Strickwaren, Schnaps, Pralinen und Gutscheine erzeugen unter dem Weihnachtsbaum bei den Beschenkten oft nur ein müdes Lächeln. Im Digitalzeitalter sind neue Ideen gefragt. Dabei darf man aber auch weiterhin stricken.


Aber statt Socken sind beispielsweise wollene Schutzhüllen für Handys gefragt. Weil die im Alltag aber eher unpraktisch sind, kauft man sich besser fertige Hüllen, und verschönert diese mit eigenen Ideen. Mit Heisskleber und Glasperlen werden diese individuell. Wer den Umgang mit einem scharfen Schneidmesser nicht scheut, darf die Hülle auch scherenschnittmässig mit neuen Mustern versehen. Dann sieht man auch endlich wieder, dass der Besitzer ein teures Handy-Modell mit Gold-Gehäusefarbe gewählt hat. Viele Fotobelichter im Internet drucken sogar Schutzhüllen für Handys und Tablets mit persönlichen Bildern.

Saft für Notfälle

Grundsätzlich kann man Besitzer moderner Spielzeuge auch immer mit passendem Zubehör überraschen. Weil Akkus von Smartphones gegen Ende der Partynacht schlapp machen, gehören ins moderne Handtäschchen auch Not-Akkus im Lippenstiftformat. Die haben ausreichend Energie, um im Notfall digitale Begleiter schnell aufzuladen, damit sie auch noch in der Morgenstunde die letzten Selfies knipsen können.

Weil der Speicher der digitalen Begleiter oft nicht ausreicht, lassen sich gute Geräte mit daumennagelgrossen SD-Speicherkärtchen erweitern. Selbstverständlich verschenkt man diese nicht einfach leer, sondern füllt sie liebevoll mit Musik und den schönsten Familienbildern, bevor sie unter dem Weihnachtsbaum landen. Auch USB-Speichersticks lassen sich so personalisieren. Neue Modelle mit Spezialanschlüssen arbeiten sowohl an iOS-Geräten als auch Androiden, die mit üblichen Speicherkärtchen nicht zurecht kommen.

Leseratten und Musikfreunde

Wer Leseratten überraschen will, verpackt kein Buch, sondern schenkt ihnen einen E-Book-Reader. Selbstverständlich kann man auch diese bereits mit einigen Büchern füllen, damit die Festtage voller Lesestoff sind. Wer eher musikalische Ambitionen hat, kann statt einer CD auch ein Abo für einen Musik-Streaming-Dienst verschenken. Damit kann man an PC und Mobilgeräten monatelang unbeschränkt viel Musik aus einer riesigen Sammlung anhören.

Dieses Geschenk lässt sich persönlicher machen, wenn man vorgängig eine sogenannte Playliste anlegt. Man sammelt dort die 20 romantischsten oder wildesten Songs, die zur beschenkten Person passen.

Wer raumfüllend hören will, welchen Musikgeschmack die Jugend hat, schenkt ihr Aktivboxen, damit die Handy-Musik aus grossen Lautsprechern tönen kann. Gute Modelle verfügen nicht nur über Bluetooth-Funk mit geringer Reichweite, sondern integrieren sich ins heimische WLAN und stehen so verschiedenen Geräten und auch für Zusatzfunktionen wie Streaming-Musik und Internetradio zur Verfügung.

Appgefahrene Geschenke

Vor allem Teenager verprassen viel Taschengeld in den App-Stores von Apple und Google. Entsprechende Geschenkgutscheine haben mehr Charme, als das übliche Geldnötlein von Gotte und Götti.

Wanderfreunden kann man sogar die ganze Schweiz als App schenken. Bei www.toposhop.ch kann man einen Gutscheincode kaufen, dessen Empfänger für ein Jahr lang sämtliche topografischen Karten auf iOS- oder Android-Geräte laden kann.

Vor allem bei den Schenkenden beliebt, sind Präsente mit pädagogischem Augenzwinkern. Bücher wie «Die 10-Kilo-Abspeckdiät» kommen aber deutlich schlechter an, als neue digitale Fitnessmotivatoren. Smarte Armbänder und Uhren kontrollieren fortwährend, ob sich der Besitzer fleissig bewegt. Dazugehörige Apps und Internetdienste sorgen mahnend für die tägliche Bewegungsration und lassen Ehepaare zum sportlichen Wettstreit um «mehr Schritte pro Tag» antreten.

(sda/ccr)

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