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Aus Grün wird Gold: Wie Bio die Börse erobert

Trend: Mit Bio-Produkten ein gutes Geschäft machen.  Keystone

Megatrend Bio: Schweizer konsumieren weltweit am fleissigsten Bioprodukte. Vom grossen Wachstumspotenzial sollen nun auch die Anleger in der Schweiz profitieren können - dank Credit Suisse und ZKB.

Von Wolfgang Hagl
am 03.07.2015

Egal, ob grüne Energie, 3D-Technologie oder Cloud-Computing, – wenn es darum geht, tatsächliche oder vermeintliche Megatrends investierbar zu machen, sind die Anbieter von strukturierten Produkten seit jeher erfinderisch. Momentan scheint der Sektor das Thema «gesunde Ernährung» für sich zu entdecken. Mit ZKB und Credit Suisse haben zwei heimische Emittenten entsprechend Partizipationsprodukte lanciert. Beide Häuser setzen darauf, dass der internationale Markt für biologisch erzeugte Lebensmittel kräftig expandiert.

In der Tat achten weltweit immer mehr Menschen auf eine gesunde Ernährung. Dabei spielen zum einen unzählige Lebensmittelskandale eine Rolle. Hinzu kommen Ängste vor Gesundheitsrisiken aus dem Einsatz von Pestiziden oder Antibiotika in der Nahrungsmittelherstellung. Ganz zu schweigen von der ethischen Komponente in Form einer wachsenden Skepsis gegenüber den Produktionsmethoden der konventionellen Landwirtschaft, insbesondere bei der Tierhaltung.

Bio: Schweiz bei Pro-Kopf-Ausgaben führend

Laut Zahlen des Marktforschungsunternehmens Organic Monitor erreichten die Umsätze mit Bioprodukten 2013 weltweit 72 Milliarden US-Dollar. Damit hat sich der Markt seit der Jahrtausendwende annähernd verfünffacht. In der Schweiz ist das Interesse an organisch produzierten Lebensmitteln besonders gross. 2013 beliefen sich die Ausgaben pro Einwohner auf rund 200 Franken – ein globaler Spitzenwert.

Allein die Tatsache, dass weltweit der Anteil biologischer Erzeugnisse am Nahrungsmittelmarkt bei weniger als einem Prozent liegt, zeigt das enorme Potenzial des Sektors. Die Marktforscher von Grand View Research rechnen jedenfalls weiterhin mit prozentual zweistelligen Wachstumsraten. Dadurch sollen die weltweiten Umsätze mit Bio-Lebensmitteln bis 2020 auf mehr als 211 Milliarden US-Dollar zunehmen und sich damit im Vergleich zu 2013 verdreifachen.

ZKB lanciert globale Auswahl

Um die positiven Perspektiven investierbar zu machen, hat die ZKB einen Korb mit zwölf Aktien zusammengestellt. Dabei handelt es sich ausschliesslich um Unternehmen aus dem nachhaltigen Anlageuniversum der Kantonalbank. Als sogenannte «Pure Plays» verkörpern sie nach Ansicht der Emittentin den Trend der Umstellung von einer konventionellen auf eine nachhaltige Landwirtschaft perfekt. Neben einer auf Franken lautenden Variante (ISIN CH0114329722) bildet die ZKB ihren «Natural Food Basket» auch mit einem in US-Dollar denominierten Tracker-Zertifikat (ISIN CH0114329730) ab. Beide Ausführungen sind währungsgesichert. Allfällige Dividenden der enthaltenen Titel werden in das statische Portfolio reinvestiert.

Hingegen müssen Anleger bei einem von der Credit Suisse lancierten Partizipationsprodukt (ISIN CH0284214670) auf die Gewinnausschüttungen verzichten. Während die ZKB neben sieben nordamerikanischen Aktien auch zwei australische und drei europäische Valoren in ihren Basket aufgenommen hat, liegen im CS-Pendant ausschliesslich US-Titel. Von den insgesamt neun enthaltenen Unternehmen sind fünf auch im Portfolio der ZKB zu finden. Beispielsweise greifen beide Anbieter auf Whole Foods Market, die weltweit grösste Bio-Supermarktkette zurück. Überschneidungen zeigen sich zudem bei Sprouts Farmers Market, einem Betreiber von kleineren Läden sowie beim Grosshändler United Natural Foods.

Deutsche Bank als Vorreiter

Die neuen Produkte der ZKB können bereits an der Börse gehandelt werden. Hingegen bietet die Credit Suisse ihren auf US-Dollar lautenden Tracker noch bis zum 8. Juli zur Zeichnung an. Sie ruft dabei einen Ausgabeaufschlag von einem Prozent auf. Beide Banken haben eine Laufzeit von drei Jahren festgesetzt. Anleger, die einen längerfristigen Ansatz verfolgen möchten, müssen auf den deutschen Zertifikatemarkt ausweichen. Dort handelt die Deutsche Bank ein Open-End-Zertifikat (ISIN DE000DB6GQB1) auf den «Solactive Organic Food Index».

In dieser Auswahl sind aktuell 13 Sektorenvertreter enthalten. Dabei handelt es sich ebenfalls um die Erzeuger, Verarbeiter und Vermarkter von biologischen Nahrungsmitteln. Aus regionaler Sicht trägt die Methodik dem Status der USA als weltweit grösstem Markt Rechnung. Knapp 90 Prozent des Index entfallen auf die Staaten. Ein Blick auf die Performance zeigt, dass sich ein frühzeitiger Einstieg in den Megatrend gelohnt hätte: Seit der Auflage im Herbst 2006 konnte der Index seinen Wert in etwa verdreifachen.

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