1. Home
  2. Lifestyle
  3. Essen & Trinken
  4. «Maison Manesse»: Schlicht grossartig

A la carte 
«Maison Manesse»: Schlicht grossartig

«Maison ­Manesse» eröffnete vor einem Jahr in Zürich.

Neugierde, Experimentierfreude, eine Portion Frechheit – in der «Maison Manesse» münden diese Eigenschaften in tolle Gerichte.

Von Monique Rijks
16.09.2014

Vor einem Jahr eröffneten Fabian Spiquel und Miguel Ledesma ihre «Maison ­Manesse». Die Nachricht, dass man in Zürich endlich auf hohem Niveau in einer unkomplizierten, sympathischen Umgebung essen konnte, breitete sich wie ein Lauffeuer aus. Wer einen der ­begehrten Tische ergattern wollte, musste mit einer Engelsgeduld gesegnet sein. Inzwischen hat sich die Situation beruhigt. Die Tische in der hübschen Gaststube sind nach wie vor begehrt, aber wer, wie wir, Anfang Woche Lust auf «MM» hat, findet auch spontan einen Platz.

Für die sorgfältige Einrichtung, den herzlichen Service und die breite Auswahl an Getränken ist Miguel Ledesma verantwortlich. Seine Affinität zu ­schönen Sachen macht sich im ganzen Raum bemerkbar, seine Leidenschaft für guten Gin zeigt sich an der schmalen Wand zur Bar hin: 103 verschiedene ­Flaschen ­reihen sich aneinander. Wir probierten die Hauskreation, eine prickelnde ­Mischung aus Gin und Grüntee vom ­exklusiven Label Shui Mei Tang mit einem eigenwilligen süss-blumigen ­Abgang. Wow!

Anders als bei den Getränken – im Keller lagern mehr als 600 verschiedene Weine – präsentiert sich die Karte schlicht: Zwei Menus – ein vegetarisches und eines mit Fleisch – stehen zur ­Auswahl. Beide sind als Fünf-, Sechs- oder Siebengänger zu haben. Woche für Woche werden einzelne Gerichte ausgewechselt, einmal im Monat beide Menus ganz ­erneuert.

Egal wofür man sich entscheidet: Allen Gerichten gemeinsam sind ihre fantasievollen Kombinationen und die eigenwillige Art ihrer Präsentation. Zu den Höhepunkten unseres Sechsgängers zählten: eine samtige Verbindung von Foie gras und einem zarten Spiegel aus Ziegenmilch obendrauf; das sogenannte «63°-Ei», das nach einer alten chine­sischen Kochtradition eine Stunde lang bei genau 63 Grad in der Schale gekocht wurde; das konfierte Spanferkel, das mit einem tollen scharfen Kimchi serviert wurde; und die uner­wartete Schokolade-Himbeer-Liebstöckel-Kombination beim Dessert.

Spiquel wurde da und dort schon als «junger Wilder» bezeichnet – seine ­Gerichte zeugen eher von einem neu­gierigen, weltoffenen Menschen, der mit viel ­Fantasie sowie noch mehr Disziplin und Ernsthaftigkeit ungewöhnliche ­Visionen umsetzt. Und damit seine Gäste begeistert. So auch mich.

Bewertung:

★★★★★ Küche

★★★★★ Preis-Leistungs-Verhältnis

★★★★★ Weinkarte

★★★★★ Service

«Maison Manesse»
Hopfenstrasse 2
8045 Zürich
Telefon 044 462 01 01

geöffnet montags bis freitags 11.45 bis 14 Uhr sowie dienstags bis samstags ab 18 Uhr

www.maisonmanesse.ch

Anzeige