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Partnerschaft 
Das ist der Deal von Samsung und Facebook

Aus Konkurrenten werden Partner: Unerwartet beehrte Mark Zuckerberg die Präsentation von Samsungs neuen Smartphones. Mit Datenbrille und 360-Grad-Kamera wollen sie Virtual Reality den Boom bringen.

Veröffentlicht 22.02.2016

Samsung will virtuelle Realität in den Alltag bringen – und bekommt tatkräftige Unterstützung von Mark Zuckerberg. Der Facebook-Gründer tauchte am Sonntagabend überraschend bei der Präsentation neuer Geräte des südkoreanischen Smartphone-Marktführers in Barcelona auf – eine Kooperation, die nur auf den ersten Blick überrascht.

«Virtuelle Realität ist die nächste Plattform», verkündete Zuckerberg. Samsungs neue Galaxy-S7-Smartphones sollen im Zusammenspiel mit dem 3D-Brillen-Gehäuse Gear VR ein besseres Erlebnis beim Eintauchen in virtuelle Welten bieten.

Rockstar mit grossen Zielen

Zuckerberg - der seinen offiziellen Auftritt in Barcelona heute Abend hat - setzt selbst auf Virtual Reality. Zu Facebook gehört der Virtual-Reality-Vorreiter Oculus, für den Zuckerberg zwei Milliarden Dollar zahlte und dann noch mehr Geld in die weitere Entwicklung investierte. Der Facebook-Chef glaubt an die Zukunft mit virtueller Realität. Ihn reize es, später nicht nur Fotos von ersten Schritten seiner kleinen Tochter Max zu sehen, sondern in die Szene eintauchen zu können, sagte Zuckerberg.

Nicht nur Zuckerberg glaubt an die virtuelle Realität, auch der Marktforscher TrendForce aus Taiwan erwartet viel vom neuen Trend. Schon dieses Jahr sollen Konsumenten 6,7 Milliarden Dollar für Soft- und Hardware rund um Virtual Reality ausgeben. Bereits in fünf Jahren soll sich dieser Betrag mehr als verzehnfachen, ein 70-Milliarden-Dollar-Markt wartet.

Oculus wird bald auch die Brille Rift mit eigenem Display statt Einsteck-Smartphone ausliefern. Der Smartphone-Anbieter HTC kündigte in Barcelona den Start seines Konkurrenz-Geräts Vive für Anfang April an.

Mit Rundum-Kamera eigene Filme drehen

Samsungs neue Smartphone-Modelle sind wasserdicht – sie können bis zu 30 Minuten in einer Tiefe von 1,5 Metern verbringen. Die Kamera soll auch bei wenig Licht scharfe Bilder mit natürlichen Farben machen.

Dafür kehrt Samsung das übliche Pixelwettrüsten um. Die Auflösung liegt bei 12 statt zuvor 16 Megapixel – dafür wurden die einzelnen grösser. Daneben stellte Samsung auch eine 360-Grad-Kamera vor, die Nutzer zum Drehen von Virtual-Reality-Videos animieren soll.

Produkt für die breite Masse

Jean-Daniel Ayme, Vizepräsident für Europa bei Samsung, ist überzeugt, dass das neue Samsung-Modell zusammen mit der Rundum-Kamera und dem Gear VR Headset den Konsumenten das volle Erlebnis der Virtual Reality bringt. Die Nutzer sollen ihre eigenen Inhalte produzieren können und nicht warten müssen, bis etwas auf dem Markt erhältlich ist. «Was bisher nur für wenige Leute mit viel Wissen über Computerwesen und Zugang zu sehr leistungsstarken Rechner zugänglich war, ist jetzt für alle verfügbar.»

Analyst Ian Fogg von IHS Technology überzeugt die Datenbrille, die Samsung zum Smartphone-Kauf gratis dazugibt. Das Accessoire könne als «halo»-Produkt die Smartphone-Verkäufe ankurbeln, während dieser Markt weltweit im Sinken begriffen sei.

Vorbereitung auf unsichere Zukunft

In die gleiche Richtung interpretiert mit Lee Jae Yun ein südkoreanischer Analyst die neuen Produkte von Samsung. «Samsung versucht, die Aufmerksamkeit der Konsumenten auf gebündelte Produkte, wie eben das VR Headset und die 360-Grad-Kamera zu lenken. Der Absatz von Smartphones soll so vom Einbrechen geschützt werden.»

Zu den Trends in Barcelona gehört in diesem Jahr, dass die Smartphoneanbieter inmitten eines schärferen Wettbewerbs neue Geschäfte in anderen Branchen suchen. So will Samsung seinen Bezahldienst bei vernetzten Autos etablieren. Und der chinesische Branchen-Dritte Huawei will mit einem Windows-Tablet klassische PC-Hersteller herausfordern.

(sda/bloomberg/jfr/me)

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