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Tote leben länger - so auch der Fax

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Fax: Zum Faxen braucht es nicht unbedingt ein Faxgerät.  Pixabay

2018 wird zum Schicksalsjahr für viele Faxgeräte in der Schweiz. Dafür sorgt eine technische Umstellung. Eine zu viel möglicherweise, denn bis jetzt hält sich die Uralt-Technologie erstaunlich.

Faxgeräte haben offenbar mehr als ein Leben. Obwohl die Swisscom mit der Digitalisierung ihres Netzes der Uralt-Technologie zusetzt, wollen nach wie vor viele Unternehmen nicht auf den Fax verzichten.

Das kommende Jahr wird für viele Faxgeräte in der Schweiz ein Schicksalsjahr. Weil die Swisscom 2018 ihr Telefonnetz von analog auf digital umstellt, müssen Besitzer von Faxgeräten einen Aufwand betreiben, wenn sie weiter faxen wollen. Die Umstellung bringt zudem mit sich, dass Störungen beim faxen häufiger werden.

Bei Geschäftskunden beliebt

Denn bei der künftigen digitalen Übertragung können Datenpakete und damit Teile der Information verloren gehen, worauf Faxgeräte sehr empfindlich reagieren. In vielen Fällen brechen sie dann die Übertragung ab.

Für kaum noch genutzte Geräte dürfte das wohl das Aus bedeuten. Ein Fall für das Museum ist die über 40 Jahre alte Technologie damit trotzdem nicht. Denn gemäss Auskunft der Swisscom ist und bleibt das Versenden von Faxnachrichten bei den Geschäftskunden verbreitet. Die Swisscom zählt in der Schweiz immer noch 500'000 Fax-Telefonbucheinträge und ungefähr 400'000 Faxgeräte.

Ärzte, Verkäufer und Anwälte

Laut Swisscom-Sprecher Armin Schädeli setzen vor allem international tätige Unternehmen bei der Kommunikation mit Kunden und Partnern im Ausland noch auf Faxnachrichten. Aber auch viele nur im Inland tätige Betriebe halten noch am Fax fest.

So steht gemäss Schädeli noch in vielen Arztpraxen ein Fax, um Befunde, Patientendossiers und Laborberichte zu versenden. Ebenso läuft in der Schweizer Wirtschaft immer noch ein Teil der Bestellungen über diesen Kommunikationskanal. So wird zum Beispiel bei der Migros zum Teil per Fax mit Lieferanten kommuniziert. Und Anwälte setzen den Fax in der Kommunikation mit Amtsstellen ein.

Faxen 2.0

Der wohl wichtigste Grund für das lange Leben des Fax ist jedoch, dass dazu schon seit längerem kein eigentliches Faxgerät mehr gebraucht wird. Faxe senden und empfangen können auch viele Kopiergeräte, Drucker und Computer. Viele Unternehmen haben auch auf rein digitale Lösungen umgestellt. Wenn also Firmen immer noch eine Fax-Nummer führen, heisst das nicht, dass sie auch tatsächlich noch faxen.

Die Swisscom geht dabei davon aus, dass der analoge Kommunikationsservice mittel- bis langfristig dann doch noch verschwindet. Die Umstellung der Netze auf digitale Übertragung ist dabei für den Fax eine kleine Hürde, die diesen Prozess beschleunigt.

(sda/jfr)

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