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Jean-Claude Biver: Apple Watch ist keine Gefahr

Hublot-Präsiden Biver: «Der Apple Watch fehlt die ästhetische Spannung»  Keystone

Jean-Claude Biver zeigt sich enttäuscht vom Design der neuen Apple Watch: Die Uhr sei allenfalls gewöhnlich und stelle für Schweizer Uhrenmacher keine Gefahr dar, so der Hublot-Präsident im Gespräch.

Von Mathias Ohanian
12.09.2014

Die wohl schillerndste Persönlichkeit der Schweizer Uhrenindustrie ist vom Design der neuen Apple Watch enttäuscht. Nach Ansicht von Hublot-Präsident Jean-Claude Biver weist die Smartwatch des amerikanischen Techgiganten kein Alleinstellungsmerkmal im Vergleich zu anderen Chronometern auf.  «Die Apple Watch sieht aus wie Uhren, die man bereits gesehen hat», sagte er im Gespräch mit «handelszeitung.ch».

Damit bekräftigt der Waadtländer Überlegungen anderer Designexperten. So sieht etwa Sandra Kaufmann von der Zürcher Hochschule der Künste grosse Ähnlichkeit zwischen der Apple Watch und Modellen des Genfer Herstellers Ikepod (siehe auch Bildgalerie unten).

«Apple Watch ist ein wenig steril»

«Aus Sicht eines Designprofessors mag die Apple Watch vielleicht perfekt sein – ein Student würde 10 von 10 Punkte erhalten», sagte Hublot-Präsident Biver, «aber Perfektion ist nicht alles.» Der 64-Jährige, der auch das Uhrengeschäft des französischen Luxusgüterkonzerns LVMH leitet, vermisst bei der Apple Watch die «ästhetische Spannung», zudem fehle das «Sex-Appeal». Auf Biver wirkt die am Dienstag vorgestellte Neuheit der Kalifornier «ein wenig steril, die Uhr ist weder männlich noch weiblich.»

Dabei zieht Biver einen Vergleich mit den Ambitionen japanischer Autohersteller im Wettlauf mit ihren europäischen und amerikanischen Konkurrenten. Die Uhr von Apple «erinnert mich fast an die Autos, die Toyota vor 20 Jahren herstellte: Sie waren zwar perfekt, aber hatten keine eigene Seele.»

«Apple bringt Schweizer Uhrenbauer nicht in Bedrängnis»

Deshalb ist Biver auch überzeugt, dass die Apple Watch keine Gefahr für die hiesigen Hersteller darstellen wird: «Mit dieser Uhr wird Apple die Schweizer Uhrenindustrie sicher nicht in Bedrängnis bringen.» Davor hatte zuletzt so mancher Experte aus den USA gewarnt. So könne die iWatch den Umsatz von Swatch schmälern, erwartet Mario Ortelli, Luxusspezialist und Analyst bei Bernstein Research.

Harvard-Professor Ryan Rafaelli warnte im Handelszeitung-Interview: «Bedroht sind die Uhren in der niedrigen mittleren Preiskategorie, die sich allein aufgrund ihrer Funktionalität verkaufen.»

«Batterie von Apple Watch wohl kein Verkaufsargument»

Biver indes beruhigt: «Es mag sein, dass die Apple Watch ein Verkaufserfolg wird – weil Apple cool wirkt und das Unternehmen sich und seine Produkte zu verkaufen weiss.» Aber der Erfolg dürfte kleiner sein, als man es sich bei Apple ausmalt, glaubt er.

Das liegt seiner Ansicht nicht nur am gewöhnlichen Design der Uhr. Die Frage werde auch sein, wie lange die Batterie hält. Darüber schwieg sich Tim Cook bei der Präsentation in Cupertino aus – im Gegensatz zur Laufzeit bei den neuen Modellen des iPhones, über die er detailliert referierte. «Das scheint kein Verkaufsargument für die Uhr zu sein, sonst hätte Apple bei der Präsentation darauf explizit hingewiesen», so Biver.

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Apple Watch und Ikepod: Zum Verwechseln ähnlich

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Ikpeod Solaris SCB 12. Keramikgehäuse mit Edelstahlarmband. Hersteller: Ikepod, Genf.