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Börse Schweiz: Bodenständige Eidgenossen

Nur wenige hiesige Aktien verspürten den Höhendrang der weltbesten Titel. Eine löbliche Ausnahme: Kühne + Nagel.

Veröffentlicht 24.10.2006

Als einzige Schweizer Aktie konnte sich der Logistiker Kühne + Nagel unter die am besten performenden Papiere der Welt reihen. Mit einem durchschnittlichen jährlichen Wertzuwachs von über 33 Prozent stehen die Schwyzer laut Boston Consulting Group (BCG) auf Rang acht der Kategorie Transport und Logistik. Für die meisten hiesigen Firmen ist es aber schwierig, so schnell zu wachsen, dass sie mit den allererfolgreichsten mithalten können. «Die alteingesessenen Unternehmen haben es naturgemäss schwerer, sie sind meist in gesättigten Märkten und müssen sich das Wachstum teilweise erkaufen», sagt Peter Damisch, Manager bei BCG. Die Berater analysieren die treibenden Kräfte hinter der guten Performance. Umsatzwachstum sei der deutlich wichtigste Einflussfaktor, erläutert Damisch.

In der Tabelle sind die sieben Schweizer Top-Performer und die Erklärung für ihre überdurchschnittlichen Erfolge aufgeführt. So stammen bei Kühne + Nagel 12 Prozentpunkte der Performance aus dem Umsatzwachstum, bei Synthes sind es mehr als 20 Prozentpunkte. Die Solothurner steigerten die Verkäufe in den letzten fünf Jahren gleich um 173 Prozent, allerdings haben sie sich dieses schnelle Tempo mit diversen Übernahmen und einer sinkenden Marge erkauft. So reicht es am Ende «nur» für den siebten Platz unter den Schweizer Topfirmen. Für die Investoren brachte Synthes die gleiche Rendite wie Roche, dies allerdings bei deutlich höherem Risiko. Interessant ist hier vor allem, wie stark Roche die Margen auf ihren Produkten erhöhen konnte. Die Zahlen zeigen zwar nur die Vergangenheit, aber sie geben auch Hinweise, wie es mit den Firmen weitergehen könnte. Die ohnehin hohen Pharmamargen weiter zu steigern, wird wohl recht schwierig. Anderseits werden Roche und andere Pharmafirmen von den Investoren insgesamt weniger hoch eingeschätzt als noch vor fünf Jahren. Dies zeigt sich bei den sogenannten Multiples, beispielsweise dem Kurs-Gewinn-Verhältnis, das etwa bei Roche eher kleiner wurde, was heisst, dass die Fantasie in der Aktie früher grösser war. Die Erwartungen über zukünftige Erträge können sich indes auch wieder ändern. SW

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