Herr Dörig*, wieso steigen Sie mit Ihrer Anlagestiftung für Pen­sions­kassen jetzt bei Alpiq ein?
Es ist unser Auftrag, in versorgungskritische Energie-Infrastruktur in der Schweiz zu investieren, wobei wir uns auf zwei Kategorien fokussieren: Wir investieren in die Verteilung, sprich in Strom- und Gasnetze, sowie in die hei­mische Produktion und namentlich in die Schweizer Wasserkraftproduktion. Und da passt die Alpiq von heute perfekt.

Was ist denn perfekter an der Alpiq von heute gegenüber der ­Alpiq von früher?
Es sind zwei Gründe: Erstens hat ­Alpiq in den letzten 24 Monaten substanziell ihre Bilanz gestärkt. Zudem hat das Unternehmen sein Dienstleistungs­geschäft verkauft. Es bleibt im Kern ein Stromproduktionsportfolio in der Schweiz.

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Sowie ein paar ausländische Beteiligungen. Werden diese nun verkauft?
Nicht zwingend. Dies ist Gegenstand künftiger Gespräche.

Alpiq ist aber ein kompliziertes, ­historisch gewachsenes Geflecht mit zig Anlagen, die wiederum in ­eigenen juristischen Persönlich­keiten ­verpackt sind. Hat Sie das nicht abgeschreckt?
Nein, im Gegenteil: Das ist ideal.

Roland Dörig

*Roland Dörig (45) ist Mitbesitzer des Vermögensverwalters CSEIP, der die Anlagegruppe CSA betreut, in die 135 Schweizer Pensionskassen investiert sind. Jetzt steigt CSA mit 25 Prozent bei Alpiq ein.

Quelle: Foto © Gerry Nitsch

Wie bitte?
Wir sind auf der Suche nach langfristigen, sicheren, sprich: «langweiligen» Anlagemöglichkeiten, die eine regelmässige Rendite auf dem investierten Kapital erwirtschaften. Deshalb bevorzugen wir ein Portfolio an Wasserkraftwerken. Und genau das offeriert Alpiq mit ihren Beteiligungen an vielen Partnerkraftwerken.

Nebst den Beteiligungen an den Wasserkraftwerken erwerben Sie über die Alpiq auch zwei Beteiligungen an den AKWs Gösgen und Leibstadt. Sehen Sie darin keine ökonomischen Risiken?
Nein, schliesslich sind es nur zwei indirekte Minderheitsbeteiligungen. Zudem sind die Beteiligungen rechtlich klar von den Wasserkraftwerken getrennt. Das finanzielle Risiko ist dadurch gekapselt. Die steigenden Stilllegungs- und Entsorgungskosten sowie Sicherheitsausgaben haben wir natürlich in der Bewertung berücksichtigt.

Sie zahlen 70 Franken pro Alpiq-Aktie. Minderheitsaktionär Martin Ebner will 140 Franken.
70 Franken ist das Ergebnis ­intensiver Verhandlungen zweier Parteien, die den Markt sehr gut kennen.