Der jüngste Bau-Boom bei Hotels in New York hat mit Blick auf die vergangenen fünf Jahre zu einem Anstieg von 21 Prozent bei den Zimmern geführt. Das wiederum bremst nun die Preise für Übernachtungen aus.

Das ist zwar gut für Reisende. Doch für Hotelkonzerne wie Hilton Worldwide Holdings Inc. und Hyatt Hotels Corp. begrenzt die Entwicklung das Zimmer-Umsatzwachstum, wie Manager beider Unternehmen sagten.

Mehr als 100'000 Hotelzimmer

Die Popularität New Yorks bei Entwicklern und Investoren hatte die Anzahl der Hotelzimmer in der Stadt auf mehr als 100'000 klettern lassen. Rund 27'000 weitere sind geplant oder befinden sich im Bau.

«Wer zu Spitzenzeiten versucht, ein Zimmer zu bekommen, für den ist es noch immer sehr teuer. Aber es wird ruhigere Zeiten geben, in denen man ein Schnäppchen machen kann - was beim letzten Boom nicht der Fall war», sagt David Loeb, ein Hotel-Analyst bei Robert W. Baird & Co.

Steigende Übernachtungspreise

Die Übernachtungspreise in New York werden nach Angaben des Marktforschers STR Inc. dieses Jahr nur um 1,5 Prozent steigen, während für San Francisco mit 7,5 Prozent und in den gesamten USA mit 5,2 Prozent gerechnet wird.

Die Übernachtungspreise in New York, dem grössten Hotel- Markt in den USA, lagen vergangenes Jahr im Durchschnitt bei 263,45 Dollar (232 Euro) pro Nacht - verglichen mit 115,32 Dollar in den USA insgesamt.

Herausforderungen im New Yorker Hotelmarkt

Hilton erwartet, dass der New Yorker Hotelmarkt in diesem Jahr «Herausforderungen» mit sich bringt, wie Vorstandschef Christopher Nassetta diesen Monat erklärte. CEO-Kollege Mark Hoplamazian von Hyatt sagte, der Zimmerumsatz sei im vierten Quartal bei den drei New Yorker Hotels, die das Unternehmen besitzt, «leicht» gefallen.

Hersha Hospitality Trust, Besitzer von 17 Hotels in New York, hatte für das vierte Quartal ein Umsatzwachstum von 2,2 Prozent in der Stadt berichtet - während es bei seinen Hotels an der Westküste um 17 Prozent, in Washington um 15 Prozent und in Boston um 10 Prozent aufwärts ging.

Billige Hotels im Kommen

«Eine Menge neuer Hotels haben eröffnet. Und es werden noch eine Menge weiterer öffnen, besonders dieses und nächstes Jahr», sagte Nikhil Bhalla, Analyst bei FBR & Co. «In New York hatte es immer einen Mangel an billigeren Optionen gegeben. In dieser Kategorie gab es grosses Wachstum.»

Ähnlich sieht das auch Loeb: «Wenn man so viele Hotels mehr hat, besonders in Teilmärkten wie etwa dem Times Square, gibt es einen psychologischen Effekt bei den Leuten, die die Preise festsetzen. Sie sind zurückhaltender, die Preise anzuheben, und zu riskieren, dass Gäste dadurch zur neuen Konkurrenz in derselben Strasse abwandern.»

Hotelbau-Boom verlangsamt sich

Der Hotelbau-Boom in New York - die Stadt wurde vergangenes Jahr von 55 Mio. Menschen und damit von so vielen wie noch nie zuvor besucht - wird sich nach Meinung von Experten bis 2017 aller Wahrscheinlichkeit nach verlangsamen. Das dürfte nicht zuletzt an der Erholung anderer Immobilien-Märkte liegen, etwa in den Bereichen Einzelhandel und Büros - was Investoren dorthin ziehen könnte.

«Auf der Angebotsseite wird es wieder eine Verlangsamung geben», sagt Bhalla. «In den kommenden zwei bis drei Jahren wird sie sich nicht im Gleichschritt mit der Nachfrage bewegen. Aber das ist nur vorübergehend.»

(bloomberg/ccr)

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