Diese Sorge möchte man haben: Da sie nach dem globalen Konjunkturboom und internen Aufräumarbeiten über viel Bargeld in den Büchern verfügen, stehen die Manager börsennotierter Unternehmen vor dem Problem, wie die Cash-Bestände anzulegen sind, sodass der Aktionär zufrieden ist. Die Berater der Boston Consulting Group stellten fest, dass Unternehmenslenker dabei oft in eine der folgenden vier Fallen tappen.

Faules Geld: Hohe Barbestände liegen ungenutzt in der Unternehmenskasse und verschimmeln zu mageren Zinsen auf Festgeldkonten. Dieses «faule» Geld bringt wenig und lockt aggressive Investoren an. Diese versuchen dann die Barbestände an die Anleger, also sich selber, auszuschütten.

Nachkaufen, ohne nachzudenken: Ersatzinvestitionen werden in den Unternehmen viel seltener in Frage gestellt als Erweiterungen. Zu Unrecht: «Damit wird ein schlechter Einsatz des Kapitals fortgeschrieben, was die Marge erodieren lässt», warnt BCG-Berater Daniel Stelter.

Teure Übernahmen: Wer nicht mehr aus eigener Kraft wachsen kann, kauft einen Konkurrenten oder steigt mit einer Übernahme in ganz neue Geschäftsfelder ein. Diese Strategie ist nicht von vornherein falsch, aber: «Fusionen bringen nur dann etwas, wenn der Vorstand eine Prognose mitliefert, wie die Übernahme den künftigen Aktionärsertrag verbessert. Nur auf den Gewinn je Aktie zu schauen, reicht nicht», so Stelter.

Aktien zurückkaufen: Wenn gar nichts geht, geht ein Aktienrückkauf. In den vergangenen Jahren kauften die Konzerne mehr eigene Aktien zurück als je zuvor. Das ist gut für Aktionäre – aber Sonderausschüttungen und hohe Dividenden sind nach den BCG-Analysen besser, weil sie zusätzlich die Aktien beliebter machen und damit den Kurs deutlich stärker nach oben treiben als Rückkäufe.

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