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Pyramide 
Herzog & de Meuron drücken Paris ihren Stempel auf

Lange war Paris Sperrgebiet für Hochhäuser, nun darf wieder hoch hinaus gebaut werden. Diese Gelegenheit nutzt das Schweizer Architekturbüro Herzog & de Meuron. Doch ihr Projekt hat viele Kritiker.

Von Gabriel Knupfer
2017-03-22

Paris ist eine der schönsten Metropolen der Welt – gerade weil es so wenige Hochhäuser hat. Nach dem Bau des Tour Montparnasse in den 1970er Jahren verbot Paris über viele Jahre die Errichtung von hohen Gebäuden in der Innenstadt. Das 210 Meter hohe Bürohaus – bekannt als eines der hässlichsten Gebäude der Welt – sollte ein einmaliger Ausrutscher in der Baugeschichte der Stadt bleiben.

Direkt hinter der Stadtgrenze wuchs in der Zwischenzeit das Hochhausviertel La Défense in die Höhe. Doch nun ist das Verbot aufgehoben und auch innerhalb der Stadtgrenze kann wieder hoch gebaut werden. Als erstes Architekturbüro haben Herzog & de Meuron nach langem hin und her 2015 grünes Licht für ihren Tour Triangle erhalten. Noch in diesem Jahr wird der Spatenstich erfolgen, die Fertigstellung ist 2021 geplant.

Nur zwei Gebäude sind höher

Der Tour Triangle ist eine 180 Meter hohe Glaspyramide mit einem trapezförmigen Grundriss. Nur wenige Kilometer vom Eiffelturm entfernt wird der Bau als dritthöchstes Gebäude der Stadt ein weit sichtbares Wahrzeichen des neuen Paris werden. Kein Wunder, war das Projekt politisch höchst umstritten.

Zu den Kritikpunkten gehörten nicht nur die erschlagenden Dimensionen des Turmes, sondern auch die grundsätzliche Frage nach dem Sinn von 70'000 Quadratmetern zusätzlicher Bürofläche an diesem Standort. Ein monolithisches Hochhaus weit entfernt vom Viertel La Défense mache auch wirtschaftlich keinen Sinn, hiess es von Seiten der Kritiker.

Vergleich mit anderen Wahrzeichen

Die Debatte um den Turm dauert schon fast zehn Jahre. 2014 erteilte das bürgerlich dominierte Stadtparlament von Paris dem Plan von Herzog & de Meuron eine Absage. Doch die sozialistische Bürgermeisterin Anne Hidalgo brachte den Prestigebau schliesslich mit einigen Modifikationen doch noch durch. So wird nun etwas mehr Raum für Restaurants und Kultur reserviert.

Die erwarteten Baukosten von 500 Millionen Euro finanziert ein Immobilienkonzern. Auf der Webseite der Erbauer verteidigen diese den Nutzen und den architektonischen Wert des Baus. Auch der Eiffelturm und die Glaspyramide vor dem Louvre von Ieoh Ming Pei seien zu Beginn heftig kritisiert worden. Zudem sei nicht die gesamte Stadt als Unesco-Welterbe geschützt, sondern lediglich das Ufer der Seine in Paris.

Brexit soll Paris Schub verleihen

Auch La Défense soll in den nächsten Jahren einen grundlegenden Wandel erfahren. Nach dem Brexit-Votum der Briten will Frankreich mehr Firmen in die Region Paris locken. Im Rahmen einer Marketingkampagne für das Hochhausviertel hat Präsidentschaftskandidat Emmanuel Macron Ende Februar sieben geplante Wolkenkratzer vorgestellt. Mit im Boot sind unter anderen die Stararchitekten Jean Nouvel und Norman Foster.

Welche spektakulären Wolkenkratzer bis 2020 weltweit noch geplant sind, sehen Sie in der Bildergalerie unten:

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