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Londons Nobel-Bezirke zu teuer für Banker

Londons Nobel-Bezirke zu teuer für Banker
London: Ein Blick auf den Finanzdistrikt der britischen Hauptstadt.  Keystone

Am Rande der City of London entsteht ein neues Wohnviertel. Es ist ein Viertel für diejenigen, die für Villen in Mayfair und Knightsbridge nicht mehr mit den Ultrareichen mitbieten können.

Am Rande der City of London, dem Finanzdistrikt der britischen Hauptstadt, entsteht ein neues Wohnviertel für diejenigen, die für Villen in Mayfair und Knightsbridge nicht mehr mit den Ultrareichen mitbieten können.

Mehr als 2000 Appartements sind vom Old-Street-Kreisel am Nordwestrand der City und entlang der City Road Richtung Norden geplant oder im Bau. Im Finanzdistrikt selbst, der so genannten Square Mile, entstehen weitere 842 Einheiten.

«Knightsbridge ist eine der begehrtesten Adressen weltweit. Wer dort ein Haus kaufen will, muss potenzielle Käufer wie Staatsfonds und Oligarchen überbieten», sagt Giles Hannah, Senior Vice President von Christie’s International Real Estate. «Selbst wer die grosszügigsten Vergütungspakete erhält, hat damit häufig Schwierigkeiten.»

105'000 Euro je Quadratmeter

Russische Milliardäre und Investoren aus China oder dem Nahen Osten haben die Preise in Mayfair und Knightsbridge auf bis zu 7000 Pfund je Quadratfuss (105'000 Euro je Quadratmeter) hochgetrieben. In der City und an ihrem Rand kosten neue Eigenheime gewöhnlich weniger als ein Viertel davon, zeigen Daten des Immobilienmaklers Jones Lang LaSalle Inc.

In den teuersten Wohngegenden Londons sind die Hauspreise seit 2009 um mehr als 60 Prozent geklettert. Dazu beigetragen haben nicht zuletzt das schwache Pfund, rekordniedrige Zinsen und der Zuzug von ausländischen Investoren, die von der Geschichte der Stadt als Finanzzentrum angezogen wurden.

Rekordkaufpreise sind gang und gäbe

Rekordkaufpreise sind mittlerweile gang und gäbe. CPC Group von Christian Candy verkaufte im Mai ein Penthouse im One-Hyde- Park-Komplex in Knightsbridge für 175 Millionen Pfund (243 Millionen Euro). British Land Co. verkaufte Appartements im Clarges- Mayfair-Projekt nahe dem Hotel Ritz für mehr als 5000 Pfund je Quadratfuss - einen Rekordpreis für den Bezirk.

Der kometenhafte Anstieg der Preise hat Raum für Immobilienentwickler eröffnet, die in dem Marktsegment unterhalb der Höchststufe tätig sind. Direkt in der City of London haben sie es allerdings schwer, grössere Eigenheimprojekte zu realisieren. Der Bezirk hat die Zahl der Baugenehmigungen auf lediglich 110 Einheiten pro Jahr begrenzt. Immerhin wurde 2013 der Heron-Luxus-Komplex fertiggestellt. Der Entwickler Heron International sucht dort derzeit einen Käufer für ein Penthouse für 15 Mio. Pfund.

«Weiteren Wohnprojekten wird eine sehr niedrige Priorität zugestanden, da die Entwicklung von Gewerbefläche nur behindert wird, wenn verstreut über die City überall mehr Leute wohnen», sagt Peter Rees, der früher für die Stadtplanung in der City zuständig war. «Um die City herum entstehen regelrechte Wälder von Wohneinheiten», da die Planung dort weniger restriktiv sei, fügt er hinzu.

Umbau im Finanzdistrikt

Jetzt baut der chinesische Entwickler Reignwood Group des Milliardärs Chanchai Ruayrungruang das frühere Gebäude der Hafenbehörde im Finanzdistrikt um. Neben 41 Appartements entstehen dabei ein Four Seasons Hotel und ein Klub für private Mitglieder. In dem 100 Jahre alten Gebäude wird auch ein Penthouse mit 840 Quadratmetern Wohnfläche entstehen, das einen Ausblick über den Tower of London bietet.

CPC Group hat zudem die Genehmigung erhalten, zusammen mit Barratt Developments Plc. 165 Luxusappartements in der Nähe des Tower of London zu bauen. Auf den Markt sollen die Wohnungen 2016 oder 2017 kommen, sagt Barratt-Chef Mark Clare.

Der Londoner Entwickler Helical Bar Plc baut 236 Appartements am Nordwestrand der City. Davon sind 51 Einheiten bereits verkauft, für weitere sieben liegen Reservierungen vor, sagt Executive Director Gerald Kaye. Ein Penthouse wurde für 4 Millionen Pfund verkauft.

«Das Interesse von britischen Käufern aus dem Finanzdienstleistungssektor ist sehr gross», sagt Kaye. «Sie arbeiten häufig bis spät in der City und sind deswegen sehr daran interessiert, danach nicht noch in einen anderen Teil Londons fahren zu müssen.»

(bloomberg/ccr)

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