Grosser Tag für die Schweizerische Nationalbank: Präsident Thomas Jordan stellte mit seiner Entourage um 9.30 Uhr die neue 20er-Banknote in allen Facetten vor. Sie trägt die Grundfarbe Rot und als Motive sind eine Leinwand des Filmfestivals Locarno, Schmetterlinge und ein Globus abgebildet. Die Note wird ab 17. Mai in Umlauf gesetzt.

Der druckfrische Schein löst den Vorgänger mit dem Konterfei von Komponist Arthur Honegger ab, der seit Oktober 1996 durch die Händer der Schweizer glitt. 15 Fakten, welche den Geldschein spannend machen:

1. Die neue Note ist wasserdicht

Die neue 20er-Note kann man waschen – und sie verliert trotzdem nicht an Farbe. Umwelteinflüsse haben keine Chance gegen die Sicherheitstinte der Schweizer Firma Sicpa. Deren Farben werden weltweit für Banknoten verwendet – acht von zehn Banknoten sind damit ausgestattet.

2. Papiergeld ist nicht wirklich aus Papier

Alle Schweizer Banknoten der neunten Serie bestehen nicht wirklich aus Papier, sondern einer komplexen Mischung. Das Material kommt von der Landqart AG, die ihren Sitz in Landquart/SG hat. Das Spezialpapier nennt die Firma «Durasafe» und setzt sich aus zwei Papierlagen und einem transparenten Kern aus Polymer zusammen: Kämmlingen und Linters heissen die Fasern, die bei der Baumwollproduktion als Nebenprodukte anfallen.

3. Die 20er-Note ist teuer

Das neue Geld ist nicht gerade billig in der Produktion. Die Herstellung von Schweizer Banknoten kostet 40 Rappen pro Stück, 10 Rappen mehr als noch für die vorherige Serie eingerechnet wurde.

4. Der Druck ist lukrativ

2015 erreichte Orell Füssli Sicherheitsdruck ein Betriebsergebnis (Gewinn vor Steuern und Abschreibungen) im Banknotendruck von 17,5 Millionen Franken. Bei verbesserter Produktivität und hoher Auslastung stieg der Umsatz um mehr als ein Viertel auf 117,4 Millionen Franken - ein neuer Rekord.

5. Das Leben eines Scheins ist kurz

Banknoten brauchen nicht lange, bis sie wieder aus dem Verkehr gezogen werden. Und je häufiger die Noten die Hand wechseln, desto kürzer deren Lebensdauer. Die letzte 20er-Note hatte eine Lebensdauer von einem Jahr, die alte 50er-Note eineinhalb Jahre.

6. Banknoten schrumpfen dauernd

Banknoten werden immer kleiner. Dies auch darum, weil die Bankautomaten immer kompakter werden. Je kleiner die Fläche, desto weniger Beschädigungen sind möglich. Die 20er-Note ist im Vergleich zur alten Version nur unwesentlich kleiner: sie verliert sieben Milimeter und ist noch 130 Millimeter lang. Die 1000er-Note wird aber massiv schwinden: Nach heute 181 Millimeter werden es künftig noch 158 Millimeter sein.

7. Geldscheine sind teuere Sammelobjekte

Sammler haben es auf Banknoten abgesehen. Der Münzenkatalog für 2016 beziffert den empfohlenen Preis für eine intakte 100er-Note aus dem Jahr 1907 mit 5000 Franken, eine 20er Note von 1920 kostet auch mal 1200 Franken. Der Preis richtet sich nach der Qualität der Note und der Exklusivität. Auch die Druckart, das Motiv und die historische Bedeutung spielen eine Rolle bei der Preissetzung.

8. Banknoten geben warm

Die Schweizerische Nationalbank gibt nicht nur neue Nötli in Umlauf, sie nimmt sie auch wieder zurück. Beschädigte und verschmutzte Noten werden ins Feuer geworfen. Fernwärmebezüger aus Bern und Zürich wärmen sich an 80 Tonnen Banknoten pro Jahr.

9. 400 Millionen «Papierligeld» zirkuliert

In der Schweiz sind rund 407 Millionen Banknoten im Gesamtwert von 67 Milliarden Schweizer Franken in Umlauf. Dabei stieg die Vertreitung der 1000er-Note in den letzten Jahren stark an: Waren es 2004 noch 20 Millionen Schweizer Franken in 1000er-Scheinen, stieg der Wert 2015 auf 42 Millionen Schweizer Franken.

10. Abermillionen Noten segnen pro Jahr das Zeitliche

2015 hat die Schweizerische Nationalbank 421 Millionen Banknoten herausgegeben und 409 Millionen eingesammelt. Dabei wurden 71 Millionen Exemplare vernichtet. Ein verschwindend kleiner Teil, nämlich 2356 Stück, stellten sich als gefälschte Exemplare heraus.

11. Jede Note gibt es nur einmal

Obwohl die neue Serie der Schweizer Banknoten immer gleich aussieht, so täuscht dies. Der Orell Füssli Sicherheitsdruck, wo die Noten erst mit Farben und Chemikalien bedruckt werden, verpasst jeder einzelnen Banknote eine Seriennummer – dies macht jedes Exemplar zu einem Unikat.

12. Auch alte Noten sind etwas wert

Auch wenn die SNB ab dem Tag, an dem sie die neue 20er-Note in Umlauf bringt keine alten Scheine mehr verteilt, behalten sie ihren Wert. Auch kaputte Noten können weiterhin zum Zahlen verwendet werden. Dabei soll auch abgeschafft werden, dass für den Umtausch eine festgelegte Zeitspanne bleibt. Stattdessen soll der Umtausch unbefristet möglich werden, wie der Bundesrat plant.

13. Hoher Stromverbrauch

Die Banknoten sind kein besonders umweltkritisches Produkt, meint die SNB. Trotzdem entspricht die Umweltbelastung der Banknoten etwa zwei Dritteln der gesamten Umweltbelastung der Nationalbank gemäss jährlicher Betriebsökobilanz. Für diesen überraschend hohen Wert ist einerseits die grosse Menge der umgesetzten Noten und andererseits der hohe Stromverbrauch vor allem bei Lagerung und Verarbeitung ausschlaggebend.

14. Schweizer Banknoten sind die sichersten...

Bei der Serie 9 der Schweizer Banknoten gehört zur fälschungssichersten der Welt. 15 Sicherheitsmerkmale wie Kippeffekt, Wasserzeichen, Silberfäden oder Mikrotext sorgen dafür, dass Fälscher beim Kopieren die Haare raufen werden.

15. ... und auch die schönsten

Das im vergangenen Frühjahr veröffentlichte 50er-Nötli ist der schönste Geldschein der Welt. Das hat die International Bank Note Society (IBNS) im April befunden. Der Schein hatte sich damit gegen rund 60 andere Banknoten durchgesetzt, die im vergangenen Jahr rund um den Globus im neuen Design in Umlauf gebracht wurden.

Im Video sehen Sie die Präsentation der neuen 20-Franken-Note:

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