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Digitalisierung 
Smart-Home: Ein Heim, das aufs Wort gehorcht

Google Home: Der Lautsprecher im Raviolibüchsendesign übernimmt die Steuerung.

Das smarte Home entwickelt sich von der futuristischen Idee zur praktischen und günstigen Realität. An Ideen fehlt es Apple, Google, Amazon und Schweizer Entwicklern dabei nicht.

Veröffentlicht 23.05.2016

Smartphones verwöhnen uns im Alltag. Hat man Hunger, ruft man einfach «Ok, Google, navigiere zu Fuss zur nächsten Pizzeria», und schon hilft das Handy, schnellstmöglich den Hunger zu stillen.

Ist man in seinen trauten vier Wänden, kämpft man sich dann aber meist in anachronistischer Weise mit der Haustechnik. «Ok, Google, mir ist zu kalt» bringt bestenfalls einige Fotos von Eisbären auf das Handy-Display. Die Heizung wird deshalb aber nicht eingeschaltet. Bestenfalls kann man die passende Heizungs-App auf dem Handy starten und dort die Temperatur regeln.

Digitale Butler

Diesen Herbst kriegt das traute Heim nun aber einen Innovationsschub. Google, Apple und Amazon bewerben sich dabei als digitale Butler. Beeindruckend ist beispielsweise das Video, mit dem Google diverse Home-Lösung ankündigt. Im Zentrum steht ein Lautsprecher im Raviolibüchsendesign, der permanent lauscht und mit «Ok Google» aufgeweckt wird.

Er steuert im Video nicht nur die Musik im ganzen Haus, sondern spielt zu gesuchten Infos auch gleich Videos auf dem Fernseher ab. Da Google mit Nest auch ein eigenes Heizungssteuerungsystem verkauft, wird sich auch dieses einfach integrieren lassen.


Quelle: Youtube

Apple will Haussteuerung vereinen

Auch bei Apple will man mit dem smarten Home vorwärts machen. In wenigen Monaten soll eine spezielle HomeKit-App verfügbar sein, welche die Haussteuerung verschiedenster Hersteller vereinen kann. Bisher bastelte jeder Hersteller seine eigene Homekit-App.

Bereits länger versucht Amazon in den USA mit seinem zuhörenden Echo-Lautsprecher das Heim verständnisvoller machen. Neben den üblichen Steuerfunktionen spielt Amazon dabei vor allem seine Stärke als «Riesenwarenhaus» aus. Der Ausruf, «Alexa, ich hab keine Milch mehr» dürfte also in naher Zukunft mit der Antwort «Amazon liefert dir in drei Stunden zwei Liter Milch» beantwortet werden.

Der Kühlschrank lernt sehen

Schlauer wäre es natürlich, wenn der Kühlschrank selber merkt, dass die Milch ausgeht. Das kann zwar noch keiner, aber immer mehr Hersteller erlauben per App den Blick in den geschlossenen Kühlschrank. Dies funktioniert dank eingebauter Videokameras.

Teils futuristisch sind die Smart-Home-Lösungen von Samsung, die versuchen von der Waschmaschine über den Kühlschrank bis zum Fernseher alle eigenen Produkte zu integrieren. In den USA können gut betuchte bereits einen Family Hub Kühlschrank ordern. Er weiss dank Kameras, was in ihm steckt und sein 21-Zoll-Display dient nebenbei auch als Tablet und Fernseher. Der Preis von 6000 US-Dollar ist aber happig.

Schweizer Integratoren

An Ideen für das smarte Home fehlt es nicht. Jeder Konzern versucht dabei aber, sein eigenes Süppchen zu kochen. Als Konsument will man aber nicht in einem Google- oder Apple-Haus wohnen, sondern Lösungen verschiedenster Hersteller integrieren. Dieser Herkulesaufgabe haben sich beispielsweise die Schweizer Entwickler von Digitalstrom verschrieben. Sie vereinen smarte Duschkabinen mit Multiroom-Audio und Rollladensteuerung. Der Datentransfer via Stromkabel sorgt dabei für sichere und zuverlässige Verbindungen zu Lichtern und gewohnten Schaltern.

Stolpersteine für das smarte Home bleiben aber weiterhin Privatsphäre und Zuverlässigkeit. Denn dass Google oder Apple permanent im Schlafzimmer mitlauschen und die künstliche Intelligenz ihrer digitalen Butler nur durch immense Datensammelei steigern können, schreckt ab. Ungelöst sind auch Fragen der Zuverlässigkeit. Denn wenn die Internetverbindung abbricht, ist auch Googles Smart Home Lautsprecher genauso so dumm wie eine Büchse Ravioli.

(sda/ccr)

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