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Emotional und hochaufgelöst: Die Zukunft des Fernsehens

4K: Das japanische Fernsehen will schon 8K testen.  Keystone

Heute müssen Fernseher viel bieten, um die Zuschauer vor den Geräten zu fesseln, denn immer weniger schauen fern. Was die Fernseher in Zukunft können müssen und warum 4K erst der Anfang dabei ist.

Veröffentlicht 29.04.2016

Die nächste Generation von Fernsehgeräte wird noch grösser und bringt noch bessere Bilder in die Stube. Doch immer weniger schauen einfach fern, sondern man geniesst zeitversetzt Verpasstes, Lieblingsfilme auf Abruf, Sportereignisse in 4K-Qualität und die Ferienfilme von Freunden via Youtube.

Die Zeiten, als sich um 19.30 Uhr die Familie für die Tagesschau vor dem Fernseher versammelte, sind vorbei. Heute sitzt bestenfalls noch die Grosselterngeneration pünktlich im Sofa. Die Jüngeren sehen sich die Tagesschau irgendwann später an. Denn dank zeitversetztem Fernsehen spult man einfach im verpassten TV-Programm zurück.

Die Teenies lassen sich nur noch für Konsolenspiele oder Live-Sport vor den Fernseher locken. Das restliche Informations- und Unterhaltungsbedürfnis wird in Videodiensten, Newsportalen, Social-Media-Plattformen und Youtube auf Handy und Tablet zusammengeklickt. Das ist das Fazit der weltweiten GfK-Studie ViewScape, die am Branchentreffen IFA GPC in China präsentiert wurde.

Emotionen sind gefragt

Dennoch ist der Fernseher nicht tot. Aber er muss sich gewaltig anstrengen. Vor allem, muss er sich nahtlos mit dem Internet verbinden und emotionsreichere Bilder zeigen, als die Mobilgeräte. Dies gelingt vor allem TV-Modellen mit 4K/UHD-Auflösung und grossen Bilddiagonalen. Hier sieht man die Träne der Schauspieler im Augenwinkel aufblitzen, bevor sie losheulen. Und Fussballfans wissen immer, wo der Ball ist. Smartphone-Zuschauer können diesen nur erahnen.

Von der 4K-Entwicklung wurden allerdings die Fernsehsender überrollt. Sie senden zwar in Full-HD, nutzen dabei aber meist nur einen Drittel der 4K-Bildqualität. Beim Schweizer SRF besteht das Bild aus 720 Bildzeilen. Ein 4K/UHD-Fernsehgerät könnte 2160 Bildzeilen darstellen. Das Schweizer Fernsehen wird die Umstellung auf 4K erst in einigen Jahren vornehmen.

Fussballspiele in voller Auflösung

Die 4K-Lücke füllen inzwischen andere Inhaltslieferanten wie Swisscom TV und Netflix. Swisscom hat mit der Auslieferung ihrer 4K-Setop-Box begonnen, welche die volle Bildqualität der neuen Fernsehgeneration unterstützt. Über die Box lassen sich aus Spielfilme in 4K-Qualität mieten. Ferner wird Swisscom einzelne Spiele der Fussball EM 2016 sowie zahlreiche lokale Fussballspiele in echter 4K-Auflösung verbreiten.

Eine ähnliche 4K-Settop-Box ist auch für Sunrise-TV angekündigt, ob die EM-Spiele darauf zu sehen sind, ist noch. Bei UPC gibt es noch keine konkreten Aussagen zur 4K-Technik. Die Anzahl installierter 4K-Geräte ist laut UPC noch zu klein.

Beliebtester 4K-Lieferant in der Schweiz ist zurzeit Netflix, der gegen eine monatliche Gebühr tausende Serienepisoden und Filme liefert. Der Anteil von 4K-Inhalten steigt dabei kontinuierlich. Netflix liefert nun sogar erste Serien in HDR (High Dynamic Resolution) aus, was auf neusten TV-Modellen mehr Kontrast und Farben beschert. Auch Swisscom verspricht, demnächst HDR-Inhalte zu liefern.

4K ist noch nicht das Ende

Wie es in Zukunft weitergeht, zeigte an der IFA-GPC der TV-Guru Paul Gray von IHS auf. Bereits nächstes Jahr werden erste 8K-Fernsehgeräte erwartet. Deren immense Auflösung von 7680 x 4320 Bildpunkten kommt aber erst ab Bilddiagonalen von 80 Zoll zur Geltung. Solche 2-Meter-Fernsehmonster werden ferner nicht durch jede Stubentüre passen. Noch sind 8K-Inhalte kaum verfügbar, nur das japanische Fernsehen hat erste Testübertragungen angekündigt.

Ungewiss ist, welchen Einfluss Brillen für Virtual Reality (VR) auf den Fernsehkonsum haben werden. VR-Brillen erlauben ein interaktives Rundum-Erlebnis in Filmen und Spielen. Komfort und Bildqualität sind aber heute noch so eingeschränkt, dass sie den Fernseher (noch) nicht konkurrenzieren.

(sda/jfr)

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