftendepot über 239  000 Franken sowie einer zusätzlichen Liquiditätsreserve von 50  000 Franken zusammen.

FEHLEINSCHÄTZUNG MIT FOLGEN. R.S. zeichnete 2007 und 2008 für 300  000 Franken sogenannte Barrier Reverse Convertibles (BRC). Der hohe Zins von 10 bis 15 Prozent für vermeintlich «kurzlaufende Obligationen» war attraktiv. Bei BRC handelt es sich allerdings nicht um Obliga­tionenanlagen, sondern um Optionsgeschäfte mit Aktien. Daraus resultiert nun ein Verlust von rund 60 Prozent des eingesetzten Kapitals.

KLUMPENRISIKO WIDER WILLEN. Der noch laufende BRC von Julius Bär auf Roche, Nestlé und Zurich hat die Barrier für Zurich bei 170.40 Franken im Februar 2009 durchbrochen. Damit setzt sich das Aktiendepot neu aus Credit Suisse, Holcim und Zurich zusammen, Titeln aus Branchen, die in der jetzigen Finanz- und Wirtschaftskrise überdurchschnittlich leiden.

STEUERN TROTZ KURSVERLUSTEN. Die massiven Kursverluste werden durch die Prämieneinnahmen auf den Barrier Reverse Convertibles leicht gemildert. Es gilt aber lediglich ein Teil der Einnahmen als steuerfreie Optionsprämie. Die restlichen Einnahmen müssen als einkommens­steuerpflichtige Zinseinnahmen versteuert werden.

GEFÄHRLICHE STRATEGIE. Viele Privatanleger sitzen die Verluste aus und ­hoffen, mit denselben Aktien, die schmerzhafte Verluste gebracht haben, zum Börsen­erfolg zurückzukehren. Eine gefährliche und fast aussichtslose Strategie, wie der Einstandskurs von Credit Suisse mit 86 Franken zeigt.

WIE WEITER? Im Depot sollen lediglich Anlagen verbleiben, die aus heutiger Optik Erfolg versprechen. So würden wir die Titel von Credit Suisse und Holcim verkaufen und mit dem ETF XMTCH auf den Aktienmarkt Schweiz setzen.

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